LONDON (IT BOLTWISE) – In einer neuen Marktbetrachtung wird ein erneuter Druck auf Bitcoin aus der Kombination von festeren US-Dividendenmärkten und steigenden Treasury-Renditen abgeleitet. Die Argumentation stellt den US-Dollar als zentralen Proxy für globale Liquidität in den Mittelpunkt und verknüpft eine mögliche Fortsetzung der Fed-Hikes mit enger werdenden Finanzierungsbedingungen. Für den Zwischenzeitraum werden zwei Szenarien skizziert, die beide auf einen finalen Swing in Richtung 40.000 bis 30.000 USD zielen. Entscheidend soll laut Analyse bleiben, ob bestimmte technische Marken wie 70.315 und 62.450 USD sauber unterschritten werden.

Bitcoin ist in den vergangenen Wochen nicht nur wegen der eigenen Kursdynamik wieder ins Visier gerückt, sondern auch, weil sich das makroökonomische Umfeld für risikoreichere Assets sichtbar verschiebt. Nach dem dargestellten Verlauf hat die Kryptowährung seit ihrem Peak einen Rückgang von 54% erlitten. Gleichzeitig melden die Autoren eine Rückkehr des US-Dollars in einen Aufwärtstrend, steigende Treasury-Renditen über die Zinskurve hinweg und ein Bond-Marktsignal, das nach weiteren Fed-Erhöhungen aussieht. Genau hier setzt die Kernthese an: Wenn sich die Kosten von Geld und die Verfügbarkeit von Kapital global verengen, wird die Luft für spekulative Anlagen auf den Märkten dünner.
Technisch betrachtet wird der US-Dollar in der Analyse nicht als einzelne Währung, sondern als messbaren Faktor für globale Liquidität behandelt. Der Begriff „globale Liquidität“ wird dabei als aggregierte Verfügbarkeit von Geld, Kredit und Sicherheiten im gesamten Finanzsystem beschrieben – und nicht als abstraktes Schlagwort. Der Mechanismus ist zweistufig: Erstens steigen mit höheren Leitzinsen die Kosten der Geldaufnahme. Zweitens wird der Weg in die Kreditmärkte über Sicherheiten stark beeinflusst. In der Darstellung heißt das konkret: Über 80% der betrachteten Schulden benötigen Sicherheiten, häufig in Form von US-Treasuries als hochqualitative, relativ schwankungsarme Assets. Wer für Geld entweder mehr Zins oder teurere Sicherheiten aufbringen muss, hält am Ende weniger Kapital übrig, um riskante Positionen wie Bitcoin zu finanzieren.
Die Argumentation zur derzeitigen Zinsseite verbindet mehrere Marktbeobachtungen: An der Front-End der Kurve würden T-Bills durch Fed-Erhöhungen an Rendite gewinnen, und damit werde das kurzlaufende Zinsniveau als Einstieg in Finanzierungsentscheidungen spürbar teurer. Daneben verweisen die Autoren auf Bewegungen im mittleren und langen Bereich der Kurve, die aus ihrer Sicht mit einer Abkehr von einem früheren Unterstützungsniveau zusammenhängen. Wenn Anleihen über die gesamte Kurve „nach unten“ laufen, wächst nicht nur die Rendite, sondern auch die wahrgenommene Unsicherheit. Als Messgröße wird in der Darstellung der MOVE-Index genannt, der die Volatilität am US-Treasury-Markt erfasst. Für Bitcoin bedeutet das in dieser Logik: Teurere Sicherheiten und eine Neubepreisung der „günstigen“ Kreditfähigkeit führen zu einem engeren Liquiditätsrahmen, der sich besonders bei risk-on Assets oft zuerst zeigt.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Rolle des Dollars als globalem Finanzanker. In der Quelle wird auf US-denominierte Verschuldung außerhalb der USA verwiesen: 84 Billionen USD an Schulden in Dollarwährung, entsprechend rund 64% der gesamten in Dollar denominierten globalen Verschuldung. Für Investoren und Kreditnehmer außerhalb der USA ist damit entscheidend, wie stark der Dollar gegen andere Währungen steht. Steigt der Dollar, müssen Schuldendienstleister mehr ihrer lokalen Währung aufbringen, um die gleichen Dollarbeträge zu bezahlen. Diese Mittelabflüsse reduzieren den Puffer, der andernorts für höhere Bewertungen in Aktien und Krypto übrig bleibt. In der Analyse wird der US-Dollar-Index (DXY) als Indikator herangezogen und es wird argumentiert, dass ein Abwärtstrend, der seit September 2022 lief, inzwischen beendet sei. Besonders genannt werden dabei Marken um 95,95 als technische Schwelle; darüber erwarten die Autoren einen Trend oberhalb von 100, was den in der These beschriebenen Belastungsfaktor für Liquidität zusätzlich verstärken würde.
