MÜNCHEN / LONDON (IT BOLTWISE) – E10 wird für Autofahrer wieder deutlich günstiger: Laut ADAC lag der bundesweite Durchschnittspreis am Mittwoch gegen 10.00 Uhr bei 1,979 Euro pro Liter. Damit setzt sich der Rückgang fort, auch wenn ein Tagesdurchschnitt unter 2 Euro laut Einschätzung nicht gesichert ist. Entscheidend bleibt das übliche Muster rund um die 12-Uhr-Regel: morgens vergleichsweise niedrig, mittags höher, am späten Nachmittag das Tief. Auch Diesel gibt nach, während die Preisdifferenz zwischen beiden Kraftstoffen nahezu 22 Cent beträgt.

Wer in diesen Tagen in Deutschland tanken will, bekommt für E10 wieder früher im Tagesverlauf einen Preisvorteil. Laut den Zahlen des ADAC lag der bundesweite Durchschnittspreis am Mittwoch bereits gegen 10.00 Uhr bei 1,979 Euro pro Liter. Das ist deutlich näher an der psychologisch wichtigen Schwelle von 2 Euro als noch kurz zuvor: Am Dienstag war E10 zwar ebenfalls kurz unter diese Marke gefallen, allerdings nur für einen kurzen Zeitraum und mit einer weniger starken Bewegung in den frühen Stunden. Für viele Fahrerinnen und Fahrer ist damit weniger die Frage „ob“ als vielmehr „wann“ relevant, denn der Tagesverlauf folgt offenbar weiterhin einem erkennbaren Muster.
Dieses Muster hängt eng mit der 12-Uhr-Regel zusammen, die seit April den Rhythmus vieler Preisanpassungen prägt. Praktisch bedeutet das: Nach der Vormittagsphase steigt der Preis typischerweise in der Mittagszeit deutlich an und fällt anschließend schrittweise zurück, bis der Tiefpunkt am späten Nachmittag erreicht wird. Gerade der Zeitpunkt um 10.00 Uhr gilt in diesem Ablauf in der Regel als günstig, weil der kurzfristige Aufschlag noch nicht voll durchschlägt. Ob der bundesweite Tagesdurchschnitt tatsächlich dauerhaft unter 2 Euro bleibt, ist damit eine zweite Frage, denn der Tageswert bildet alle Preise über 24 Stunden ab und wird dadurch stärker von den späteren, meist höheren Stunden beeinflusst.
Dass der Druck auf die Preise derzeit nicht nur tagesaktuell ist, zeigt auch die längerfristige Betrachtung. Der Bundesdurchschnitt für E10 lag am Dienstag bei 2,041 Euro und damit 4,3 Cent niedriger als eine Woche zuvor. Wenn man den Blick weiter zurück bis zum 13. Oktober richtet, ergibt sich sogar ein Rückgang um 11 Cent; zuletzt war E10 im Juli sogar günstiger als in der aktuellen Phase. Aus der Analyse des ADAC wird vor allem ein Faktor sichtbar: Der wesentlich geringere Ölpreis wirkt sich offenbar spürbar auf die Spritkosten aus. Damit verbessert sich kurzfristig das Umfeld für günstigere Tankstopps, während zugleich klar wird, dass der Trend nicht ausschließlich aus „lokalem Wettbewerb“ erklärbar ist.
Auch Diesel bewegt sich nach unten, allerdings mit einer anderen Dynamik als Benzin. Am Dienstag lag Diesel bei 2,26 Euro pro Liter, das entspräche 2,2 Cent weniger als noch am Sonntag. Seit Mitte Oktober ist die Veränderung zwar insgesamt nur gering, wodurch sich die Lücke zwischen Diesel und Benzin inzwischen auf fast 22 Cent vergrößert hat. Das fällt insofern auf, als Diesel in „normalen Zeiten“ wegen der niedrigeren Besteuerung in der Regel günstiger ist als Benzin. Hier kommt die Beobachtung des Bundeskartellamts ins Spiel: Als mögliche Ursache nennt die Behörde eine unterschiedliche Lage von Nachfrage und Angebot bei Benzin sowie eine weiterhin angespannte Situation bei Diesel, unter anderem im Zusammenhang mit Problemen in der Straße von Hormus und dem Krieg in der Ukraine. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das: Die beiden Kraftstoffsorten reagieren zwar gemeinsam auf den Markt, aber nicht gleich stark.
Neben den Rohstoff- und geopolitischen Faktoren spielt außerdem die Weitergabe von staatlichen Entlastungen eine Rolle. Der Wettbewerbshüter haben die Weitergabe des Tankrabatts in Höhe von 16,7 Cent im Oktober untersucht. Dabei wird dem Bericht zufolge für Diesel eine relativ hohe Weitergabe von 90 Prozent genannt, während bei Benzin der Sorte Super E5 rund 60 Prozent erreicht wurden. Wichtig ist allerdings die Einordnung: Die Werte sollen schwierig zu ermitteln sein und werden als Momentaufnahme beschrieben, zumal die Situation sich durch bereits laufende Preisbewegungen ändern kann. Ergänzend verweist ein Tankrabatt-Tracker des Ifo-Instituts auf eine andere, sehr konkrete Woche: Für die Zeit vom 28. Oktober bis 3. November kommt es bei Diesel auf eine Weitergabe von 9,7 Cent, bei Superbenzin auf 17,4 Cent. Genau diese Abweichungen machen deutlich, dass die Mechanik aus Steuersenkung, Marktpreis und Wettbewerbsdruck im Zeitverlauf nicht identisch ausfällt.
Für die Praxis bleibt entscheidend, dass die Spritpreise je nach Uhrzeit, Tankstelle und Region stark variieren. Beim Beispiel E10 wird etwa beschrieben, dass die Preise in Nordwestdeutschland am späten Mittwochvormittag tendenziell höher lagen als im übrigen Landesgebiet; bei Diesel wird außerdem eine höhere Tendenz im Süden und Westen genannt. Daraus folgt: Wer ausschließlich auf den bundesweiten Durchschnitt schaut, kann die beste Gelegenheit verpassen. Technisch betrachtet ist der Unterschied zwischen „Durchschnittspreis“ und „Tageszeitpunkt“ im Kern mathematisch: Der Durchschnitt glättet Extremwerte und kann günstige Frühwerte überdecken, während lokale Preisbildung und Timing die reale Zahlungsbereitschaft pro Liter bestimmen. Unternehmen, die Fuhrparks betreiben, sollten diese Muster daher nicht als Einzelfall interpretieren, sondern als planungsrelevanten Parameter in ihren Beschaffungs- und Routenentscheidungen.
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