LONDON (IT BOLTWISE) – Die PR-Agentur SolComms hat im August einen ungewöhnlichen Arbeitsversuch gestartet: vier Tage Büro bleiben, doch für einen ganzen Monat durften Mitarbeitende von überall aus arbeiten. Geschäftsführer Bruno Solari verbindet das mit einem klaren Regelwerk zu Arbeitszeiten, Meeting-Routinen und Datenschutz im öffentlichen Raum. Laut internen Umfragen stiegen Produktivität und Work-Life-Balance deutlich, zugleich meldet das Unternehmen einen moderaten Umsatzanstieg. Der Versuch fällt in eine Zeit, in der mehrere große Arbeitgeber Remote-Möglichkeiten wieder stärker einschränken.

Eine PR-Agentur aus New York City macht derzeit etwas, das in vielen Unternehmen schon wieder als Ausnahme gilt: SolComms ließ seine Mitarbeitenden im August für einen ganzen Monat komplett remote arbeiten – obwohl die Firma normalerweise eine Präsenzanforderung von vier Tagen pro Woche hat. Initiator ist Bruno Solari, Gründer und CEO des 2023 gegründeten Unternehmens, der den „Work from Anywhere August“ selbst mit einer Spanienreise kombiniert hat. In der Berichtslogik steckt dabei weniger Lifestyle als ein Arbeitsmodell mit konkreter Begründung: „I was in Spain the entire month of August, and I would have felt like a hypocrite if I was going to be there and making my team be in-office, “ so Solari im Originalbericht. Genau daraus leitet er die Entscheidung ab, Flexibilität nicht nur als Versprechen, sondern als temporäres Programm für die ganze Agentur umzusetzen.
Technisch und organisatorisch ist Remote-Arbeit allerdings nicht „einfach aus dem Kalender streichen“. SolComms hat den Monat deshalb als Testlauf mit best practices gestaltet, die die Lücken adressieren, die sonst häufig entstehen: Taktung, Sichtbarkeit von Fortschritt und verlässliche Abstimmung. Solari und das Führungsteam arbeiteten dafür nach eigenen Angaben zunächst seit Januar an dem Konzept, informierten die Mitarbeitenden im Februar und bauten dann über weitere sechs Monate konkrete Regeln für Remote-Erfolg. Dazu zählen feste Arbeitsfenster (9:00 bis 17:30 Uhr EST), klare Erwartungen an Meeting-Disziplin wie Kameranutzung, ein Kommunikationsrahmen über Slack-Statusmeldungen sowie die Vorgabe, sich bei Terminen so zu kleiden, als ginge man ins Büro. Ergänzend wird inhaltlich auf Risiken in öffentlichen Umgebungen reagiert: Keine sensiblen Calls oder Bildschirme in Cafés und ähnlichen Settings. Für Unternehmen, die Remote nur punktuell kennen, ist gerade diese „Betriebsanleitung“ relevant, weil sie die üblichen Reibungsverluste reduziert, etwa wenn Abstimmungen sonst zwischen Zeitzonen und unklaren Verfügbarkeiten zerschellen.
Der inhaltliche Kern des Experiments ist jedoch das Messbare: SolComms will nicht nur fühlen, sondern belegen, ob der Monat funktioniert hat. Laut den im Bericht erwähnten Unterlagen antworteten 21 Mitarbeitende auf eine Umfrage nach dem ersten Remote-August. 76% gaben an, produktiver gewesen zu sein, 90% berichteten eine stabile Work-Life-Balance, und 100% wollten, dass „Work from Anywhere August“ auch im nächsten Jahr wiederkommt. Für viele Unternehmen klingt das nach einem klassischen Bindungsargument; bei SolComms ergänzt es aber ein operatives Signal. Mehrere Teilnehmende sagten, dass ihnen vor allem die reduzierte Zeit für Pendeln geholfen habe. Gleichzeitig gab es auch Gegenstimmen: Einige empfanden die durchgehend verfügbare digitale Präsenz als „inneren Druck“, am Computer bleiben zu müssen, und fanden es schwieriger, einfach aufzustehen. Solari ordnet das als typisches Remote-Problem ein: Er beschreibt eine „internal pressure to be available“ und stellt dem einen Zielkonflikt gegenüber, der in der Praxis oft unterschätzt wird: „You don’t need to be chained to a desk to prove that you’re doing a good job, and ultimately, it’s not always the person who’s the first to respond who’s the power player in producing results.“ Für Führungskräfte heißt das: Produktivität entsteht nicht dadurch, dass jede Nachricht sofort beantwortet wird, sondern durch klare Zuständigkeiten, verabredete Kommunikationsrhythmen und geschützte Zeitblöcke.
