LONDON (IT BOLTWISE) – Control Resonant zeigt, wie gut sich moderne Raytracing- und KI-gestützte Upscaling-Ansätze in einen PC-Port integrieren lassen. Der Titel wirkt auf hochwertigen Grafikkarten mit Path Tracing deutlich über den Erwartungen und hält die Bildraten dank DLSS stabil. Auch auf Handheld-Hardware läuft das Spiel noch zufriedenstellend, fällt dort aber spürbar in niedrigere Frameraten ab. Gleichzeitig liefert Frame Generation sehr hohe effektive FPS, bleibt dabei im Spielgefühl erstaunlich nah an der Latenz des Off-Modus.

Als Nvidia 2018 mit der GeForce RTX 2080 Ti die breite Raytracing-Ära anschob, war Skepsis bei vielen Spielern nachvollziehbar: Die frühen Raytracing-Implementierungen wirkten häufig wie ein reiner Performance-„Kostenblock“, während der optische Mehrwert nicht immer Schritt hielt. Genau an diesem Punkt setzt die Rückschau des Tests an: Erst mit Control im Sommer 2019 sei sichtbar geworden, dass gute Beleuchtungslösungen mehr sind als ein hübscher Technik-Demo-Effekt. Control Resonant geht deshalb bewusst den Weg des Originals weiter und nutzt moderne Rendering-Mechaniken, um Licht und Materialwirkung so zu inszenieren, dass das Spiel auch ohne „ultra-realistische“ Selbstzweck-Realitätsbehauptung überzeugend bleibt.
Technisch betrachtet fällt dabei auf, wie stark Control Resonant die nächste Stufe des Visual-Anspruchs mit Skalierung kombiniert. Der Vergleich mit Remedy’s anderem Hochglanz-Titel, Alan Wake 2, ist dabei hilfreich: Alan Wake 2 gilt zwar als einer der beeindruckendsten Grafikauftritte, ist aber gleichzeitig nicht gerade dafür bekannt, auf schwächerer Hardware besonders entspannt zu laufen. Control Resonant fährt einen Teil der „Ultra-Realismus“-Schärfe zurück und lässt sich dadurch breiter auf unterschiedlichen Systemen betreiben. Der Test betont zudem den Effekt auf Handheld-Hardware: Selbst dort wirkt das Bild bei aktivem Upscaling sauber, sofern man die Presets passend wählt.
Beim konkreten Performance-Setup wird es dann messbar. Laut Systemanforderungen nennt Remedy für das empfohlene Ziel mit mittleren Einstellungen die RTX 4070 Ti als Referenz, um bei 60 fps zu landen. In einer Praxismessung mit einer RTX 4070 Ti Super zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Mit 1440p, Medium-Preset, Raytracing auf Medium und DLSS auf „Balanced“ erreicht das Spiel im Schnitt 111 fps, mit einem 1%-Low von 81 fps. Selbst wenn man den Geschwindigkeitsvorteil der „Super“-Variante grob wegdenkt (der in der Messung als etwa 10–15 % angegeben wird), läge das Ergebnis immer noch klar über dem, was die offiziellen Anforderungen als Zielwert suggerieren. Damit wirkt der Port nicht nur hübsch, sondern auch pragmatisch gegenüber den eigenen Marktsegmenten.
Für Enthusiasten mit höherer Zielauflösung gibt es außerdem Spielraum für mehr Details: In derselben Messlogik zeigt der Test eine Variante mit 1440p und einem Maximalanspruch über die Presets hinweg, inklusive Path Tracing. Dort liegt der Mittelwert bei 70 fps, der 1%-Low bei 58 fps. Interessant ist vor allem, dass das alles ohne das direkte Zuschalten der Frame Generation passiert. Sobald Frame Generation aktiviert wird, steigt die effektive Bildrate im Test auf 118 fps; die „Pre-Frame-Gen“-Basis liegt dabei bei 60 fps. Normalerweise wird Frame Generation mit einer höheren wahrgenommenen Verzögerung assoziiert, doch hier fällt etwas Besonderes auf: Laut Test führt das Aktivieren nicht zu einem spürbar schlechteren Latenzgefühl, weil Remedy die Option, NVIDIAs Reflex unabhängig von der Frame-Interpolation zu steuern, offenbar nicht getrennt anbietet. Praktisch heißt das: Das Spiel fühlt sich weiterhin responsiv an und liefert gleichzeitig eine sehr glatte Darstellung für Monitore mit hoher Bildwiederholrate.
Gleichzeitig adressiert der Test auch die andere Seite der Skalierung: Der Steam Deck verliert gegenüber leistungsstärkeren PCs etwas an Luft. Selbst mit Handheld-Preset, 720p und FSR auf „Balanced“ bleibt die Framerate laut Messung oft unter 25 fps, weshalb der Titel zwar spielbar bleibt, aber nicht zu den „entspannten“ Kandidaten zählt. Wer dagegen ein klassisches Desktop-System nutzt, bekommt deutlich mehr Verlässlichkeit. Die Botschaft für die Praxis ist daher ziemlich klar: Control Resonant ist weniger ein „alles oder nichts“-Port, sondern ein Titel, bei dem Upscaling, Preset-Wahl und optionaler Frame-Interpolation-Effekt zusammenarbeiten und so aus einem breiten Spektrum an Hardware eine zufriedenstellende Bildrate machen.
Unterm Strich wirkt Control Resonant damit wie eine frühe Referenz dafür, wie moderne KI-gestützte Grafikbeschleunigung und intelligente Render-Pipeline-Entscheidungen in der Portierung zusammenspielen. Wenn ein Spiel mit so viel Licht- und Materialwirkung gleichzeitig sauber skaliert, reduziert das den typischen Frustpfad: Man muss nicht zwingend „grafisch verzichten“ oder in ein Raster aus sehr konservativen Low-Presets ausweichen. Genau das erklärt auch, warum der Test es als eine der bestoptimierten PC-Veröffentlichungen des Jahres so weit oben einordnet. Für Käufer, die ohnehin mit Resonant in der Bibliothek planen, ist die Empfehlung damit weniger „für bestimmte Grafikkarten“, sondern eher „für eine große Bandbreite“ gültig – mit dem Hinweis, dass Handheld-Hardware je nach Ziel (und Qualitätsvorliebe) sehr genau zwischen FSR-Qualität, Presets und akzeptierter Framerate abwägen sollte.
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