LONDON (IT BOLTWISE) – Ein Benchmark-Test zur chinesischen Grafikkarte Lisuan LX 7G100 fällt deutlich ernüchternd aus. In 14 Spielen bei 1080p erreicht die Karte nur 11,1 Indexpunkte und liegt damit bei etwa einem Drittel der Leistung einer GeForce RTX 5060. Zudem häufen sich Abstürze, Fehler und eingeschränkte Titelkompatibilität, während Raytracing-Spiele ohne passende Hardware nicht zuverlässig laufen. Auch der Stromverbrauch fällt im Vergleich zur Konkurrenz deutlich höher aus.

Die Diskussion um die Lisuan LX 7G100 dreht sich derzeit weniger um einzelne Top-Titel, sondern um das Gesamtbild aus Indexwerten, Stabilität und Plattform-Fit. Laut dem vorliegenden Benchmark-Report wurde die Karte in 14 Spielen bei 1080p getestet und kam dabei auf 11,1 Indexpunkte. Das entspricht in etwa einem Drittel der Leistung einer NVIDIA GeForce RTX 5060, die im selben Test auf 33 Punkte kommt. Selbst im Vergleich mit älteren Midrange-Karten wirkt die LX 7G100 nicht wie ein echter Sprung, sondern eher wie eine verspätete Aktualisierung: Die Radeon RX 580 liegt nur rund 5 Prozent vor der neuen Karte. Für Käufer ist das deshalb relevant, weil sich die Erwartung an eine „neue“ GPU oft an dem orientiert, was in der Praxis als spürbare Bildrate-Steigerung ankommt – und nicht an theoretischen Rechenwerten.
Technisch betrachtet wirkt der Abstand zu etablierten Optionen weniger wie ein reines „TFLOPS“-Thema, sondern eher wie ein Zusammenspiel aus Treiberreife, Compiler- und Shader-Optimierung sowie der Umsetzung der Grafik-Pipeline. Im Bericht werden im gleichen Index-Setup unter anderem Referenzen genannt: Eine RTX 2060 erreicht 17,2 Punkte, also rund 55 Prozent mehr als die LX 7G100. Bei der Radeon RX 6600 liegt der Vorsprung sogar bei etwa 80 Prozent. Auch die Einzelergebnisse zeigen, wie stark die Performance je nach Engine schwankt. In Cyberpunk 2077 liegen 38,2 FPS für die LX 7G100 an, während die RTX 5060 bei 108,3 FPS landet. In Hogwarts Legacy steht es 34,7 zu 85,6 FPS, und in The Last of Us Part II fällt die Karte auf 16,3 FPS gegenüber 73,3 FPS der NVIDIA-Variante. Genau diese Spanne ist für Entscheider wichtig: Sie legt nahe, dass die GPU-Leistung nicht überall gleich „hochgezogen“ wird, sondern dass der Flaschenhals in bestimmten Workloads stärker greift.
Ein zweiter Strang im Test ist die Alltagstauglichkeit unter Last. Der Bericht beschreibt, dass nicht alle Spiele überhaupt stabil bis ins Benchmarking liefen: Battlefield 6 konnte wegen Abstürzen gar nicht erst sauber gemessen werden; in Forza Motorsport, Spider-Man 2 und Call of Duty traten Fehler oder Einschränkungen auf. Außerdem wird herausgestellt, dass Titel mit zwingendem Hardware-Raytracing nicht korrekt laufen. Die Erklärung im Bericht ist plausibel formuliert: Die LX 7G100 verfüge über keine dedizierte Raytracing- oder Matrix-Hardware. Damit ist die Karte bei moderner Grafikprogrammierung stärker von Software-Fallbacks abhängig – und diese erreichen häufig nicht die gewünschte Bildrate oder Stabilität. Insgesamt liefen von 20 getesteten Spielen nur 14 im Haupttest, darunter zwei mit Bildfehlern oder Instabilität. Das macht den Kaufaugenblick zu einem Risiko für Nutzer, die „Kauf und sofort problemloses Spielen“ erwarten, statt die GPU als Testobjekt für Treiberfortschritte einzuplanen.
