LONDON (IT BOLTWISE) – Google liefert mit Chrome 153 mehrere Sicherheitsfixes nach und schließt in den Desktop-Versionen und auf Linux, Windows und macOS insgesamt mehr als 40 teils kritische Schwachstellen. Drei Probleme stuft der Hersteller als kritisch ein, darunter zwei Use-after-free-Lücken in Internals und Workers. Für Android und iOS folgen parallel entsprechende Updates. Unausgenutzt bleibt nach Googles Angaben bislang keine der gestopften Lücken, dennoch sollten Unternehmen und Nutzer die Aktualisierung zeitnah prüfen.

Google hat neue Sicherheitsupdates für Chrome veröffentlicht und dabei in den Versionen 153.0.8010.47/48 für Windows und macOS sowie 153.0.8010.47 für Linux mehr als 40 Schwachstellen behoben. Besonders relevant ist die Einordnung: Drei der gefixten Lücken bewertet Google als kritisch. Damit bleibt das Kernmuster, das in Browsern immer wieder Risiko treibt, klar erkennbar: Speichersicherheitsfehler wie Use-after-free können Angreifern unter bestimmten Bedingungen die Kontrolle über den Prozessablauf erleichtern.
In der Detailauswertung, die Google im Chrome Release Blog zusammenfasst, werden 42 behobene Lücken genannt, davon 26, die Google selbst entdeckt hat. Weitere 15 Schwachstellen sollen externe Sicherheitsforscher identifiziert und an Google gemeldet haben; als Prämie wurden ihnen laut Quelle bisher 2500 US-Dollar zuerkannt. Der Sicherheitsfokus des Updates liegt auf zwei explizit als kritisch eingestuften Use-after-free-Schwachstellen in den Komponenten Internals und Workers. Ergänzend listet Google 28 weitere Lücken mit hohem Risiko auf, während zehn Probleme als mittleres und eine als geringes Risiko klassifiziert sind. Auch die Statistik zum häufigsten Schwachstellentyp bleibt bei Use-after-free: Zwölf Vorkommnisse.
Für die Praxis ist entscheidend, dass Google bislang keine Hinweise sieht, wonach die gestopften Lücken bereits für Angriffe ausgenutzt werden. Chrome aktualisiert sich in aller Regel automatisch, sobald eine neue Version verfügbar ist. Wer die Aktualisierung manuell prüfen möchte, findet den Einstieg im Menü über „Hilfe“ und „Über Google Chrome“, sofern die Oberfläche im eigenen System entsprechend dargestellt wird. Gerade in Unternehmensumgebungen mit eingeschränkten Update-Fenstern lohnt sich dieser manuelle Check dennoch, weil die Patchbarkeit von Browsern oft davon abhängt, wie schnell Richtlinien, Neustarts und Rollouts greifen.
Die Meldung ordnet das Update in eine breitere Sicherheitsfrequenz ein: In der letzten Woche hat Google die neue Hauptversion Chrome 153 ausgerollt und dabei über 230, zum Teil als kritisch eingestufte Sicherheitslücken geschlossen. Laut Quelle war darunter auch eine 0-Day-Lücke. Parallel dazu stellt Google auch Chrome für mobile Plattformen bereit: Chrome für Android 153.0.8010.47 und Chrome für iOS 154.0.8037.41. Für Android nennt Google explizit, dass dort die gleichen Schwachstellen wie in den Desktop-Ausgaben behoben sind. Zusätzlich werden im Extended Stable Channel für Windows und macOS Versionen mit Chromium 152.0.7977.130 genannt; die Freigabe von Chrome 154 soll laut Quelle bereits in der kommenden Woche erfolgen.
Damit stellt sich für IT-Teams vor allem eine Frage: Wie schnell lassen sich Browser-Patches in der eigenen Umgebung ausrollen, wenn nicht nur Chrome, sondern auch andere Chromium-basierte Browser betroffen sind. Aus der Quelle ergibt sich der unmittelbare Handlungsdruck für Wettbewerber, da deren Implementierungen auf denselben Codepfaden basieren. Brave und Microsoft Edge sind auf den Sicherheitsstand der Vorwoche gewechselt und haben den Schritt zu Chromium 153 vollzogen. Vivaldi nutzt dagegen weiterhin den Extended Stable Channel, obwohl der Kanal-Status schon seit Jahren eine andere Update-Logik als „stark zeitnahe“ Releases abbildet.
Weniger aktuell zeigt sich hingegen Opera: In der aktuellen Version Opera One 135.0.5973.142 vom 15. September verwendet der Browser weiterhin die letzte endgültige Chromium-Version aus dem Versionszweig 151. Diese Abzweigung ist laut Quelle inzwischen drei Wochen alt. Für Unternehmen bedeutet das: Eine einheitliche „Browser-Policy“ reicht oft nicht, wenn Teams parallel Edge, Brave, Vivaldi und Opera erlauben. Sicherheitsverantwortliche sollten deshalb nicht nur Chrome aktualisieren, sondern die Browserflotte systematisch auf den jeweiligen Chromiumstand abgleichen und die Versionsstände dokumentieren.
Auch wenn der Schwerpunkt dieser Meldung klar auf den behobenen Lücken liegt, ist der Signalton für die Absicherung insgesamt deutlich: Browser bleiben ein bevorzugter Angriffsvektor, weil sich über Webinhalte Speicher- und Logikfehler ausnutzen lassen. Neben dem Patchen zählt deshalb eine zusätzliche Sicherheitslinie, etwa durch geeignete Antivirus-Software, die auf Endpoint-Ebene verdächtige Muster erkennt. Wer zudem gezielt den Datenschutz beim Surfen erhöhen will, kann zusätzlich auf VPN-Lösungen setzen, wobei das nicht die Patchwirkung ersetzt, sondern die Randbedingungen für das Nutzer- und Netzwerkverhalten beeinflusst.
In Summe liefert Chrome 153 ein klares Bild dafür, wie wichtig Speichersicherheit und schnelle Rollouts sind: kritische Use-after-free-Fälle in Internals und Workers, dazu ein breites Spektrum hoher Risiken sowie die parallele Auslieferung auf Android und iOS. Für die nächsten Tage empfiehlt sich, Update-Status und Neustart-Compliance bei Clients aktiv zu prüfen und die Abdeckung auf Chromium-basierte Alternativen nicht zu vergessen. Wer hier zu spät reagiert, riskiert im schlimmsten Fall, dass ein angreifbares Zeitfenster entsteht, selbst wenn Google derzeit keine aktive Ausnutzung der konkreten Lücken bestätigt.
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