WILDAU / LONDON (IT BOLTWISE) – Die FUSION 2026 zeigt in Wildau, wie aus Forschung marktfähige Produkte werden sollen. Im Fokus stehen nicht neue Förderprogramme, sondern bessere Ketten zwischen Hochschulen, Startups, Investoren und dem Mittelstand. Brandenburg kündigt dafür Infrastrukturmittel und einen Future-Tech-Fonds an. Gleichzeitig starten mit BIN neue Formate für Business Angels, während Deep-Tech-Beratungen das „Valley of Death“ vor allem wegen IP-Transfer und fehlenden Erstkunden bremsen.

Die FUSION 2026 in Wildau läuft wie ein Gegenentwurf zu „mehr Programmen, bitte“-Reflexen. Schon das Leitmotiv „Connecting the Dots of Science, Innovation and Entrepreneurship“ macht deutlich, worum es in der Praxis geht: Viele Bausteine existieren bereits. Hochschulen liefern Forschungsergebnisse, Gründerteams bauen Prototypen, Investoren suchen Beteiligungen, Förderbanken stellen Kapital bereit, und etablierte Unternehmen brauchen Innovationen. Die Lücke liegt laut den Beiträgen der Veranstaltung in der Verbindung dieser Einzelpunkte zu durchgängigen Wegen vom Labor in den Markt.
Wildau ist dafür mehr als Kulisse. Der Ort verweist auf die wiederholten Transformationsphasen seit dem Lokomotivbau im späten 19. Jahrhundert und zeigt, wie sich Kompetenzen über Jahrzehnte neu zusammensetzen lassen. Nach dem Bruch infolge der Wiedervereinigung folgte 1991 mit der Technischen Hochschule Wildau eine erste Neuausrichtung, 1994 kam das Technologie- und Gründerzentrum hinzu. Heute bilden laut den Veranstaltungsbeiträgen unter anderem Hochschule, TGZ, ein Zentrum für Luft und Raumfahrt, Fraunhofer sowie Reaktor Wildau ein Innovationsökosystem, das von Deep Tech über KI bis zu Mobilität und Energie reicht. Gleichzeitig wurde aber betont, dass allein die Aufzählung von Institutionen nicht reicht; entscheidend sei das Zusammenspiel der Menschen und die Überwindung administrativer Grenzen, etwa zwischen Berlin und Brandenburg, wenn Innovation im Alltag stattfinden soll.
Aus Brandenburgs Perspektive rückt damit weniger die Frage „ob“ finanziert wird, sondern „wie schnell“ und „mit welcher Planbarkeit“. Im Wirtschaftsministerium wird der Startup-Bezug explizit als Bestandteil der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung eingeordnet: In den genannten Bereichen KI, Energie, Mobilität und Gesundheit sollen über 17 Millionen Euro bis 2028 in Infrastruktur für technologieorientierte Gründungen sowie in geförderte Startup-Zentren fließen. Zusätzlich wird der Future Tech Fonds Brandenburg als Instrument für Aufbau und Skalierung adressiert. Dennoch benennen die Beiträge auch Bremsen wie Bearbeitungszeiten, Bürokratie und langwierige Netzanschlüsse, die Investitionen verzögern können. Als konkretes Ziel wird dabei eine Halbierung der Bearbeitungszeiten bei der JTF-Unternehmensförderung genannt. Die übergeordnete Botschaft bleibt jedoch auf der Beziehungsebene: Innovation lasse sich nicht verordnen, sie entstehe durch Begegnung.
Dass die Begegnung zwischen Kapital und Konzept trotzdem nicht automatisch funktioniert, machte ein Entrepreneurship-Pionier in der Keynote deutlich. Sein Credo „Kopf schlägt Kapital“ zielte darauf, dass ein belastbares unternehmerisches Konzept und geprüfte Hypothesen den Finanzierungstakt bestimmen sollten. Dazu gehört, früh mit realen Kunden in Kontakt zu treten und Businesspläne nicht mit Wunschbildern zu verwechseln, sondern als Bündel testbarer Annahmen zu verstehen. Diese Sicht deckt sich in einem Punkt mit dem anschließenden Investor-Blick: Auch dort wurde betont, dass „Smart Money“ mehr sein muss als nur Geld – also Business Development, Erfahrung und Netzwerke. Gleichzeitig entstand ein Spannungsbogen, der sich eher wie eine Arbeitsformel liest als wie ein Widerspruch: Kapital ist notwendig, aber weder ein schwaches Konzept noch ein ungeeignetes Team lassen sich allein durch Finanzierung überdecken. Genau hier werden auch die typischen Engstellen in technologieorientierten Märkten sichtbar, weil etwa Deep-Tech-Felder lange Entwicklungszyklen brauchen und Skalierung häufig deutlich mehr Kapital erfordert, als frühe private Märkte ohnehin liefern.
