STOCKHOLM und PARIS / LONDON (IT BOLTWISE) – Holm Security und Sekoia koppeln ihre Plattformen über einen speziellen Konnektor, der Vermögenswerte sowie Schwachstellen- und Risikodaten als Echtzeitquelle in Sekoia einspeist. Security-Analysten und KI-Agenten bekommen dadurch im SOC sofort den Kontext, welche IT- und OT-Ressourcen wirklich betroffen sind. Die Ergänzung zielt darauf, Warnmeldungen schneller einzuordnen und Maßnahmen priorisiert auszulösen. Zusätzlich sollen Endkunden sowie Managed Security Service Provider den gleichen Asset-Überblick zentral bereitstellen können.

Holm Security und Sekoia integrieren Schwachstellen- und SOC-Kontext bidirektional
Holm Security und Sekoia integrieren Schwachstellen- und SOC-Kontext bidirektional (Foto: IT BOLTWISE)
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Im SOC-Alltag entsteht der Engpass selten im Alarm selbst, sondern in der Einordnung: Welche Systeme sind konkret betroffen, welche Schwachstellen stecken hinter der Meldung, und wie lässt sich das Risiko für IT und Betriebstechnik (OT) in Minuten statt Stunden bewerten? Genau an dieser Stelle setzen Holm Security und Sekoia mit einer angekündigten technologischen Integration an. Der Kern ist ein spezieller Holm-Security-Konnektor, der Vermögenswerte (Assets) samt zugehörigen Schwachstellen und Risiken in Sekoias Arbeitsumgebung überführt. Damit soll der Kontext nicht mehr manuell aus getrennten Tools zusammengesetzt werden, sondern als fortlaufende Datenbasis verfügbar sein.

Technisch betrachtet verbindet der Konnektor zwei Funktionsbereiche, die in vielen Organisationen heute noch wie Inseln betrieben werden: Expositions- und Schwachstellenmanagement auf der einen Seite und die agentenbasierte Analyse im autonomen SOC auf der anderen. Laut Ankündigung importiert der Konnektor die Asset-Daten eines Kunden als Echtzeitdatenquelle in Sekoia. Auf dieser Grundlage liefert Sekoia einen durchgängigen Überblick über die zu schützenden Ressourcen und die mit jeder einzelnen Ressource verbundenen Risiken – und zwar sowohl in der IT als auch im Bereich OT. Der praktische Effekt zeigt sich dann, wenn eine Warnmeldung eingeht: Analysten oder KI-Agenten sollen den Kontext direkt zur Untersuchung nutzen können, ohne dass erst Datenbestände aus mehreren Systemen abgefragt und in einer gemeinsamen Sicht konsolidiert werden müssen.

Die beiden Anbieter beschreiben ihre Rollen dabei bewusst komplementär. Holm Security arbeitet dem Angriff voraus, indem die Lösung mit KI Schwachstellen über die gesamte Angriffsfläche hinweg erkennt, priorisiert und testet; dazu zählen Systeme und Netzwerke, Cloud-Umgebungen, Webanwendungen, APIs sowie Benutzer. Entscheidend ist die weitere Einordnung, welche Schwachstellen aktivausgenutzt werden. Das Ergebnis wird als kontinuierlich aktualisierter Überblick über Risiken für die IT- und OT-Umgebung beschrieben. Sekoia ergänzt das während Live-Aktivitäten: Die autonome SOC-Plattform analysiert aktuelle Protokolle und Ereignisse, während KI-Agenten die schnelle Untersuchung und Reaktion auf eingehende Warnungen unterstützen sollen.

In der Summe adressiert die Integration damit das typische Timing-Problem vieler Sicherheitsarchitekturen: Vorab-Erkenntnisse über relevante Schwachstellen treffen auf die Notwendigkeit, im laufenden Incident die richtige Entscheidung zu treffen. Holm Security liefere Informationen auf der Asset-Intelligence-Ebene von Sekoia; Sekoia kombiniere diese laut Anbieterangaben mit Sicherheits-Signalen aus der gesamten Umgebung, um Risiken zu berechnen und zu ermitteln, was zuerst Aufmerksamkeit erfordert. Für Unternehmen und Managed Security Service Provider (MSSPs) bedeutet das Zielbild, Sicherheitslücken schließen zu können, bevor Angreifer sie ausnutzen, und gleichzeitig den Kontext für Untersuchungen zu verbessern, wenn ein Angriff bereits im Gange ist. Marcus Kaber, CEO von Holm Security, hebt in diesem Zusammenhang hervor: „Durch die Einbindung dieser Intelligenz in Sekoia können Analysten oder KI-Agenten erkennen, welche Ressourcen auf dem Spiel stehen und welches Risikohinter einer Warnmeldung steckt, und ihre Zeit auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist.“

