DÜSSELDORF / LONDON (IT BOLTWISE) – Beim K&P Fachsymposium traten sieben Start-ups zum Pitch vor Publikum an. Sieger wurde Ecomates aus München, das Food Waste in Biogas umwandelt. Der Wettbewerb wurde von Meiko moderiert und vom Hygienespezialisten als Sponsor begleitet. Mit weiteren Konzepten zu fermentierten Getränken, Pilz-Alternativen und personalisierten Speisen zeigte sich, wie stark Gastronomie und Betriebscatering Richtung datengetriebene Prozesse rücken.

Auf dem K&P Fachsymposium standen nicht nur Fachvorträge im Mittelpunkt, sondern vor allem eine Bühne für konkrete Produktideen. Sieben Start-ups präsentierten ihre Konzepte vor einem Publikum aus Branchenvertretern und diskutierten direkt, wie sich neue Ansätze in Küchen, Mensen und im Außer-Haus-Verpflegung-Alltag umsetzen lassen. Besonders auffällig war dabei die Gewichtung auf Nachhaltigkeit: Während viele Pitches mit „grüner“ Positionierung begannen, führte der Siegeransatz von Ecomates deutlich in die operative Ebene hinein.
Den ersten Platz sicherte sich Ecomates aus München. Das Start-up wandelt Food Waste in Biogas um – also nicht nur in „irgendetwas verwertbares“, sondern in einen verwertbaren Energieträger, der in bestehenden Betriebsabläufen andocken kann. Entscheidend ist dabei die Frage, wie aus Abfallströmen planbare Ressourcen werden: Food Waste entsteht täglich, jedoch nicht in identischer Zusammensetzung. Wer diese Schwankungen technologisch beherrscht, kann Biogasprozesse stabil betreiben und damit zugleich die Entsorgungslogik neu ordnen. In der Publikumsgunst setzte sich dieser Gedanke durch, was auch die Preisübergabe im Rahmen des Symposiums widerspiegelt.
Dass der Pitch nicht nur auf Endprodukte, sondern auch auf Prozesse und Systeme zielt, zeigte sich an den weiteren Teilnehmenden. Mush Roots versuchte das Publikum von Alternativ-Produkten aus Pilzen zu überzeugen – ein Ansatz, der vor allem bei Akzeptanz, Sensorik und Produktionsskalierung entscheidend ist. Odacova brachte derweil eine App ins Spiel, die personalisierte Gerichte in der Betriebsgastronomie unterstützen soll. Gerade in Kantinen und Mensen mit hoher Taktung ist Personalisierung mehr als ein „Nice to have“: Sie muss sich in Bestellwege, Produktionsplanung und Ausgabezeiten einfügen, ohne den Durchsatz zu bremsen.
Auch Re: Drink setzte auf Personalisierung, allerdings mit Blick auf Getränke „auf Knopfdruck“. Dazu passte das Konzept von The Oater: frisch fermentierte Hafermilch, vorgestellt von Geschäftsführerin Lisa Nesti. Ergänzend startete Oh la laqua mit einem Getränke-Konzentrat, das ohne Zucker und Kalorien für frische Drinks am Arbeitsplatz sorgen soll. In Summe machte das die Richtung sichtbar: Vom Food-Waste-to-Energy-Case über fermentierte Basisprodukte bis hin zu personalisierten Portionen geht es darum, Zubereitung vor Ort effizienter, wiederholbarer und konfigurierbarer zu machen.
Parallel zur Startup-Bühne lief auch ein Foren-Programm mit weiteren Zukunftsthemen. PAN International stellte Brew-Bites vor, und Christof Feith, Leiter der Hochschulgastronomie des Studierendenwerks Karlsruhe, präsentierte, wie Robotik auf dem Uni-Campus funktioniert. Für die Praxis ist Robotik hier weniger „Technikshow“, sondern eine Frage der Integration: Wie steuert man Abläufe, wie schützt man Menschen und Systeme im täglichen Betrieb, und wie schafft man wartungsarme Prozesse, die im Hochschulbetrieb mit wechselnden Nutzergruppen funktionieren. Solche Beispiele sind besonders anschlussfähig, weil sie zeigen, dass Automatisierung und KI-gestützte Steuerung nicht zwingend im Rechenzentrum beginnen müssen, sondern in der Logik von Serviceketten ansetzen.
Die Organisation des Startup-Pitches lag in den Händen von K&P Gruppe-Prokurist Max Thyson, der die Runde moderierte. Als Event-Partner war Meiko „on stage“ vertreten, unter anderem durch Projektingenieurin Eva Gelhausen. Meiko fungierte außerdem als Sponsor des Pitch-Formats – und damit als ein Bindeglied zwischen technischer Umsetzung (beispielsweise Energie- und Hygienefragen) und der Frage, wie neue Konzepte im Alltag ankommen. Wenn ein Hygienespezialist wie Meiko ein Pitch-Event stützt, geht es in der Regel auch darum, Innovation nicht als isoliertes Produkt zu sehen, sondern als Bestandteil eines Betriebs, der Sauberkeit, Prozesse und Verlässlichkeit zusammenbringen muss.
Aus Unternehmenssicht lässt sich aus der Veranstaltung vor allem eine Erkenntnis ableiten: Gewinner sind häufig diejenigen Start-ups, deren Nutzen sich im Betrieb messbar „übersetzen“ lässt. Ecomates verbindet Nachhaltigkeit mit einem klaren verwertbaren Output – Biogas. Die anderen Konzepte arbeiten dagegen an der Schnittstelle zwischen Angebot und Personalisierung, etwa über Apps und Getränke-/Produktlogik. Gerade hier wird KI relevant, auch wenn sie nicht immer als „KI“ im Pitch benannt wird: Personalisierung erfordert Datenflüsse, Mustererkennung bei Bestellungen und regelbasierte Entscheidungen bei Ausgabe und Produktion. Damit zeigt das Fachsymposium nicht nur Produkte, sondern auch, wie sich Betriebsgastronomie Schritt für Schritt von rein manuellen Abläufen hin zu softwareunterstützten Workflows bewegt.
Für die kommenden Schritte lohnt sich nun der Blick darauf, wie sich die vorgestellten Ansätze in Pilotbetrieben bewähren. Bei Biogas aus Food Waste entscheidet neben der Technik vor allem die Logistik: Wie zuverlässig werden die Rohstoffströme gesammelt, wie wird Vorbehandlung organisiert, und welche Schnittstellen gibt es zur bestehenden Entsorgung? Bei personalisierten Speisen und Getränken steht dagegen die Bedienbarkeit im Vordergrund: Wie schnell läuft der Bestell- und Ausgabeprozess, wie werden Sonderwünsche gehandhabt und wie bleibt die Qualität über viele Schichten stabil? Dass das Publikum Ecomates ausgewählt hat, setzt ein Signal: Nachhaltige Energiegewinnung kann im Wettbewerb um Aufmerksamkeit bestehen – wenn sie zugleich praxisnah in den Betriebsalltag passt.
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