Aus Sicht der Zins-Politik liefert der Text schließlich den Fahrplan für die nächsten Monate. Zentral ist die Annahme, dass die Geldpolitik der Federal Reserve den Vordergrund der Zinskurve weiterhin dominiert. Die Darstellung verweist darauf, dass die Rendite der zweijährigen US-Staatsanleihe typischerweise die Erwartungslage vorwegnehme. Wenn diese 2-Jahres-Rendite aus Sicht der Autoren klar zeige, dass die Federal Reserve zu „akkommodierend“ eingestellt sei, dann folge daraus nicht nur ein politischer Kurs, sondern eine realwirtschaftliche Wirkungskette: Höhere Finanzierungskosten treffen zuerst dort, wo Sicherheiten benötigt werden, und gleichzeitig steigen weltweit die Kosten, um Zugang zu USD-Liquidität zu bekommen. Da Bitcoin in der Historie als besonders konsistent korrelierendes Asset für solche Grenzbedingungen beschrieben wird, wird die Kryptowährung in der Zwischenphase als besonders verwundbar eingeordnet.
Im Preisbereich werden dann zwei Szenarien für die nächste Phase abgeleitet, die beide in Richtung eines „final swing lower“ führen. Im Red-Szenario wird beschrieben, dass eine 5-Wellen-Bewegung ab dem Tief vom 1. Juli abgeschlossen sei; der nächste Schritt wäre demnach ein direkter Abverkauf, bei dem zunächst 70.315 USD und später 62.450 USD durchbrochen werden sollen. Erst wenn diese Marken als „Bestätigung“ gelten, erwarten die Autoren eine gezieltere Ableitung für die spätere Kaufzone – grundsätzlich aber mit einem Zielkorridor um 30.000 USD. Das Blue-Szenario setzt dagegen auf eine Fortsetzung der Gegenbewegung: Nach dem Tief vom 1. Juli soll zunächst eine Retracement-Phase in Richtung 78.000 bis 70.315 USD erfolgen, die allerdings 62.450 USD nicht brechen darf. Anschließend würde es laut Darstellung zu einer weiteren Rally in Richtung 105.000 bis 117.925 USD kommen, bevor erneut eine Abwärtsbewegung startet. Sollte jedoch ein Ausbruch über 126.300 USD auf neue Hochs gelingen, wäre das für die Autoren ein Signal, dass der bear cycle früher beendet sein könnte.
Für Anleger ergibt sich aus der Kombination von Liquiditätslogik und technischen Marken vor allem eine Erwartung an die Volatilität. Die langfristige These bleibt in der Quelle zwar bestehen – Bitcoin soll mittelfristig das Ziel von 2 Millionen USD erreichen, aber „nicht als Gerade“. Entscheidend ist der Zwischenweg: Wenn Dollarstärke, steigende Treasury-Renditen und ein bondmarktseitiges Bild weiterer Fed-Erhöhungen zusammenwirken, soll das die Kosten von Dollar und Sicherheiten erhöhen und damit dem Kapitalfluss in riskante Assets Grenzen setzen. Praktisch heißt das in der dargestellten Herangehensweise: Kapital wird über die bärische Phase hinweg geschützt, und Positionen sollen erst dann wieder aufgebaut werden, wenn die Struktur bestätigt ist. Für Mitglieder des betrachteten Anlagevehikels werden dabei laufende Updates angekündigt; zentral bleibt dabei, ob die beschriebenen Trigger wie 70.315 oder 62.450 USD tatsächlich als Bruchpunkte funktionieren.
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