KARLSRUHE / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Studie von Fraunhofer ISI und ICCT rechnet damit, dass der Strombedarf für Elektro-Lkw in Europa bis 2045 auf über 200 Terawattstunden pro Jahr steigen kann. Schon 2035 sind demnach etwa 100 Terawattstunden möglich. Besonders stark wird der Bedarf in Deutschland erwartet, gefolgt von Frankreich und Großbritannien. Entscheidend bleibt, dass Netzausbau und Planung nicht hinter der Flottenumstellung herlaufen.

Der Energiemarkt bekommt mit dem Hochlauf batterieelektrischer Lkw ein neues Lastprofil, das deutlich stärker in die Stromnetze hineinwirkt als viele Jahre zuvor bei einzelnen Fahrzeugflotten. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) gemeinsam mit dem International Council on Clean Transportation (ICCT) kommt dabei zu Größenordnungen, die in der Netzplanung schnell zu konkreten Fragen führen: Wie viel zusätzliche Leistung wird an welchen Standorten benötigt, und wie verhindert man, dass das Laden zum Engpass wird, bevor die Fahrzeuge in großen Stückzahlen rollen?
Im Szenario mit günstigen politischen Rahmenbedingungen zur Verbreitung batterieelektrischer Lkw steigt der Strombedarf bis 2045 auf mehr als 200 Terawattstunden pro Jahr. Bereits 2035 könnten demnach rund 100 Terawattstunden erreicht werden. In einem ungünstigen Szenario, in dem die Verbreitung langsamer verläuft, liegt der Bedarf nur bei etwa einem Drittel dieser Entwicklung. Genau an dieser Spannbreite wird sichtbar, warum die Ergebnisse nicht als starre Prognose zu verstehen sind, sondern als Planungsrahmen für Infrastruktur: Je schneller die Marktdurchdringung gelingt, desto früher müssen Umspannwerke, Zuleitungen und Netzkapazitäten in den relevanten Regionen verfügbar sein.
Von der Verteilung her zeichnet die Untersuchung ein klares Bild. Den größten Bedarf sieht sie in Deutschland: Für 2045 werden dort bis zu 43 Terawattstunden für das Laden von Elektro-Lkw erwartet. Dahinter folgen Frankreich mit rund 35 Terawattstunden und Großbritannien mit etwa 34 Terawattstunden. Die Autoren ordnen die Größenordnung auch über einen Vergleich ein: In Deutschland wurden im vergangenen Jahr insgesamt 432 Terawattstunden Strom erzeugt und ins Netz eingespeist. Eine Terawattstunde entspricht dabei einer Milliarde Kilowattstunden. Allein dieser Abgleich macht deutlich, dass der zusätzliche Ladebedarf zwar nicht vollständig dem gesamten Strommix entspricht, aber als neue, regional gebündelte Zusatzlast in die Bilanz und vor allem in die Netzlastberechnung eingehen kann.
Entscheidend ist jedoch die Frage, wo und wie geladen wird. Nach Darstellung der Studienautoren entfällt in den Ländern und Szenarien nur ein Bruchteil des Ladebedarfs auf das Unterwegs-Laden. Viel stärker prägt das Laden im Depot das Bild. Damit verschiebt sich die Infrastrukturdebatte weg von einzelnen Schnellladekorridoren und hin zu Anlagenplanung, Netzanschlusskapazität und Betriebsstrategie im Logistikalltag. Auch die Geografie folgt einer Logik: Der Ladebedarf konzentriert sich auf bestimmte Güterverkehrskorridore, Industriestandorte und Logistikzentren. Für Unternehmen heißt das praktisch: Der Engpass entsteht nicht nur dort, wo es eine Ladesäule gibt, sondern dort, wo ein Netzanschluss planbar und ausbaubar ist.
