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LONDON (IT BOLTWISE) – Der Bloomberg-Commodity-Stratege Mike McGlone hält an seiner Bitcoin-Prognose fest: Er rechnet damit, dass der Kurs bis auf 10.000 US-Dollar „ein Null-Zeichen“ verlieren könnte. Seine Argumentation verknüpft die Bewegung in Krypto mit dem Beginn eines neuen Aktien-Bärenmarkts und zieht dafür Parallelen zu früheren Höchstständen. Gleichzeitig verweist er auf die bisherige Abschwächung des Nasdaq und des S&P 500, die aus seiner Sicht noch nicht ausreicht, um die „10.000-Dollar“-Schwelle zu verhindern. In den Daten zur Retail-Stimmung bleibt Bitcoin laut Marktbeobachtung zwar eher bärisch, die Kommunikation zeigt aber keinen dramatischen Paniksprung.

Mike McGlone bekräftigt Bitcoin-„10.000-Dollar“-Prognose und verknüpft sie mit dem nächsten Bärenmarkt
Mike McGlone bekräftigt Bitcoin-„10.000-Dollar“-Prognose und verknüpft sie mit dem nächsten Bärenmarkt (Foto: IT BOLTWISE)
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Bitcoin steht derzeit nicht nur als Krypto-Asset im Fokus, sondern auch als makroökonomischer Prüfstein: Mike McGlone, Senior Commodity Strategist bei Bloomberg Intelligence, hat seine umstrittene „Doom-Call“-These erneut bekräftigt und dabei die nächste potenzielle Kurswende eng an die Entwicklung in den Aktienmärkten gekoppelt. Kernpunkt seiner Argumentation ist eine markante Abwärtsmarke: McGlone spricht davon, dass Bitcoin einen „zero“-Schritt verlieren und damit grob um rund 90% fallen würde – auf etwa 10.000 US-Dollar. In der Formulierung, die er laut Quelle selbst verwendet hat, heißt es: „The call from 1Q25 with Bitcoin above $100,000 was for it to lose a zero, on the back of a 20% drawdown in the S&P 500 (SPX) that stays down awhile, remains my base case.“ Damit erklärt er nicht nur eine Preisschätzung, sondern zeichnet ein Szenario nach, in dem sich Krypto wie ein Risiko-Asset verhält, sobald Aktienindizes spürbar in die Korrektur geraten.

Bemerkenswert ist dabei weniger die Behauptung als der „Mechanismus“, den McGlone heranzieht. Er verweist auf eine zeitliche und prozentuale Kopplung: Seine ursprüngliche Einschätzung aus dem ersten Quartal 2025 kam zustande, als Bitcoin bereits über 100.000 US-Dollar gehandelt wurde und er zugleich eine potenzielle Korrektur um 20% im S&P 500 erwartete. Nach Darstellung in der Quelle liegt der S&P 500 aktuell etwa 6% unter seinem 52-Wochen-Hoch; ein Rückgang um volle 20% sei demnach noch nicht erreicht. Auf derselben Linie argumentiert McGlone, dass dennoch ein entscheidender Pivot bevorstehe: „10,000 Bitcoin is a key pivot.“ Aus Sicht eines technisch orientierten Marktteilnehmers lässt sich dahinter ein klassisches Regime-Muster erkennen: Wenn ein dominanter Risk-Faktor (Liquidität, Risikoaversion, Zins-/Renditepfad) dreht, werden auch Märkte neu bepreist, die lange Zeit als „quasi unabhängig“ galten.

Die Brücke zu den Aktienmärkten führt die Quelle über zwei weitere Beobachtungen: erstens über die relative Stärke von Bitcoin gegenüber dem Ausmaß, das „Bären“ ihm zugedacht hatten, und zweitens über die zeitliche Gleichlauf-Idee bei Hochpunkten. Scott Melker, bekannt als „Wolf of All Streets“, greift die Debatte mit einem Gegenargument auf: Er sagt, der Nasdaq sei bereits in Richtung Korrektur gerutscht („Nasdaq entered correction territory today, more than 10% below its recent high“) und behauptet, der Markt habe einen Teil des erwarteten Abschwungs bereits „abgedeckt“. In seinen Worten: „The Nasdaq is down 10%, and we’re still 17 or $18,000 above Bitcoin’s low.“ Daraus leitet Melker ab, dass das Szenario, das bei 20% Nasdaq-/Markt-Korrektur direkt „etwas viel Tieferes“ auslöse, in der aktuellen Lage schwer nachvollziehbar sei, weil man „halb dort“ sei. Technisch betrachtet ist diese Gegenposition weniger eine Fundamentallogik als eine Timing-Logik: Sie behandelt die Kursbewegung als Sequenz, in der sich Trigger erst nach klaren prozentualen Schwellen entladen.

