LONDON (IT BOLTWISE) – Mit Fritz OS 8.40 und 8.50 führt AVM eine DNS-Filterfunktion ein, mit der Router Werbe-Domains vor der Auslieferung an den Smart-TV blockieren. Nutzer können damit aufwändige Workarounds wie Pi-Hole im Heimnetz oft umgehen, weil die Fritzbox die Anfragen bereits vor dem Weiterleiten prüft. Technisch wird der Domain Name Service so beeinflusst, dass bestimmte Namensauflösungen für TV-Apps gar nicht erst durchkommen. Wichtig bleibt allerdings, dass die passende Router-Generation unterstützt wird und die Filterliste korrekt aktiv ist.

Fritz OS 8.50: DNS-Filter blockiert Werbung am Smart-TV direkt im Heimnetz
Fritz OS 8.50: DNS-Filter blockiert Werbung am Smart-TV direkt im Heimnetz (Foto: IT BOLTWISE)
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Smart-TVs laden ihre Werbeeinblendungen inzwischen erstaunlich „nahe“ an den Normalbetrieb: Sobald der Homescreen eine bestimmte URL oder Domain anfragt, entscheidet das Gerät anhand der Antwort, welche Banner und Promos es darstellen soll. Genau an diesem Punkt setzt die neue DNS-Filterfunktion von AVM für Fritzbox-Router an. Statt Werbung auf der TV-Softwareebene zu bekämpfen, verschiebt die Fritzbox die Kontrolle direkt in den Datenweg im Heimnetz: Sie prüft vor dem Kontakt mit einem externen DNS-Server, ob eine angefragte Domain weitergeleitet werden darf. Damit wird nicht „der Fernseher“ verändert, sondern der Abruf bestimmter Web-Adressen unterbunden.

Der Mechanismus lässt sich relativ klar auf DNS herunterbrechen. Beim Aufruf einer Web-Adresse wie „google.com“ nutzt ein System den Domain Name Service, also im Kern eine Art Telefonbuch zwischen sprechbaren Namen und IP-Adressen. Der Router fungiert dabei als Gatekeeper: Sobald der Smart-TV eine Domain abfragt, entscheidet die Fritzbox auf Basis einer vorab hinterlegten Liste, welche Domain-Namen gar nicht erst an den externen DNS-Resolver durchgereicht werden. In der Praxis bedeutet das: Kommt die Anfrage zu einer blockierten Domain gar nicht an, erhält der TV keine passenden Antworten für Werbeinhalte und kann entsprechend auch keine Werbeanzeigen ausliefern. Für Nutzer sieht das als Effekt aus, als wäre auf der Oberfläche ein großes Banner verschwunden – ohne dass man auf dem TV selbst Einstellungen für einzelne Werbeformate pflegen müsste.

Damit das im Alltag klappt, müssen allerdings zwei Voraussetzungen zusammenpassen. Erstens: Die Fritzbox-Software muss die DNS-Filterfunktion unterstützen. Laut den Angaben im Ausgangstext sind DNS-Filter standardmäßig ab Fritz OS 8.50 verfügbar, wobei vorläufig zunächst die Fritzbox 7690 im Fokus steht. Zweitens: Die Router-Software muss auf dem Zielgerät aktuell genug sein; der Weg dorthin führt über das Web-Interface in den Bereich „System“ und „Update“. Wer nicht auf 8.50 warten will, kann für bestimmte Modelle zudem eine Laborversion von Fritz OS 8.40 installieren, die im Text ausdrücklich als Option genannt wird. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte jedoch bei Geräten, die bereits zuverlässig mit einer stabilen Version laufen, den regulären Release abwarten, weil Vorabstände naturgemäß eher Risiken durch Inkompatibilitäten oder unerwartetes Verhalten mitbringen können.

Für die konkreten Kompatibilitäten nennt der Text eine Liste unterschiedlicher Fritzbox-Typen. Bei Glasfaser-Modellen wird Fritz OS 8.40 etwa für die Fritzbox 5690 Pro, 5690 XGS, 5690 und 5590 Fiber genannt; bei DSL-Geräten betrifft das unter anderem die 7690, 7630, 7590 AX, 7590 sowie 7530 AX. Kabel-Varianten wie 6690 Cable, 6670 Cable und 6660 Cable werden ebenfalls aufgeführt, ebenso Mobilfunkmodelle wie 6850 5G, 6850 5G v2, 6850 4G und 6850 LTE. Zusätzlich bleibt ein technischer Detailpunkt wichtig: Erst wenn die Filterliste im Fritzbox-Interface nicht nur hinzugefügt, sondern auch mit „Übernehmen“ aktiviert wird, greift die Blockade. Wer das übersieht, schaut am Ende womöglich auf einen Smart-TV, der weiterhin Werbung im Homescreen anzeigt, obwohl die Liste korrekt ausgewählt wurde.