Damit ist das Modell auch im Marktumfeld ein interessanter Kontrast. Der Bericht verortet den Schritt in einer Phase, in der Arbeitgeber in vielen Fällen wieder stärker zurückrudern. Genannt werden etwa Pläne bei Uber, den Remote-Anteil und die Büroregeln zu straffen, sowie Aussagen im Umfeld von Disney, mehr Mitarbeitende vier Tage pro Woche im Büro sehen zu wollen. Solche Bewegungen passen zu einer breiter beobachteten „Return-to-Office“-Tendenz, die sich in Datensätzen zu Office-Anforderungen widerspiegelt: In der Quelle wird für Fortune-500-Unternehmen ein Anstieg von fünf Bürotagen von 13% (Mitte 2024) auf 24% (Mitte 2025) genannt, ermittelt über Flex-Index-Daten innerhalb einer Beratungsstruktur. Genau deshalb wirkt SolComms’ Ansatz wie ein Gegenentwurf: nicht pauschal „Remote ist besser“, sondern ein kontrolliertes „Remote kann funktionieren, wenn Prozesse stimmen“. Und weil SolComms als PR-Agentur arbeitet, spielt außerdem die Kundenkommunikation eine Rolle: Die Agentur betreut laut Bericht Mandate aus Gesundheitswesen, Tech und Künstlicher Intelligenz (KI) sowie aus dem Konsumgüterumfeld. Bei wechselnden Themen und häufigen Reaktionsfenstern ist die Frage, wie verlässlich Abstimmung und Content-Produktion über Distanz laufen, ein echter Stresstest.
Auch die betriebswirtschaftliche Seite wird im Artikel konkretisiert. SolComms beschreibt neben den Umfrageergebnissen einen moderaten Umsatzanstieg: Der Umsatz stieg um 4% von Juli auf August und danach um 12% von August auf September. Das sind keine zweistelligen Zahlen, die jeden CFO begeistern würden, aber sie sind im Kontext eines Arbeitszeitmodells ohne zusätzliche Büroflächen ein starkes Indiz dafür, dass der Versuch zumindest operativ keinen Dämpfer erzeugt hat. Interessant ist dabei die Zeitschiene: Der „Work from Anywhere August“ ist nicht als dauerhafte Abschaffung des Hybridmodells gedacht, sondern als zeitlich begrenzter Mechanismus, der Lernen ermöglicht. Solari spricht deshalb auch über interne Steuerungslogik: Wenn Erreichbarkeit als Leistungsmaßstab dominiert, entstehen Nebenwirkungen, die am Ende sogar Produktivität kosten können. Für die Praxis in IT- und datenintensiven Abteilungen lässt sich daraus eine übertragbare Leitlinie ableiten: Remote-Programme funktionieren besser, wenn sie auf Ergebnismetriken und Planbarkeit statt auf „Response Speed“ ausgerichtet sind. In der Quelle wird zudem genannt, wie SolComms die Remote-Umsetzung an der Realität von Standorten ausrichtete – Mitarbeitende arbeiteten von unterschiedlichen Orten in den USA und Europa, unter anderem in Spanien, Italien, Deutschland, Portugal sowie in mehreren US-Bundesstaaten.
Für die Branche und die Unternehmensführung ergibt sich daraus vor allem eine Frage nach dem richtigen Grad an Freiheit. SolComms hat mit 100% Remote für einen Monat bewusst einen Rahmen gewählt, der groß genug ist, um echte Risiken zu zeigen, aber begrenzt genug, um steuerbar zu bleiben. Historisch betrachtet ist das relevant, weil Remote-Arbeit in den letzten Jahren immer wieder zwischen zwei Extremen pendelte: vollständige Präsenzkultur mit starker Sichtkontrolle versus „Asynchronous-first“-Modelle ohne klare Betriebsregeln. SolComms setzt stattdessen auf kontrollierte Vereinfachung: feste Arbeitszeiten, Regeln für Videoberührung im Meeting und klare Hinweise zum Verhalten in öffentlichen Räumen. Das verringert nicht nur organisatorische Reibung, sondern macht Remote-Arbeit auch für Kunden verlässlicher, etwa wenn PR-Termine oder Abstimmungen in kurzen Fenstern anstehen. In diesem Licht ist „Flexibilität in einem definierten Zeitfenster“ weniger ein Luxus als eine Managementtechnik.
Abgerundet wird der Bericht durch die Planungsentscheidung für die Zukunft: Solari sagt, dass das Programm 2027 erneut stattfinden soll und formuliert im Original, er sei „1,000% doing it again, without a doubt“. Für Unternehmen, die gerade zwischen Rückkehr ins Büro und Remote-Akzeptanz entscheiden müssen, ist das ein lehrreicher Ansatzpunkt: Statt dauerhaft zu polarisieren, kann ein Unternehmen die eigene Datenlage verbessern. Wer ein ähnliches Experiment erwägt, sollte allerdings die Voraussetzung aus dem SolComms-Beispiel ernst nehmen: Remote funktioniert nicht nur durch Abwesenheit im Büro, sondern durch messbare Koordination, klare Kommunikationsnormen und Regeln für die Nutzung digitaler Ressourcen. Gerade in Teams mit KI-bezogenen Projekten, in denen Recherche, Drafts und Freigaben eng getaktet sind, entscheidet die Prozessqualität darüber, ob Flexibilität als Vorteil ankommt oder als „internal pressure to be available“ zurückschlägt.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "SolComms testet 100% Remote im August – mit klaren Produktivitätsdaten" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "SolComms testet 100% Remote im August – mit klaren Produktivitätsdaten" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »SolComms testet 100% Remote im August – mit klaren Produktivitätsdaten« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!