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LONDON (IT BOLTWISE) – Jason Calacanis wird laut Berichten mit einer Bitcoin-Wette über insgesamt 3 Millionen US-Dollar konfrontiert, weil er glaubt, dass BTC sein Allzeithoch nicht mehr erreicht. Mehrere Investoren bieten je 1 Million US-Dollar an, mit einer Schwelle von 126.210,50 US-Dollar bis zu festgelegten Terminen. Calacanis fordert dabei vor allem Klarheit zu Escrow oder einem Mechanismus zur Absicherung, während ein Teilnehmer einen Ethereum-Smart-Contract als juristisch schlanke Lösung vorschlägt.

Bitcoin-Wette um 3 Millionen Dollar: Jason Calacanis nennt BTC „dead network“
Bitcoin-Wette um 3 Millionen Dollar: Jason Calacanis nennt BTC „dead network“ (Foto: IT BOLTWISE)
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Der Streit um eine Bitcoin-These bekommt plötzlich den Charakter eines Live-Experiments: Insgesamt 3 Millionen US-Dollar sind in Angeboten gebündelt, die Jason Calacanis als Wette auf sein eigenes Narrativ verstehen sollen. Im Kern geht es um eine Aussage, die er öffentlich vertreten hat und die er nun offenbar auch in eine Währungs- und Zeitfrage übersetzen möchte. Calacanis bezeichnete Bitcoin als „dead network“ und begründete damit, dass BTC künftig sein Allzeithoch nicht mehr übertreffen werde. Während Bitcoin zum Zeitpunkt der Diskussion weiterhin spürbar unter dem Oktober-2025-Hoch gehandelt wird, versucht die Runde um Calacanis, die Behauptung in eine messbare Wette zu verwandeln, bei der die Auszahlung an das Erreichen eines klar definierten Kursniveaus geknüpft ist.

Technisch betrachtet ist die Brisanz weniger die Schlagzeile, sondern die Mechanik der Absicherung. In den Angeboten wird als gemeinsamer Benchmark eine Marke von 126.210,50 US-Dollar genannt, die vor einem jeweiligen Enddatum erreicht werden muss. Wer Recht behält, profitiert; wer verliert, zahlt im Gegenzug laut Angebotslogik. Dabei taucht früh das praktische Problem auf, wie die Seite des Wettgebers und die Seite des Wettnehmers die Auszahlung ohne langwierige rechtliche Schleifen voneinander abhängig machen. Calacanis hat eine der Offerten als „free money“ beschrieben, gleichzeitig aber nach Escrow gefragt – also nach einem Treuhand- oder Sperrmechanismus, der dafür sorgt, dass bei Eintritt oder Nichteintritt des Zielkurses wirklich gezahlt wird.

Die inhaltliche Kante der Wette liegt wiederum in der Argumentationskette, die Calacanis in seinem Umfeld mit Bitcoin verbindet: Er wollte Anleger laut dem auslösenden Post nicht nur „halten“, sondern zum Umstieg bewegen. Anlass der Wette ist ein Beitrag vom 27. Oktober, in dem Calacanis Investoren dazu auffordert, Bitcoin abzustoßen und in Richtung KI (Künstliche Intelligenz) zu drehen. Als Begründung nannte er unter anderem Outflows aus Spot-Bitcoin-ETFs und leitete daraus eine Erwartung ab, dass es innerhalb von 12 Monaten zu einem Rücksetzer oder Re-Test bei 57.000 US-Dollar kommen könne. Damit prallen zwei Ebenen aufeinander: die Markterwartung (Preisniveau und Zeitpunkt) und die These über den langfristigen Nutzen von Bitcoin als Netzwerk.

Dass die Debatte nicht im Social-Media-Rahmen bleibt, zeigt die Reaktion aus dem Umfeld großer Bitcoin-Verfechter. Michael Saylor, executive chairman von Strategy (historisch vor allem als MicroStrategy bekannt), meldete sich mit einer Gegenposition. Sein Argument: KI und Bitcoin stehen nicht in Konkurrenz, sondern ergänzen sich. In seiner Sicht schafft KI „Abundance“, während Bitcoin „Scarcity“ durchsetzt; zusammen würden sie Werte erzeugen und diese über Zeit und Raum hinweg übertragen. Genau diese Ergänzungslogik trifft auf Calacanis’ „dead network“-Sicht, die Bitcoin vor allem als speicherndes Asset rahmt. Für die Wette heißt das: Es wird weniger über Narrative gestritten, sondern darüber, ob ein bestimmtes Kursereignis während eines definierten Zeitfensters eintritt.

Die konkreten Offerten verlaufen dabei in unterschiedlichen Laufzeiten und spannen damit einen Zeitkorridor auf. Fred Krueger machte den ersten und längsten Vorschlag und setzte Calacanis eine Frist bis zum 28. Oktober 2036. Calacanis antwortete mit dem Wunsch nach einer deutlich kürzeren Laufzeit von 12 Monaten – eine Anpassung, die eher zu seiner 57.000-US-Dollar-Prognose passt als zu dem absoluten „Never“-Anspruch. Grant Cardone verkürzte die Deadline auf den 28. Oktober 2028 und kritisierte Kruegers Zehn-Jahresfenster. Terence Michael ging später mit weiteren 1 Million US-Dollar auf Cardones Konditionen ein und brachte damit zusätzliches Gewicht in die kürzere Variante. Adam Back, bekannt aus der Hashcash-Arbeit, signalisierte, dass er die andere Seite stärker unterstützen wolle, indem er zusätzliches Geld auf Cardones Seite einspeist.

Gerade bei der Ausgestaltung wird sichtbar, wie schnell sich solche Wetten von „Meinung gegen Meinung“ in Richtung „Protokoll gegen Protokoll“ bewegen. Calacanis reagierte auf Cardones Angebot überschwänglich als „So much free money!“ und stellte danach erneut die Frage nach Escrow beziehungsweise nach einer Plattform, die die Auszahlung für beide Seiten sperren kann. Krueger drückte den Prozess dann in eine Richtung, die ohne klassische Schiedsinstanzen auskommen soll: Er drängte darauf, beide Seiten zu einer Festlegung zu bringen und ließ laut Beschreibung ein Ethereum-Smart-Contract entwerfen, der ausschließlich die Wette zwischen Cardone und Calacanis abbildet – also eine sehr enge Logik, die nur den Wettenkern regelt und nicht den gesamten Rechtsrahmen rundherum. Damit verschiebt sich die Diskussion von „Wer hat recht?“ zu „Wie wird rechtzeitig überprüfbar gemacht, dass eine Bedingung erfüllt wurde?“

Für den Markt ist das vor allem ein Signal, wie KI-getriebene Storylines derzeit in traditionelle Asset-Argumente eingreifen. Die Wette ist zwar kein institutionelles Produkt, aber sie bindet zwei Lager an einen Prüfstein: Bitcoin-Bullen versus KI-Fokus, verbunden über konkrete Laufzeiten, Kursgrenzen und eine potenziell automatisierte Abwicklung. Genau solche Reibungen dürften künftig häufiger auftreten, weil die technische Umsetzung über Smart Contracts niedrige Eintrittshürden für „messbare Behauptungen“ schafft. Gleichzeitig bleibt die entscheidende Frage offen, ob Escrow-Unsicherheiten im Alltag wirklich ausgeräumt werden, sobald reale Auszahlungstermine, Liquiditätsfragen und die genaue Definition des maßgeblichen Kurskriteriums zusammenkommen.

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