LONDON (IT BOLTWISE) – Deutsche Händler haben 2025 mit verzehrfertigen Speisen 13,3 Milliarden Euro umgesetzt. Das entspricht einem Plus von 7,1 % gegenüber dem Vorjahr und liegt deutlich über dem Niveau von 2019. Während viele Restaurantbesuche als zu teuer gelten, halten Handelsformate die Preise offenbar stabil und gewinnen damit Kunden in die Filiale. Besonders sichtbar ist das Preisgefälle bei Fleisch- und Pastagerichten.

Handelsgastronomie wächst auf 13,3 Milliarden Euro: Preisgefälle treibt Umsatz
Handelsgastronomie wächst auf 13,3 Milliarden Euro: Preisgefälle treibt Umsatz (Foto: IT BOLTWISE)
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In der deutschen Konsumwelt verschiebt sich 2025 der Schwerpunkt spürbar: Händler erwirtschaften mit verzehrfertigen Speisen, Snacks und Getränken 13,3 Milliarden Euro Umsatz. Das ist nicht nur ein Einmal-Effekt, sondern laut den genannten Zahlen auch ein klares Signal für eine dauerhafte Abkehr vom klassischen Restaurantbesuch. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von 7,1 %, und im Vergleich zu 2019 liegt die Handelsgastronomie sogar fast ein Drittel höher. Genau in dieser Lücke zwischen „Essen gehen“ und „Essen mitnehmen“ entsteht der Spielraum für Filialformate, die schneller auf Preisdruck reagieren können.

Der Treiber heißt in der Praxis Trading Down: Wenn Budgets knapper werden, wird nicht automatisch komplett auf Kulinarik verzichtet, sondern ausgetauscht. In der vorliegenden Erhebung finden 72 % der Befragten Restaurantbesuche zu teuer, und 38 % essen seltener aus als noch vor einem Jahr. Besonders scharf wird das an den Preisrelationen. So kosten Steak- und Fleischgerichte durchschnittlich 9,17 Euro bei der Handelsgastronomie, während im klassischen Gastgewerbe für dieselben Gerichte 13,16 Euro genannt werden. Auch bei Pastagerichten zeigt sich der Unterschied: 5,87 Euro statt 10,60 Euro. Für Verbraucher ist damit weniger „Qualität gegen Preis“ das Thema, sondern „verbindliche Ausgabenhöhe“ in der Woche.

Dass Handelsgastronomie nicht bloß eine Nischen-Ergänzung ist, zeigen einzelne Beispiele aus dem Handel. Globus verkauft demnach 30 Millionen Fleischkäsebrötchen zu je 1 Euro pro Jahr, und Ikea serviert 20 Millionen Hotdogs innerhalb von zwölf Monaten. Solche Volumina wären in einem typischen Restaurantbetrieb kaum mit derselben Kostenlogik darstellbar, weil dort Faktoren wie Bedienung, Tischbelegung und längere Prozessketten stärker ins Gewicht fallen. In der Handelswelt dagegen wird Essen oft so konzipiert, dass es in standardisierte Abläufe passt: klare Portionierung, wiederholbare Zubereitungsschritte, planbare Nachfrage und häufig die zusätzliche Nutzung von bestehenden Kundenströmen in der Filiale. Auch Rewe testet in 100 Filialen Selbstbedienungstheken für warme Speisen – ein Hinweis darauf, dass der Übergang von „Mitnahme“ zu „kurzem In-Store-Erlebnis“ konsequent ausgebaut wird.

Interessant ist außerdem, wer die Gastronomieflächen betreibt. Laut den Angaben halten 77 % der Händler ihre Gastronomieflächen selbst in der Hand und binden Kunden so länger ans Unternehmen. Das wirkt wie ein indirekter Umsatzhebel: Wer Menschen durch ein passendes Angebot in der Nähe von Kasse und Regal hält, kann sowohl Zusatzverkäufe als auch Impulskäufe wahrscheinlicher machen. Gleichzeitig erklärt diese Eigentümerstruktur, warum Preisdisziplin so gut durchgehalten werden kann. Externe Dienstleister müssten Margen einpreisen, während bei selbstbetriebenen Lösungen die Kostenlogik stärker mit Einkauf, Logistik und Auslastungsplanung verzahnt werden kann. Für Unternehmen mit Filialnetzen entsteht dadurch ein Wettbewerbsvorteil, der nicht allein auf „billiger“ basiert, sondern auf besserer Prozessintegration.

Der politische und regulatorische Kontext liefert eine zweite Perspektive auf den Markt. Während in dem Text die AfD für Steuersenkungen und weniger Bürokratie genannt wird, setzen CDU, SPD und Grüne demnach auf immer neue Auflagen. Das Ergebnis wird konkret beziffert: Das Gaststättengewerbe schreibe real 23 % weniger Umsatz als 2019. Entscheidend ist hier weniger die Parteiwahl als die beobachtete Wirkungskette auf Kosten und Planungssicherheit. Wenn Betriebe vermehrt mit zusätzlichen Vorgaben konfrontiert sind, steigt das Risiko, dass Preisnachlässe schwerer durchzuhalten sind. Handelsgastronomie profitiert dagegen von einem Umfeld, in dem die Preise eher gehalten werden können und die Strukturen der Filiallogik die Anpassung erleichtern.

Technisch und operativ steckt hinter diesen Entwicklungen eine klarere Optimierung des gesamten Workflows. Vom Einkauf standardisierter Rohstoffe über die Produktionsplanung bis zur Ausgabe an der Theke geht es darum, Schwankungen zu glätten und Verderb zu minimieren. Gleichzeitig muss das Sortiment so gewählt sein, dass es in kurzer Zeit „verzehrfertig“ verfügbar ist, ohne dass einzelne Komponenten zu stark von saisonalen Ausreißern abhängen. In der Summe entsteht dadurch ein stabiler Angebotsrahmen, der gerade in Phasen, in denen Verbraucher empfindlicher auf Preisunterschiede reagieren, funktioniert. Die genannten Preisbeispiele und die hohen Absatzmengen deuten darauf hin, dass Handelsgastronomie genau dort ansetzt, wo klassische Betriebe mit höherer Prozessdichte und variabler Auslastung stärker kämpfen.

Am Ende bleibt die zentrale Zahl: 13,3 Milliarden Euro. Laut der Argumentation im Text steht diese Entwicklung nicht für eine zufällige Verbraucherlaune, sondern für eine systematische Verschiebung – hin zu einer preiswerten Alternative, die mit Filiallogik und Volumen skaliert. Für Entscheider bedeutet das: Wer seine Wertschöpfung entlang von standardisierten Abläufen aufbaut, kann sich im Preiswettbewerb behaupten; wer dagegen vor allem verwaltet und reguliert, verliert unter Umständen schneller Kunden und damit Umsatz. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung, dass Gastronomie nicht verschwunden ist – sie wird vielmehr in neue organisatorische Formen überführt, in denen Handel, Logistik und Verzehr in engem Takt zusammenarbeiten.


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