Auf dem Datenblatt versucht Lisuan die Karte über harte Zahlen zu begründen: 24,6 TFLOPS FP32, 12 GB GDDR6, ein 192-Bit-Speicherinterface mit 432 GB/s Bandbreite und eine Fertigung im TSMC-N6-Verfahren. Laut Schätzung der Tester kommt die Architektur auf 3.072 FP32-ALUs mit Dual-Issue-Fähigkeit; ohne diese Option würde die reale Rechenleistung bei etwa 12,3 TFLOPS liegen. Beim Stromverbrauch zeigt sich dann ein weiterer Bruch zwischen Theorie und Praxis: Im Bericht werden 59 Watt im Leerlauf sowie 110 bis 199 Watt beim Spielen genannt, in 3DMark sogar bis zu 215 Watt. Zum Vergleich werden für eine RTX 2060 nur 10 Watt im Leerlauf und für eine RX 6600 sogar 6 Watt angeführt. In Summe klingt das weniger nach effizienter „Performance pro Watt“-GPU und mehr nach einer Karte, deren Leistung im Alltag stärker durch Lastcharakteristik und Treiberverhalten geprägt wird. Interessant ist allerdings der Vergleich mit einer weiteren chinesischen GPU, der Moore Threads MTT S80: Dort werden im Bericht 108 Watt Leerlauf und bis zu 232 Watt beim Spielen verzeichnet, während die LX 7G100 mehr Spiele erfolgreich startet und dabei im Schnitt weniger Energie zieht.
Für den Markt ist die Preisgestaltung der zentrale Hebel, weil sie die Frage nach „Preis-Leistung“ neu ordnet. Der Bericht beziffert eine Founder Edition inklusive Zoll auf etwa 500 Euro, während die reguläre Karte rund 350 Euro kosten soll. Genau diese Spannbreite entscheidet, ob die LX 7G100 als preisorientierte Alternative wahrgenommen wird oder ob sich der Käufer nach nur wenigen Benchmarks wieder umorientiert. Bemerkenswert ist zudem, dass ein anderer Test aus China – mit einer anderen Plattform-Konfiguration und ohne spezielle Treiberoptimierung – im Schnitt näher an eine RTX 3060 (12 GB) heranrückt: Dort soll die 7G100 in 18 Spielen bei 1080p rund zwei Drittel der Leistung erreichen, und im 3DMark Steel Nomad werden 2040 Punkte gegenüber 1994 Punkten der RTX 3060 genannt. Das unterstreicht den Kern des Problems: Treiberstand und Plattform-Setup können das Ergebnis spürbar verschieben, gleichzeitig aber bleibt für Käufer entscheidend, dass Stabilität und Raytracing-Fähigkeiten im Alltag die Nutzung begrenzen können.
In den letzten Monaten hatte Lisuan nach Berichtslage mehrere WHQL-zertifizierte Treiberupdates veröffentlicht, die die Kompatibilität mit Titeln wie Cyberpunk 2077, Assassin’s Creed Shadows und Battlefield 6 verbessern sollten. Der Effekt auf die gemessene Spieleleistung wird jedoch als begrenzt beschrieben; weitere Fortschritte gelten als ungewiss. Für Unternehmen und ambitionierte Gamer heißt das: Wer die LX 7G100 evaluieren will, sollte die Karte als dynamisches System betrachten, bei dem Treiberupdates nicht nur Benchmarks, sondern auch Stabilität und Engine-Kompatibilität beeinflussen können. Der Bericht nennt als möglichen Grund außerdem Einschränkungen bei Compiler- und Shader-Optimierungen sowie beim DirectX-12-Treiber; eine gezielte Treiberoptimierung könnte demnach mittelfristig Potenzial erschließen. Bis dahin bleibt die nüchterne Kernaussage: Die „Papierleistung“ ist bei dieser Generation kein zuverlässiger Indikator, während die reale Leistung, die Bildqualität in Engine-spezifischen Workloads und der Strombedarf zusammen darüber entscheiden, ob die Karte zum eigenen Use Case passt.
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