BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die psychische Gesundheit von Fachkräften in helfenden Berufen steht zunehmend im Fokus. Arbeitgeber sind nun verpflichtet, systematische Schutzmaßnahmen gegen Sekundärtrauma zu ergreifen, um die Arbeitsfähigkeit und das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter zu sichern.

Die psychische Gesundheit von Fachkräften in helfenden Berufen rückt immer mehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Arbeitgeber sind nun gefordert, systematische Schutzmaßnahmen gegen Sekundärtrauma zu etablieren, um die Arbeitsfähigkeit und das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter zu sichern. Diese Entwicklung ist eine Reaktion auf die steigende Zahl von Fachkräften, die durch die Konfrontation mit traumatischen Erlebnissen anderer belastet werden.
Sekundärtrauma tritt auf, wenn Fachkräfte wiederholt mit den traumatischen Erlebnissen anderer konfrontiert werden, ohne das Trauma selbst erlebt zu haben. Die Symptome ähneln einer Posttraumatischen Belastungsstörung und umfassen Intrusionen, Vermeidungsverhalten sowie negative Stimmungs- und Gedankenveränderungen. Besonders gefährdet sind Berufsgruppen wie Psychotherapeuten, Pflegepersonal, Sozialarbeiter und Notfallsanitäter, die im ständigen Kontakt mit Leid stehen.
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) und Arbeitsschutzrichtlinien fordern nun eine klare Verantwortung der Arbeitgeber. Diese müssen psychische Risiken systematisch erfassen und in die verpflichtende Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz einfließen lassen. Organisationen sind gefordert, proaktiv Schutzstrukturen zu schaffen, um eine offene Kultur zu fördern, in der über psychische Belastungen gesprochen werden kann.
Zu den konkreten Maßnahmen gehören regelmäßige Supervision und Intervision, die Einrichtung von betrieblichen Erstbetreuern und eine realistische Arbeitsplanung. Diese Ansätze sollen helfen, Überlastungsrisiken frühzeitig zu erkennen und die psychische Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen. Die Forschung liefert zudem neue Ansätze, die genetische und neurobiologische Faktoren berücksichtigen, um maßgeschneiderte Schutzstrategien zu entwickeln.
Der Schutz der Fachkräfte ist keine freiwillige Sozialleistung, sondern systemrelevant. Fachkräfte, die unter Sekundärtrauma leiden, sind in ihrer Arbeitsfähigkeit eingeschränkt, was zu gefährdeter Versorgungsqualität, hoher Fluktuation und massiven wirtschaftlichen Belastungen führen kann. Die Zukunft wird zeigen, ob die geforderten Präventionskonzepte flächendeckend umgesetzt und gesetzlich gestärkt werden.
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