LONDON (IT BOLTWISE) – Die Bitcoin-Dominanz ist im Oktober 2026 auf rund 60,4% gestiegen, während ein breiter Kryptoverkauf besonders viele Altcoins trifft. Am 13. Oktober notiert BTC bei 77.666,00 US-Dollar und macht damit den größten Anteil an der Marktkapitalisierung der Top-125-Kryptos aus. Gleichzeitig steigen die 10-jährigen US-Treasury-Renditen auf etwa 5,24%, was Risikoengagement dämpft. Unterm Strich verschärfen Liquidationen von rund 815 Millionen US-Dollar den Abwärtsdruck, während Spot-Bitcoin-ETFs weiterhin Mittel abgeben.

Bitcoin-Dominanz über 60%: Altcoins geraten stärker unter Druck
Bitcoin-Dominanz über 60%: Altcoins geraten stärker unter Druck (Foto: IT BOLTWISE)
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Die Kennzahl „Bitcoin Dominance“ wirkt in Krypto-Marktdaten oft wie ein Barometer für Stimmungswechsel. Im Oktober 2026 verschiebt sie sich jedoch nicht nur langsam, sondern deutlich: Laut TradingView lag der Anteil von Bitcoin (BTC DOM) am 13. Oktober bei etwa 60,4%. Damit dominiert Bitcoin einen größeren Teil der gesamten Marktkapitalisierung als noch zu Beginn des Monats, als die Metrik laut dem Bericht zunächst bei rund 58,5% gelegen habe. Die praktische Folge für Anleger ist zunächst simpel: Wenn BTC DOM steigt, verlieren die Alternativen nicht zwingend komplett an Marktwert „relativ“, sondern sie fallen im Vergleich zu Bitcoin häufig stärker aus. Genau dieses Muster zeichnete sich in den letzten Wochen ab – und es wird durch mehrere, teils makroökonomisch getriebene Faktoren verstärkt.

Technisch betrachtet ist Bitcoin-Dominanz keine direkte Kauf- oder Verkaufsorder, sondern das Ergebnis einer Rechenregel: Man teilt den Wert von Bitcoin durch die aggregierte Marktkapitalisierung der in einem Index enthaltenen Kryptowährungen. Weil verschiedene Markttracker dabei unterschiedliche Krypto-Sets verwenden, können die Werte leicht auseinanderlaufen. In den Angaben des Berichts betrug die Dominanz laut CoinMarketCap ungefähr 59,9%, während CoinGecko etwa 58,1% ausweist. Trotz dieser Differenzen ist die Richtung klar: Bitcoin gewinnt „relativ“ an Gewicht. Untermauert wird das durch die Größenordnungen bei der Marktkapitalisierung: Bitcoin wird mit rund 1,68 Billionen US-Dollar beziffert, während der Gesamtmarkt für Kryptowährungen im Umfeld des Berichts bei etwa 2,78 Billionen US-Dollar liegt. Für das Orderbuch- und Volatilitätsprofil bedeutet das zudem: Wenn sich Liquidität und Risikoaversion in Richtung des größten Assets verschieben, bleibt der Markt in stressigen Phasen oft länger „BTC-lastig“.

Während Bitcoin im selben Zeitraum ebenfalls Kursverluste verzeichnet, trifft der Abverkauf Altcoins offenbar härter. Im Zeitraum vom 5. bis zum 12. Oktober verlor Bitcoin den Angaben zufolge rund 4,6%. Ethereum (ETH) musste hingegen etwa 9,8% abgeben und schloss dabei unter 2.500 US-Dollar. Noch deutlicher war der Rückgang bei Solana (SOL) mit etwa -12,5% sowie bei XRP mit etwa -11,3%. Besonders auffällig sind die zweistelligen Abschläge bei kleineren und teilweise stärker gehypten Tokens: Dogecoin (DOGE) notierte dem Bericht zufolge bei rund -13,9% Verlust, während Solana und Dogecoin in dieser Betrachtung die größten Einbußen auswiesen. Diese Dynamik erklärt, warum Dominanzkennzahlen steigen können, selbst wenn der Markt insgesamt fällt: Ein Asset kann sinken, aber „langsamer“ als seine Wettbewerber.

Als Verstärker kommen gleich mehrere Mechanismen zusammen, die sich gegenseitig „auf die Volatilität drauflegen“. Einer davon sind steigende Renditen im US-Staatsanleihenmarkt: Der Bericht nennt für den 10-jährigen US-Treasury-Note etwa 5,24% Rendite zum 9. Oktober. In der Praxis wird dadurch Risiko- und Carry-Attraktivität verschoben; Kapital wechselt häufiger in als planbarer wahrgenommene Instrumente. Dazu tritt der Effekt eines stärkeren US-Dollars gegenüber mehreren großen Währungen, der dem Bericht zufolge ebenfalls die Krypto-Nachfrage bremst. Noch greifbarer wird die Marktmechanik über Liquidationen: Laut CoinGlass wurden am 12. Oktober rund 815 Millionen US-Dollar an Krypto-Positionen liquidiert, davon etwa 689 Millionen US-Dollar auf der Long-Seite. Gerade Altcoins reagieren darauf oft sensibler, weil ihre aggregierte Marktkapitalisierung kleiner ist und damit in einzelnen Handelssituationen auch weniger „tiefe“ Liquidität verfügbar sein kann. Dadurch werden größere Marktorders oder starke Gegenbewegungen schneller zu abrupten Preisrutschen.