Im Deep-Tech-Panel wurde das „Valley of Death“ dann sehr konkret beschrieben – nicht nur als Finanzlücke, sondern als ganze Kette aus Hürden. Genannt wurden etwa IP-Transfer, Kundenakquise, regulatorische Anforderungen und lange Entwicklungszyklen. Kritisiert wurde zudem eine durchschnittliche Verhandlungsdauer von mehr als 18 Monaten beim Transfer geistigen Eigentums, weil sie Entwicklungspfade und Markteintrittsfenster verschiebt. Die Diskussion brachte deshalb wiederkehrend einen Begriff in die Mitte: Venture Clienting. Die Idee dahinter: Nicht nur staatliches Fördergeld soll helfen, sondern der Staat könnte häufiger als Erstkunde auftreten und damit Referenzen sowie Marktzugang liefern. Eine parallele Diskussion in einem Energiewende-Panel verstärkte das Muster. Technische Machbarkeit galt weniger als Engpass; problematisch seien vor allem Projekte mit langen Vorlaufzeiten, wenn sich während der Entwicklung regulatorische oder wirtschaftliche Rahmenbedingungen ändern. Auch dort wurden Vorlaufzeiten von teilweise zwölf bis 18 Monaten genannt, und Venture Clienting erneut als Hebel dafür aufgegriffen, aus Finanzierung auch echte Marktsignale zu machen.
Diese Konsequenz wurde später praktisch gespiegelt: Mit dem Brandenburg Investors Network (BIN) entsteht ein Netzwerkformat, das Startups und Ökosystempartner mit aktiven und zukünftigen Business Angels zusammenbringen will. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Menschen, die erstmals in Startups investieren möchten und in ihren ersten Deals Unterstützung benötigen – also auf dem Übergang von Interesse zu wirksamem Investmenthandeln. Langfristig wird eine Community von rund 150 aktiven Investorinnen und Investoren angestrebt, die Wissenschaft, öffentliches Kapital und privates Unternehmertum bewusst verbinden soll. Parallel lief ein Pitch-Tag mit insgesamt 18 Startups über zwei Bühnen: Beim Reaktor Pitch standen sechs Unternehmen mit Projekten von digitaler therapeutischer Unterstützung über KI in der Personalvermittlung bis zu Solar-Hybrid-Systemen und Kreislaufansätzen für gebrauchtes Spielzeug im Fokus. Die STAR*PARADE zeigte danach die thematische Breite weiter, von KI-gestütztem Marketing über Anwendungen in Gesundheit und Bildung bis hin zu industriellen Deep-Tech-Use-Cases. Gerade diese Vielfalt machte sichtbar, worüber zuvor abstrakter gesprochen worden war: Innovation ist oft bereits vorhanden – entscheidend ist, wie daraus skalierbare Unternehmen werden.
Der letzte Programmpunkt weitete den Blick vom Produkt zum Unternehmen als Ganzes aus. Beim Treffen der Generationen traf die Startup-Szene auf den etablierten Mittelstand, um die Frage zu diskutieren, was passiert, wenn familieninterne Nachfolge nicht mehr selbstverständlich ist. Dr. Alexandra Treutler machte dabei deutlich, dass Nachfolge nicht erst mit der Suche nach einem Käufer beginnt, sondern mit dem „Nachfolge-fähig werden“: Verantwortung verteilen, Führungskräfte entwickeln und Strukturen schaffen, die nicht dauerhaft von einer einzelnen Person abhängen. Ein solcher Prozess kann drei bis fünf Jahre dauern. Diskutiert wurden außerdem neue Modelle wie Rollups, bei denen mehrere Unternehmen einer Branche unter einem gemeinsamen Dach weiterentwickelt werden, sowie die psychologische Dimension von Übernahmen. Damit wurde die Startup-Welt greifbar: Der Mittelstand bringt Kunden, Marktkenntnis, Fachkräfte, Erfahrung und bestehende Strukturen mit; Startups und eine neue Unternehmergeneration bringen Technologie, digitale Geschäftsmodelle und andere Herangehensweisen ein. Am Ende blieb von der FUSION 2026 vor allem die Erkenntnis, dass es weniger um einzelne Durchbrüche geht, sondern um funktionierende Ketten – von der Forschung zum Startup, vom Startup zum ersten Kunden, vom ersten Kunden zum skalierbaren Geschäftsmodell und schließlich vom geförderten Wachstum hin zum dauerhaft etablierten Mittelstand. Für die Fortsetzung wurde bereits der Termin der nächsten FUSION genannt: 16. September 2027.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "FUSION 2026 in Wildau: Forschung, Kapital und Kundenzugang verbinden" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "FUSION 2026 in Wildau: Forschung, Kapital und Kundenzugang verbinden" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »FUSION 2026 in Wildau: Forschung, Kapital und Kundenzugang verbinden« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!