SÜDWESTCHINA / LONDON (IT BOLTWISE) – Forschende der University of Utah haben mit DNA-Sequenzierung Lanmaoa asiatica als Auslöser von „Lilliputian Hallucinations“ eingegrenzt. Die Betroffenen berichten von Dutzenden bis Hunderte winziger Menschenfiguren, die sich im Raum scheinbar wie reale Personen verhalten. Überraschend fanden die Teams keine bekannten psychoaktiven Pilzstoffe wie Psilocybin. Damit rückt die Suche nach einer bislang unbekannten chemischen Substanz in den Fokus – mit potenziellen Bezügen zu Neurologie und Wahrnehmungsforschung.

Wer Tausende Kilometer entfernt lebt, aber nach dem Verzehr bestimmter Wildpilze „miniaturisierte Menschen“ sieht, liefert der Wissenschaft seit Jahrzehnten ein Rätsel. In den Berichten tauchen Figuren auf, die nicht nur wie Projektionen wirken, sondern sich im Alltag „mitbewegen“: Sie gehen um Gegenstände herum, klettern über Oberflächen und interagieren so, als wären sie Bestandteil der realen Szene. Besonders bemerkenswert ist dabei die Konstanz der Details über Regionen hinweg hinweg, was viele anfangs eher an kulturelle Erwartungen als an eine biologische Ursache glauben ließ.
Die neue Studie verlagert diese Diskussion spürbar, weil sie die Pilzidentität statt der Erzählmuster in den Mittelpunkt stellt. Forschende der University of Utah haben per DNA-Sequenzierung den Pilz Lanmaoa asiatica mit den beschriebenen Halluzinationen in Verbindung gebracht, und zwar für Fälle in Südwestchina sowie in Teilen der nördlichen Philippinen. Im Labor-Workflow wurden dazu Proben gesammelt und ihre genetische Signatur mit den vorhandenen Referenzen abgeglichen. Das Ergebnis: Die in der Region China als „Jian shou qing“ und auf den Philippinen als „Sedesdem“ bekannten Pilze lassen sich derselben Art zuordnen.
Entscheidend ist zudem, was die Forschenden im nächsten Schritt nicht gefunden haben. Ihre chemischen und genetischen Suchen lieferten keinen Hinweis auf bekannte psychoaktive Verbindungen, die bei anderen Pilzarten für klassische Psychedelika bekannt sind, ausdrücklich einschließlich Psilocybin. Gerade diese Lücke macht die Meldungen wissenschaftlich besonders spannend: Wenn eine halluzinogene Wirkung existiert, aber keine bekannten Standardstoffe nachweisbar sind, spricht das für eine bislang unbekannte Substanz oder einen neuartigen Wirkmechanismus. Die Studie legt daher nahe, dass Lanmaoa asiatica eine neuartige psychoaktive Komponente erzeugen könnte, deren Isolation und chemische Charakterisierung der nächste zentrale Schritt bleibt.
Die typischen Halluzinationen werden in den Berichten erstaunlich konkret. Viele Betroffene schildern, dass sie Dutzende bis teils Hunderte Figuren sehen, meist im Bereich von etwa 3 bis 30 Zentimetern Körpergröße. Inhaltlich ähneln die Figuren oft elfenartigen oder clownartigen Gestalten, inklusive auffälliger, bunter Kleidung. Ebenso wichtig ist die „Physik-Logik“, die Betroffene beschreiben: Die Figuren ignorieren Hindernisse nicht, sondern folgen scheinbar bekannten Regeln von Raum und Bewegung. Eine besonders auffällige Darstellung betrifft sogar Handlungen innerhalb von Essenssituationen, etwa wenn die Figuren in ein Gefäß springen und bei der nächsten Handlung weiterhin sichtbar bleiben.
Das bringt auch einen historischen Kontext ins Spiel. Erste westliche Hinweise auf das Phänomen reichen bis in das Jahr 1934, als Berichte aus Papua-Neuguinea außerhalb der lokalen Kontexte bekannt wurden; später wurde der Effekt dort als „mushroom madness“ eingeordnet. In den 1950er- und 1960er-Jahren versuchten Forschende, mögliche Arten im Umfeld der Boletaceae-Familie zu identifizieren, doch chemische Tests fanden keine eindeutigen Erklärungen. Gleichzeitig blieb lange unklar, ob die Pilze überhaupt ursächlich waren oder ob kulturelle Erwartungsmuster die Wahrnehmungen formten. Dass die DNA-gestützte Zuordnung nun zumindest für zwei der geografisch getrennten Räume funktioniert, erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine gemeinsame biologische Basis deutlich.
Über die unmittelbare Faszination hinaus zeigt die Arbeit, wie stark moderne Genomik und Museumsbestände zusammenwirken können. Die Teams nutzten nicht nur Daten zu Lanmaoa asiatica, sondern führten eine umfassendere Genomanalyse der Gattung Lanmaoa durch und werteten insgesamt 53 Proben aus. Dabei kamen 17 Arten heraus, darunter vier, die zuvor noch nicht wissenschaftlich beschrieben waren. Bemerkenswert ist außerdem, dass zwei dieser neu identifizierten Arten bereits in vorhandenen Sammlungen in den USA konserviert gewesen waren, deren genetische Eigenständigkeit zuvor nicht erkannt worden war. Solche Ergebnisse unterstreichen, dass „gespeicherte“ Biodiversität im Fungarium auch Jahrzehnte später neue Hypothesen ermöglicht, sobald neue Analyseverfahren verfügbar sind.
Für die Forschung zur Wahrnehmung und Neurologie könnte die Entdeckung besonders dann relevant werden, wenn die vermutete Substanz isoliert ist. Lilliputian Hallucinations tauchen nämlich nicht nur nach Pilzkonsum auf, sondern wurden auch im Zusammenhang mit Zuständen wie Demenz, Alkoholentzug oder bestimmten Augenerkrankungen dokumentiert. Die Parallele legt nahe, dass das Gehirn bei der Verarbeitung visueller Information unter bestimmten Bedingungen ähnlich fehlkonstruiert. Wenn eine definierte chemische Trigger-Substanz existiert, könnte sie als Werkzeug dienen, um neuronale Schaltkreise besser zu verstehen und Hypothesen zur Entstehung komplexer, detailreicher Halluzinationen zu prüfen.
Mit Blick auf die nächsten Schritte ist die Richtung klar: Die Wissenschaftler zielen darauf ab, das mutmaßliche Wirkstoffprofil von Lanmaoa asiatica zu isolieren und chemisch zu identifizieren. Erst dann lässt sich prüfen, ob die Substanz gezielt einzelne Wahrnehmungsprozesse beeinflusst oder ob sie breiter in Signalwege eingreift. Begleitet wird das durch die breitere Hoffnung, dass die Erforschung von Pilzdiversität weitere medizinisch nutzbare Wirkstoffe liefern kann – ähnlich, wie Penicillin aus einem Pilzsystem heraus den Weg in die Antibiotikatherapie fand. Bis dahin bleibt die Arbeit vor allem eines: ein belastbarer biologischer Anker für ein Phänomen, das zuvor eher zwischen Folklore und Spekulation verortet wurde.
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "DNA identifiziert Lanmaoa asiatica als Auslöser von „Lilliputian Hallucinations“" für unsere Leser?

#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "DNA identifiziert Lanmaoa asiatica als Auslöser von „Lilliputian Hallucinations“" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »DNA identifiziert Lanmaoa asiatica als Auslöser von „Lilliputian Hallucinations“« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!