Für die konkrete Preis-Debatte nennt die Quelle Zahlen, die McGlones These zumindest quantitativ verankern: Bitcoin wird mit 75.830 US-Dollar geführt und liegt laut Quelle nach 24 Stunden leicht im Plus. Der S&P 500 schließt bei 7.376 Punkten, ungefähr 6% unter dem 52-Wochen-Hoch von 7.844. Damit bleibt die von McGlone erwartete 20%-Korrektur im Aktienindex – die er als Voraussetzung für den „zero“-Verlust von Bitcoin betrachtet – noch nicht eingetreten. Dazu passt auch die von McGlone selbst vorgenommene Datierung über Höchststände: Laut Quelle peaked Bitcoin am 6. Oktober des Vorjahres, während der Nasdaq genau ein Jahr später am 6. Oktober 2026 seinen Höhepunkt hatte. Solche Datumsparallelen sind im Marktgeschehen beliebt, weil sie ein wiederkehrendes „Timing-Signal“ suggerieren können; allerdings sollte man sie analytisch eher als Hypothese betrachten. Denn Korrelationen über Zeitfenster sind anfällig für Marktregimewechsel, etwa wenn sich Liquidität, Bewertungslogik und Kapitalflüsse gleichzeitig verschieben.

Parallel zur Preislogik spielt in der Quelle auch die Stimmungsebene eine Rolle: Auf den Plattformen zur Krypto-Kommunikation wird Bitcoin in einem „bearish“-Bereich verortet, während die „chatter“-Intensität über den letzten Tag als eher „normal“ beschrieben wird. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil Stimmung nicht gleich Stimmungspanik ist. Ein bärischer Sentiment-Cluster kann bedeuten, dass viele Teilnehmer Risiken sehen, ohne dass es bereits zu einer massiven, algorithmisch getriebenen Beschleunigung des Ausverkaufs kommt. Für Unternehmen und techniknahe Marktakteure ist zudem die Konsequenz interessant: In der Praxis werden KI-gestützte Handels- und Risiko-Modelle (ob intern in Trading-Teams oder via Anbieter) häufig mit mehreren Signalklassen trainiert – Kursbewegungen, Volatilität, Orderbuchmuster, Sentiment und Makro-Indikatoren. Wenn die Makro-Komponente stärker „durchgreift“, verschiebt sich das Gewicht solcher Features; Strategien, die in ruhigeren Phasen auf Krypto-eigenen Mustern beruhten, müssen dann robust gegen „Cross-Asset“-Effekte werden.

Die eigentliche Marktwirkung von McGlones erneuter Zuspitzung liegt deshalb weniger im einzelnen Zielpreis als in der Selbstverständlichkeit, mit der er Krypto als Bestandteil des Aktien-Bärenmarkt-Narrativs behandelt. Seine These zwingt Marktteilnehmer, zwei Fragen gleichzeitig zu prüfen: Wie schnell und wie weit können Aktienindizes korrigieren, und in welchem Maß wird Bitcoin in dieser Phase als Risikoallokationsvehikel mitgenommen? Genau hier entsteht auch ein praktischer Nutzen für Entscheider: Wer Bitcoin oder andere Krypto-Assets in Treasury- oder Investment-Workflows nutzt, sollte die Annahmen zur „Korrelation unter Stress“ und zur Liquiditätssituation im Abwärtsregime regelmäßig aktualisieren. Denn selbst wenn der Zielwert 10.000 US-Dollar nicht erreicht wird, kann der Weg dahin – etwa über steigende Volatilität und schnellere Preisreaktionen auf Makro-Daten – operative Folgen haben.

Am Ende bleibt die Debatte offen, weil die Quelle keine endgültige Evidenz liefert, sondern ein fortgeschriebenes Szenario mit klaren Schwellen. McGlone formuliert den Kern als Basisfall; Melker stellt Timing und Plausibilität infrage, nachdem die Nasdaq-Korrektur bereits einen Teil der erwarteten Bewegung gezeigt hat. Für Beobachter heißt das: Die nächsten Impulse dürften weniger aus reiner Krypto-Storytelling-Ebene kommen, sondern aus dem Zusammenspiel von Aktienmarkt-Dynamik, Zins-/Renditepfad und realisierten Risikomustern im Orderflow. Wenn der Markt tatsächlich in einen neuen Bärenmarkt-Rahmen kippt, wäre ein stärkerer Krypto-Abverkauf konsistent mit der Argumentation. Wenn nicht, spricht das wiederum dafür, dass Bitcoin kurzfristig andere Treiber stärker reflektiert als der von McGlone beschriebene Makro-Kanal.

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