Neben dem reinen Trading spiegelt sich die Krypto-Nachfrage auch in börsengehandelten Produkten wider. Für Spot-Bitcoin-ETFs nennt der Bericht zwischen dem 5. und 9. Oktober etwa 678,9 Millionen US-Dollar an Nettoabflüssen, für Ethereum-ETFs weitere 542,2 Millionen US-Dollar an Abflüssen; insgesamt summieren sich die wöchentlichen Redemptions demnach bis zum 9. Oktober auf 1,22 Milliarden US-Dollar. Am 12. Oktober verzeichneten die Bitcoin-ETFs erneut Nettoabflüsse von etwa 65,4 Millionen US-Dollar, während Ethereum-Produkte zusätzlich etwa 85,4 Millionen US-Dollar verloren. Dieser Mix aus makroökonomischer Risikoaversion und Produktabflüssen trifft häufig zuerst die Altcoin-Segmente, weil Anleger in Stressphasen eher in das „größte, liquideste“ Asset umschichten. Für die Interpretation von BTC DOM ist das entscheidend: Ein Dominanzanstieg ist nicht automatisch ein Beleg, dass neue Käufer „massiv“ BTC aufnehmen; er zeigt vielmehr, dass der relative Druck auf Alternativen stärker ist.

Gleichzeitig stellt sich die zentrale Frage, ob aus einer Dominanz über 60% automatisch eine „Altcoin Season“ unwahrscheinlicher wird. Der Bericht rechnet mit genau dieser Denkfalle: Wenn Altcoins beispielsweise 15% verlieren, BTC aber nur 5%, dann steigt Dominanz ebenfalls – selbst ohne rotationsgetriebenes „Mehr-BTC-Kaufen“. Für die Einordnung wird im Text außerdem auf einen Altcoin Season Index (ASI) verwiesen: In der Mitte des Monats lag er demnach bei etwa 58. Dieser Index bewertet laut Beschreibung, wie viele der 100 größten Kryptowährungen (ohne Stablecoins und ohne Tokens, die Krypto-Fonds abbilden) in den letzten 90 Tagen Bitcoin schlagen. Entscheidend ist die Interpretation: Die Schwäche in der zweiten Oktoberhälfte negiert nicht zwingend die seit dem Jahresbeginn beobachteten relativen Gewinne einzelner Coins. Zudem kann eine Erholung durchaus eintreten, wenn sich die makroökonomischen Rahmenbedingungen verbessern und ETF-Redemptions nachlassen.

Für die weitere Erwartungshaltung nennt der Bericht konkrete Beobachtungspunkte, die auch für Entscheider in Unternehmen relevant sind, wenn Krypto-Exposures oder Krypto-bedingte Treasury-Strategien geplant werden. Dazu zählen die nächsten Daten zur US-Inflation, insbesondere der CPI-Bericht am 14. Oktober, sowie die Entwicklung der Treasury-Renditen. Sollten sich die Bedingungen weiter verschlechtern, bleibt der Mechanismus, der BTC DOM steigen lässt, wahrscheinlich wirksam. Interessant ist dabei auch die technische Rückkopplung in der Marktpsychologie: Der Text beschreibt, dass Dominanz oberhalb von 61% BTC weiter stärkt, während ein Bereich zwischen 59% und 61% eher Stabilität signalisiert. Sinkt BTC DOM unter 59%, wäre das laut Einordnung ein Hinweis, dass Altcoins relativ outperformen könnten. Ob das ein nachhaltiger Trend oder nur ein kurzfristiger Ausreißer wird, hängt aus Sicht des Berichts stark davon ab, ob ETH – als zentraler Benchmark im Altcoin-Lager – schneller zulegt als Bitcoin.

Unterm Strich liefert die Entwicklung der Bitcoin-Dominanz über 60% ein operatives Signal für die Marktstruktur: Risiko wird offenbar weniger bereitwillig in kleinere, volatile Assets getragen. Für Marktteilnehmer heißt das nicht automatisch „nur BTC handeln“, aber es verschiebt die Wahrscheinlichkeit zugunsten von Strategien, die Liquidität, Ausführbarkeit und Drawdown-Risiken berücksichtigen. Gerade Liquidationen und ETF-Ströme wirken dabei wie Beschleuniger, weil sie nicht nur Preise bewegen, sondern auch die Zusammensetzung der Nachfrage. Wenn die nächsten makroökonomischen Impulse die Renditeerwartungen drehen und ETF-Transaktionen wieder in Richtung Zuflüsse kippen, könnte der relative Vorteil der Dominanz kurzfristig kippen. Bis dahin bleibt jedoch das Muster aus dem Bericht maßgeblich: Altcoins verlieren im Stressfall oft schneller, und genau das lässt BTC DOM steigen.


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