Der Installationsweg für Fritz OS 8.40 als Laborversion ist im Ausgangstext recht konkret beschrieben: Auf der Herstellerseite wird zunächst das eigene Routermodell ausgewählt, dann lädt man das ZIP-Archiv herunter, entpackt es und spielt die entpackte.image-Datei im Web-Interface über „System“ und „Update“ bzw. „Update aus Datei starten“ ein. Vor dem eigentlichen Update empfiehlt der Text ausdrücklich, ein Backup der bestehenden Konfiguration zu speichern, damit bei Problemen eine Rückkehr möglich bleibt. Anschließend dauert der Vorgang laut Beschreibung nur wenige Minuten, unter anderem weil der Router nach dem Update neu startet. Auch die Bedienoberfläche bleibt währenddessen nutzbar; entscheidend ist, danach direkt weiter in Richtung DNS-Filtereinstellungen zu gehen.

Für die Filterlisten selbst verweist der Text auf eine gepflegte Sammlung von DNS-Blocklisten auf GitHub, die unter anderem Listen für RokuOS, FireOS von Amazon und webOS von LG umfasst. In einem beschriebenen Test funktionierte die Roku-Liste „ohne Probleme“, während bei Samsung ein anderer Erfolg berichtet wird – ein Hinweis darauf, dass nicht jede Liste in jeder Umgebung gleich gut greift. Entscheidend ist deshalb, die passende Liste für das konkrete Smart-TV-Ökosystem zu wählen. Praktisch läuft das so: Link zur gewünschten Filterliste kopieren, im Fritzbox-Menü zu „Heimnetzwerk“ und „Netzwerk“ gehen, dann „Erweiterte Netzwerkeinstellungen ändern“, im Bereich „DNS-Filter“ die Filterliste hinzufügen und abschließend aktivieren. Damit die Wirkung sichtbar wird, empfiehlt sich ein Neustart des Smart-TVs, denn erst dann holt das Gerät die DNS-Antworten im neuen Zustand ab.

Der Vergleich zum klassischen Ansatz mit Pi-Hole zeigt, warum diese Router-Funktion für viele Nutzer attraktiv ist. Pi-Hole braucht typischerweise einen ständig laufenden Rechner oder Raspberry Pi sowie Know-how rund um Installation und Konfiguration, oft inklusive Linux- oder Docker-Verständnis. Die Fritzbox-Lösung reduziert diesen Aufwand: Der DNS-Filter läuft dort, wo das Heimnetz ohnehin zentralisiert ist, und bindet sich damit in die Standard-Topologie ein. Für Unternehmen und technisch versierte Haushalte bleibt Pi-Hole zwar weiterhin interessant, wenn man mehrere Geräte granular über ein separates System steuern will; für die Mehrheit ist aber der „weniger Infrastruktur, mehr Effekt“-Charakter entscheidend. Wenn AVM die DNS-Filter-Funktion wie beschrieben Schritt für Schritt auf weitere Router-Typen ausrollt, dürfte das den Wettbewerb um Werbeunterdrückung im Heimnetz spürbar in Richtung integrierter Router-Funktionen verschieben – mit unmittelbaren Konsequenzen für Administration, Betrieb und Fehlersuche.

Hinweis zur Praxis: Wer mit DNS-Filterlisten arbeitet, sollte parallel im Blick behalten, dass Blocklisten aktualisiert werden müssen und manche Herstelleroberflächen Werbelogik wechseln. In der konkreten Umsetzung hilft es, erst mit einer erprobten Liste zu starten und dann anhand des beobachteten Homescreen-Ergebnisses nachzusteuern. So bleibt die Lösung nicht nur theoretisch, sondern wird zu einer wartbaren Komponente der Heimnetz-Sicherheit und -Hygiene, auch wenn der Fokus hier primär auf der Werbeunterbindung liegt.


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