LONDON (IT BOLTWISE) – Firefox 157 führt das neue „Project Nova“-Design ein und überarbeitet Tabs, Symbolleisten, Seitenleiste und Menüs spürbar. Der Compact Mode ist wieder offiziell verfügbar und reduziert Abstände in der Benutzeroberfläche, damit mehr Platz für Webseiten bleibt. Technisch hebt Mozilla zudem AV1-Videoanrufe in WebRTC auf Hardware-Decoding an, was CPU-Last und Energieverbrauch reduzieren kann. Dazu kommen Anpassungen bei HDR-Wiedergabe und bei der Synchronisation von Bild und Ton.

Firefox 157 macht deutlich, dass Mozilla beim Browser-UI nicht nur „kosmetisch“ nachlegt. Mit dem unter „Project Nova“ laufenden Design-Umbruch rückt das größte visuelle Update seit Jahren in den Vordergrund: Tabs wirken weicher und runder, aktive Elemente werden stärker über einen dezenten Farbverlauf hervorgehoben, und auch die gesamte Navigation findet sich in einer konsistenteren Optik wieder. Wichtig ist dabei die Kombination aus neuer Gestaltung und beibehaltener Orientierung: Die Bedienelemente bleiben weitgehend an vertrauten Stellen, aber Formen, Abstände und Symbole passen sich einer einheitlicheren Linie an. Für viele Nutzer bedeutet das weniger Umgewöhnung als bei radikal neuen Layouts – allerdings spürbar genug, um sofort sichtbar zu sein.
Die auffälligsten Änderungen betreffen die Oberfläche rund um die Arbeitsfläche: Adressleiste, Menüs, Seitenleiste, Suchfelder sowie Einblendungen bekommen das Nova-Design. Mozilla hat dabei Icons und Abstände überarbeitet und zusätzlich integrierte Themes ergänzt, die jeweils eine helle und eine dunkle Variante bereitstellen. Auffällig ist auch die Farbgebung, die sich stärker am Firefox-Branding orientiert und laut Beschreibung unter anderem warme Farbtöne sowie dunklere Violettnuancen einzieht. Auf der Seitenleisten-Ebene geht Mozilla noch einen Schritt weiter: Dort lässt sich unter anderem mit vertikalen Tabs arbeiten, und Funktionen wie Tab-Gruppen sowie Split View sollen mit dem neuen Design leichter erreichbar wirken.
Neben dem Look setzt Firefox 157 aber auch an konkreten Workflow-Stellen an, die im Alltag häufig nerven. Ein Beispiel ist die Tab-Taste: Sie springt in Adress- und Suchleiste direkt ins Texteingabefeld, statt zunächst auf den Suchmaschinen-Button zu wechseln. Dialogfenster von Webseiten, etwa für „alert“, „confirm“ oder „prompt“, sowie Datums- und Farbauswahl sollen sich außerdem jetzt dynamisch an den Hell- oder Dunkelmodus der jeweiligen Seite anpassen. Auf der neuen Tab-Seite bleibt zudem das Plus-Zeichen zum Hinzufügen einer Verknüpfung dauerhaft sichtbar und nicht erst beim Darüberfahren mit der Maus. Parallel dazu wurde das Symbol für „Alle Tabs auflisten“ überarbeitet – ein Detail, das vor allem dann auffällt, wenn viele Tabs parallel genutzt werden.
Auch beim Sicherheitsverhalten greift Firefox 157 spürbar ein. Aktiv warnt der Browser nun, wenn das Aufzeichnen von TLS-Verschlüsselungsschlüsseln eingeschaltet ist, weil andere Programme damit verschlüsselten Webverkehr auslesen könnten. Das ist technisch betrachtet kein „neues“ Prinzip, aber eine deutlichere Nutzerführung: TLS-Schlüssel, die für Debugging- oder Monitoring-Zwecke genutzt werden, können die Vertraulichkeit unter bestimmten Umständen untergraben, und Mozilla macht diese Gefahr durch eine Warnung sichtbar. In der Praxis richtet sich das vor allem an Nutzer in Umgebungen mit Tools, die Verkehr analysieren – etwa bei bestimmten Test-Setups oder Firmen-Workflows – sowie an alle, die aus Versehen entsprechende Optionen aktiviert haben könnten.
Besonders relevant für Vielnutzer ist außerdem die Rückkehr des Compact Mode. Firefox 157 macht diesen Modus wieder offiziell verfügbar: Er reduziert Abstände in Symbolleiste, Tabs und Menüs. Das Ergebnis ist mehr nutzbarer Platz für die eigentliche Webseite, was gerade auf kleineren Notebook-Displays oder bei mehreren nebeneinander geöffneten Fenstern einen Unterschied spürbar werden lässt. Der Einstieg ist klar beschrieben: Unter „Einstellungen > Erscheinungsbild > Fensterdichte“ lässt sich „Kompakt“ auswählen, ohne dass Nutzer vorher versteckte Firefox-Einstellungen um Umwege bemühen müssen. Damit verschiebt Mozilla die Funktion von „tippbarer Geheimnis-Status“ zurück in eine regulär erreichbare Option – ein Signal, dass die Community-Nachfrage offenbar angekommen ist.
Unter der Haube legt Firefox 157 dann einen Schwerpunkt auf Videoqualität und Effizienz bei WebRTC-Calls. Bei WebRTC-Videoanrufen können AV1-Videos auf unterstützten Geräten nun per Hardware dekodiert werden. Bisher erfolgte die AV1-Dekodierung in solchen Anrufen offenbar über die Software-Variante per Prozessor. Auf kompatibler Hardware kann das die CPU entlasten und damit auch den Energieverbrauch senken – besonders wichtig für Laptops, wo jeder zusätzliche Rechenzyklus den Akkubetrieb spürbar beeinflussen kann. Zusätzlich bessert Mozilla bei der Videowiedergabe nach: Bestimmte HDR-Videos, die unter Windows bislang blass oder grau erscheinen konnten, sollen nun korrekter dargestellt werden. Auch die Synchronisation von Bild und Ton wird verbessert, wenn während der Wiedergabe mehrfach die Abspielgeschwindigkeit geändert wird – ein typischer Randfall, der in Konferenz- oder Schulungs-Workflows schnell auffällt.
Für die Verteilung nennt Mozilla den üblichen Weg: Firefox 157 ist ab sofort für Windows, macOS und Linux verfügbar, bestehende Installationen erhalten das Update über die integrierte Update-Funktion, wobei die Verteilung schrittweise erfolgen kann. Wer unter Windows prüfen will, ob das Update bereits verfügbar ist, findet die Kontrolle im Firefox-Menü unter „Hilfe und Feedback > Über Firefox“. Für eine Neuinstallation wird außerdem „Firefox 157.0 Final“ genannt, das auch als Download bereitsteht. Unterm Strich verbindet Firefox 157 damit drei Themen, die in Unternehmensumgebungen meist gleichzeitig zählen: ein konsistenteres UI für weniger Reibung im Alltag, wieder eine klar platzierte Einstellungsoption für kompakteres Arbeiten und technische Verbesserungen, die sowohl Leistung (AV1-Hardware-Decoding) als auch Wiedergabequalität (HDR und Audio-Video-Sync) betreffen.
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