Für die Netzplanung ergeben sich daraus konkrete Implikationen, die in der Studie ausdrücklich adressiert werden. Wenn Ausbau und Planung „nicht Schritt halten“ mit dem raschen Umstieg auf batterieelektrische Lkw, droht laut den Autoren die Gefahr, dass die notwendige Netzinfrastruktur den Bedarf nicht rechtzeitig abdecken kann. In der Sprache der Praxis bedeutet das: Es reicht nicht, Ladepunkte zu installieren; Betreiber müssen gleichzeitig die Leistung am Standort dimensionieren, Vorlaufzeiten für Genehmigungen und Bauphasen einkalkulieren und Ladeleistungen so abstimmen, dass Spitzenlasten beherrschbar bleiben. Genau diese Abstimmung ist für Depots besonders wichtig, weil dort typischerweise viele Fahrzeuge synchron zu ähnlichen Zeitfenstern in den Ladeprozess gehen.
Technisch betrachtet hängt die reale Netzwirkung damit eng zusammen, wie Lkw-Flotten in der Stunde und über den Tagesverlauf genutzt werden. Depot-Laden kann zwar durch intelligentes Lastmanagement geglättet werden, aber es bleibt eine Frage der Anschlussleistung und der Netzrückwirkung: Wenn mehrere Speditionen oder Logistikbetreiber ihre Ladeinfrastruktur gleichzeitig hochfahren, kann die Belastung lokal deutlich steigen, selbst wenn der durchschnittliche Stromverbrauch über das Jahr moderater ausfällt. Historisch betrachtet ist diese Problematik bei stationären Lasten wie Rechenzentren oder Wärmepumpen bereits bekannt: Sobald neue Lastschwerpunkte entstehen, verlagern sich Engpässe häufig vom „Es gibt Strom“ hin zu „Der Anschluss reicht nicht“ oder „Die Leitung ist am Limit“.
Für die Marktseite liefert die Studie zugleich einen Ansatzpunkt für Priorisierung. Wer Flottenumstellungen plant, kann aus den regionalen und Szenario-getriebenen Bandbreiten ableiten, welche Standorte strategisch zuerst vorbereitet werden müssen. Die Autoren empfehlen, bei Ausbau der Infrastruktur und bei der Netzplanung jene Gebiete in den Mittelpunkt zu stellen, in denen der Bedarf besonders sicher und hoch ist. Für Speditionen und Industrie bedeutet das: Der Business Case für Elektro-Lkw steht nicht allein auf der Fahrzeugrechnung; er hängt ebenso an Netzbetreiber-Fahrplänen, an der Verfügbarkeit von Umspannwerkskapazitäten und an der Fähigkeit, Ladepläne so zu gestalten, dass die Depots nicht zum Stromlimit werden. Damit rückt Infrastruktur-Fähigkeit als Wettbewerbsfaktor in den Vordergrund: Wer früh die richtigen Standorte absichert, reduziert das Risiko, dass Ladezeiten zu Ausfallzeiten werden.
Bis 2045 ist es zwar noch ein langer Zeitraum, doch gerade die beschriebenen Zeitsprünge – 2035 mit rund 100 Terawattstunden im günstigen Szenario und 2045 mit mehr als 200 Terawattstunden – zeigen, dass Entscheidungen in der Infrastrukturplanung zeitkritisch sind. Unabhängig davon, wie stark sich die politischen Rahmenbedingungen tatsächlich durchsetzen, verschiebt sich das Thema in Richtung Netzintegration: Ladeinfrastruktur muss als Teil der Energieplanung verstanden werden, nicht als nachgelagerte Investition. Für Europas Energiesystem, für Logistikstandorte und für Netzbetreiber entsteht damit ein koordinierter Implementierungsauftrag, der weit über einzelne Ladepunkte hinausgeht.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Fraunhofer-Studie: Strombedarf für Elektro-Lkw in Europa bis 2045 deutlich höher" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Fraunhofer-Studie: Strombedarf für Elektro-Lkw in Europa bis 2045 deutlich höher" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Fraunhofer-Studie: Strombedarf für Elektro-Lkw in Europa bis 2045 deutlich höher« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!