MÜNCHEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Bits & Pretzels kehrt vom 28. bis 30. September 2026 nach München zurück und setzt diesmal auf das Motto „Human After All“. Die Veranstalter erwarten 7.500 Teilnehmer, darunter 2.000 Investoren, und stellen Gründerresilienz in den Mittelpunkt. Neben Gesprächen mit Steven Bartlett und Trevor Noah rückt das Programm auch angewandte KI, Verteidigung, Fintech und Deeptech in den Fokus. Ergänzt wird das Ganze durch die CIO AI Summit-Plattform sowie ein Abschluss-Netzwerken auf dem Oktoberfest.

Wenn ein Startup-Event sein Motto ändert, sagt das meist mehr über die Branchenstimmung als über einzelne Speaker. Bits & Pretzels 2026 kommt vom 28. bis 30. September 2026 erneut nach München, aber unter der Leitidee „Human After All“: Statt nur die nächste Welle der Technologie zu feiern, soll stärker sichtbar werden, wie Gründer Entscheidungen treffen, Teams führen und mit Unsicherheit umgehen. Die Zahlen wirken dabei wie ein Signal für die Skalierung des Ökosystems: Insgesamt sind 7.500 Teilnehmer geplant, darunter 2.000 Investoren sowie Gründer, Unternehmensentscheider und politische Entscheidungsträger aus Europa und darüber hinaus.
Technisch betrachtet ordnet das Programm die Themen so, dass sowohl die KI-Entwicklung als auch die organisatorische Umsetzung zusammen gedacht werden. In den Sessions geht es laut Agenda nicht nur um „angewandte KI“, sondern auch um die Frage, welche Denkweise in frühen Phasen nötig ist, um Produkte gegen Zins-, Markt- und Lieferunsicherheiten durchzusetzen. Genau hier knüpft der Claim des Veranstalters an: Bernd Storm vans Gravesande, Mitgründer von Bits & Pretzels, beschreibt die Ausrichtung 2026 als Fokus auf Resilienz, menschliche Qualitäten und darauf, wie Unternehmer ihre Ziele mit einer passenden Mentalität erreichen können. Damit entsteht ein Format, das eher an einen Betriebsausflug für Entscheider im KI-Zeitalter erinnert – mit dem Unterschied, dass die Diskussionen direkt an Entwicklungs- und Wachstumsfragen gespiegelt werden.
Für das Publikum ist zudem relevant, dass das Event nicht nur Bühne für einzelne Trends sein will. Neben den Medien- und Entertainment-Stimmen steht mit Steven Bartlett ein Host von „The Diary of a CEO“ auf der Liste, und Trevor Noah wird als Comedian, Produzent und Moderator von „The Daily Show“ ebenfalls Teil des Programms. Die Gespräche sollen Themen wie Führung, Wirtschaft und Gesellschaft aufgreifen und damit eine Brücke zwischen öffentlicher Debatte und unternehmerischer Praxis schlagen. Ergänzt werden die Auftritte durch Führungspersönlichkeiten schneller wachsender Technologieunternehmen aus Europa – genannt werden etwa Legora, n8n, Dash0 und Langdock. Das ist insofern wichtig, als gerade bei KI-Workflows die Kluft zwischen „Demo auf der Bühne“ und „verlässlicher Betrieb in der Produktion“ in vielen Unternehmen zu lange überbrückt wird; die genannten Unternehmensformen deuten eher auf Umsetzungsdruck als auf reine Forschung hin.
Der Marktteil schlägt dabei einen weiten Bogen, der für Investoren und C-Level-Entscheider gleichermaßen anschlussfähig sein dürfte. In den Themenfeldern reichen die Schwerpunkte von Deeptech und Fintech bis zu Verteidigung und Raumfahrttechnologie. Parallel dazu nennt Felix Haas, Co-Host von Bits & Pretzels, als Hintergrund den aktuellen Bedarf an Innovation in München: Die Stadt wachse rasant, insbesondere in Bereichen wie Deeptech und Verteidigung, und es gebe dort herausragende Startups sowie Rekordfinanzierungsrunden. In so einem Umfeld verschiebt sich die Erwartungshaltung an Startups häufig weg vom Prototyp hin zu belastbaren Go-to-Market-Strategien, Partnerschaften und schnellen Iterationen im Engineering – also genau in die Richtung, die man auf einer Messe mit strukturiertem Matching normalerweise erreichen will.
Auch die Mechanik der Veranstaltung ist 2026 wieder klar auf Austausch und Anschlussfähigkeit ausgelegt. Die Startup Exhibition gibt jungen Unternehmen die Möglichkeit, Produkte sichtbar zu machen, während strukturierte Networking-Sessions Gründer mit potenziellen Partnern, Investoren und Führungspersönlichkeiten zusammenbringen sollen. Besonders für Teams, die nicht nur „Kontakte sammeln“, sondern konkrete Gespräche in Folgeformate überführen wollen, zählt das Setting: Das Ziel sei ausdrücklich, Beziehungen aufzubauen, die über die drei Veranstaltungstage hinaus Bestand haben. Dazu passt, dass das Investorenprogramm erneut mehr als 2.000 Kapitalgeber adressiert und damit das Verhältnis von interessierten Anbietern zu potenzieller Finanzierung deutlich zugunsten des Matchings verschiebt.
Ein weiterer Baustein ist die CIO AI Summit-Komponente, die Führungskräfte aus Unternehmen mit dem Startup-Ökosystem vernetzen soll. Für die Praxis im Unternehmen bedeutet das: Gerade CIOs und IT-Entscheider stehen bei KI-Projekten oft vor der Frage, wie sich Modelle, Datenflüsse und Sicherheitsanforderungen in bestehende Landschaften einpassen lassen. Wenn diese Diskussion im gleichen Rahmen stattfindet wie Produktvorstellungen und Investorengespräche, sinkt die Hürde für Pilotprojekte, weil technische Anliegen, Budgetfragen und Kooperationstiming nicht getrennt voneinander laufen. Andy Bruckschlögl, Mitgründer von Bits & Pretzels, stellt dazu den Ursprung des Formats heraus: „Bits & Pretzels wurde von Gründern für Gründer aufgebaut.“ Seine Mission beschreibt er als jährlichen Zugriff auf Sichtbarkeit und Zugang für Startups – ein Punkt, der als Haltung schwerer wiegt als einzelne Programmpunkte.
Zum Abschluss bleibt die klassische Tradition erhalten, die Bits & Pretzels in Europa von vielen reinen Pitch-Formaten abhebt. Das Networking-Erlebnis auf dem Münchner Oktoberfest setzt bewusst auf informelle Gespräche: Am Abschlusstag treffen sich die Teilnehmer im Schottenhamel-Festzelt, und die Diskussionen sollen bei einem Bier weitergehen. Für viele Gründerteams ist das nicht nur ein „Rahmenprogramm“, sondern ein niedrigschwelliger Ort, um aus einer ersten Kontaktaufnahme eine belastbare Beziehung zu machen. Wer sich darauf vorbereitet, sollte die Agenda nicht nur nach Themen, sondern nach Gesprächslogik lesen – denn bei 7.500 Teilnehmern entscheidet oft nicht die Anzahl der Sessions, sondern wie schnell ein Startup aus einer Diskussion ein gemeinsames nächstes Ziel ableiten kann.
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