Die Details der Integration sind außerdem aus Sicht der Systemarchitektur interessant, weil nicht nur Daten importiert werden, sondern der Ansatz auf API-basierte Kopplung abzielt. Im Quelltext heißt es, dass die Entscheidung für eine Strategie mit europäischen Anbietern eine nicht verhandelbare Anforderung beinhaltete: Jede Technologie, die in das SOC integriert wird, müsse API-basiert sein, damit daraus ein Ökosystem statt einer Ansammlung einzelner Konsolen wird. Holm Security und Sekoia gehen laut den Aussagen sogar noch einen Schritt weiter und sollen die Integration zwischen Schwachstellenscans und SIEM-/XDR-bezogenen Abläufen selbst realisiert haben. Anders Olsson, VP Strategy bei Sekoia, beschreibt dazu den Nutzen für die Risikoermittlung: „Holm Security liefert wertvolle Informationen zu Geräten und Sicherheitslücken für Reveal, die Asset-Intelligence-Ebene von Sekoia. Wir können dies mit dem Kontext der Ressourcen und Sicherheitssignalen aus der gesamten Umgebung eines Kunden kombinieren, um Risiken zu berechnen und zu ermitteln, was zuerst Beachtung erfordert – und zwar einheitlich über alle Technologien und Anbieter hinweg.“

Was diese Kopplung für den Markt praktisch bedeuten kann, ist weniger ein einzelnes Feature als ein Muster für integrierte Workflows. Viele SOC-Setups kämpfen mit der Frage, wie schnell aus technischen Erkenntnissen ein operabler Kontext wird: Welche Datenquellen gelten als „wahr“, wie werden sie aktualisiert, und wie bleibt das Mapping zwischen Assets und Ereignissen konsistent? Die genannte bidirektionale Logik zwischen Schwachstellenscan-Information und SOC-Kontext zielt offenbar darauf, genau diese Lücke zu schließen. Dabei ist die Positionierung klar: Die Plattformarchitektur soll in Endkundenumgebungen ebenso funktionieren wie in MSSP-Settings, in denen zahlreiche Kunden parallel betreut werden. Wenn die Asset-Intelligence zentral verfügbar ist, können auch Managed-Services-Teams ihre Priorisierung standardisieren, ohne dass sie für jedes Incident-Handling erneut eine manuelle Wissenssammlung aus mehreren Werkzeugen aufsetzen müssen.

Auch wenn die Integration in erster Linie als technische Vernetzung verkauft wird, zeigt sich der strategische Anspruch in den Aussagen aus dem Umfeld eines SOC-Integrationsprojekts. Markus Riegler, Lead Solution Consultant Security bei der ACP Group, wird im Text mit einer konkreten Erwartung zitiert: „Für unser SOC bedeutet diese zentralen Integrationspunkt und einen Asset-Kontext, der endlich in beide Richtungen funktioniert.“ Damit steht ein Punkt im Vordergrund, der in der Praxis oft unterschätzt wird: Entscheidend ist nicht nur, ob Daten übertragen werden, sondern ob sie in beiden Richtungen für Entscheidungslogik nutzbar sind. Für Security-Teams kann das bedeuten, dass aus einem Alarm heraus der relevante Asset-Kontext direkt verfügbar ist – und zugleich, dass die Schwachstellenbewertung nicht „hinterher“ läuft, sondern den SOC-Betrieb mit steuert.

Begleitend planen Holm Security und Sekoia ein gemeinsames demo-basiertes Webinar am 15. Oktober, das den Verlauf einer Sicherheitslücke bis hin zu einer kontextbezogenen Entscheidung im SOC nachzeichnen soll. Für Entscheider in Unternehmen und MSSPs ist das vor allem deshalb relevant, weil sie an solchen Demos prüfen können, wie die Daten im Incident-Fall tatsächlich zusammenlaufen: vom Asset-Import über die Schwachstellenpriorisierung bis zur KI-gestützten Untersuchung im laufenden Betrieb. Die Kernbotschaft der Integration bleibt dabei konsistent: Mehr KI, ja – aber vor allem KI mit belastbarem Asset-Kontext, damit Priorisierung und Reaktion nicht bei der Frage hängen bleiben, „welches System gehört zu welcher Meldung“.


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