LONDON (IT BOLTWISE) – ARK Invest setzt seine Rotation in der KI-Wertschöpfungskette fort und reduziert dabei erneut AMD über den ETF ARKW. Gleichzeitig baut der Fonds die Positionen in Cerebras Systems und Cloudflare aus, also in KI-Hardware sowie in KI-nahem Netzwerk- und Cloud-Infrastruktur. Laut den genannten Kurs- und Stückzahlen entfallen die größten Einzelkäufe der Woche auf Cloudflare, Cerebras und auch NVIDIA. Für Anleger verschiebt sich damit der Fokus von etablierten Halbleitergewinnern hin zu früheren Wachstumslinien bei Rechen- und Netzwerkinfrastruktur.

Die Umschichtung in ARK-Invest-Fonds zeigt eine klare Stoßrichtung: Nach mehreren Tagen mit Verkäufen von AMD geht ARK nicht in einen reinen Abbau, sondern koppelt die Reduktion direkt an gezielte Zukäufe aus dem KI-Infrastruktur-Umfeld. Am Dienstag veräußerte ARK Invest über den ETF ARKW 3.679 AMD-Aktien im Wert von 1,86 Millionen US-Dollar; damit setzte sich der Verkauf zumindest am zweiten Handelstag fort. Auch zuvor hatte ARK über mehrere Fonds insgesamt 25.917 AMD-Aktien abgestoßen. Die Logik dahinter ist weniger eine Wette gegen den Chipsektor, sondern eine Anpassung der Gewichtung innerhalb eines Portfolios, das stark an der KI-Nachfrage gekoppelt ist.
Damit rückt AMD in diesem Zyklus in den Hintergrund – nicht wegen fehlender Marktpräsenz, sondern weil die Kursentwicklung bereits stark gelaufen ist. In dem beschriebenen Kontext wird AMD als einer der Halbleiterwerte genannt, die im Zuge des KI-Booms in diesem Zeitraum dreistellige Kursgewinne erzielt hätten. Genau solche „vorweggenommenen“ Erwartungen werden bei ARK offenbar zum Anlass genommen, die Position schrittweise zu verkleinern: Bereits im August soll die Reduktion begonnen haben, und sie läuft seitdem offenbar in einer Reihe kurzfristig getakteter Anpassungen weiter. Dass ARK zusätzlich Palantir parallel abgebaut hat, passt als weiteres Signal in dieses Muster, denn auch Palantir hatte zuvor sichtbar an Fahrt aufgenommen.
Technisch lässt sich die Rotation als Verschiebung entlang der KI-Wertschöpfungskette lesen. AMD steht dabei stellvertretend für einen etablierten Chipanbieter, dessen Performance als „zu weit gelaufen“ beschrieben wird. Cerebras Systems hingegen adressiert einen Teil der KI-Infrastruktur, der in der Praxis unmittelbar mit Rechenzugriff und KI-Trainingslasten verknüpft ist: ARK kaufte am Dienstag über die ETFs ARKK und ARKW 35.089 Cerebras-Aktien im Gesamtwert von 8,84 Millionen US-Dollar. Bereits am 13. August hatte ARK 106.941 Cerebras-Aktien im Wert von rund 28 Millionen US-Dollar erworben – ein klares Indiz dafür, dass hier nicht nur kurzfristig reagiert wird, sondern dass Cerebras als wachstumsnaher Baustein im Portfolio verankert wird.
Zu dieser Rechen-Komponente kommt bei der aktuellen Bewegung die Netzwerk- und Cloud-Perspektive. ARK erwarb am Dienstag zudem 2.996 Aktien von Cloudflare sowie 35.501 Aktien von Tempus AI, während im selben Atemzug CareDx und Illumina verkauft wurden. Cloudflare wird in den Angaben als besonders großer Einzelkauf in der Handelswoche vom 10. bis 14. August eingeordnet, mit 29,9 Millionen US-Dollar, gefolgt von Cerebras (28 Millionen US-Dollar) und NVIDIA (rund 26,6 Millionen US-Dollar). Inhaltlich passt dazu die Rolle von Cloudflare im Umfeld von KI-Lasten: Wenn KI-Anwendungen in der Breite durchstarten, steigt typischerweise nicht nur der Bedarf an Rechenleistung, sondern auch die Nachfrage nach skalierbarer Infrastruktur für Datenzugriff, Transport und Betrieb in Cloud- und Edge-Umgebungen.
Auch bei den unterliegenden Unternehmenssignalen wird eine Wachstumsthese sichtbar. Cerebras war erst im Mai dieses Jahres an die NASDAQ gegangen und hatte zuvor die Umsatzprognose für 2026 auf 880 bis 890 Millionen US-Dollar angehoben; zudem wird ein Ausgabepreis von 185,00 US-Dollar je Aktie genannt. Cloudflare wiederum meldete für den 6. August einen Quartalsumsatz von 696,1 Millionen US-Dollar, was einem Plus von 36 Prozent im Jahresvergleich entspricht, und hob die Jahresprognose an. Dass ARK in derselben Phase AMD reduziert und gleichzeitig „Infrastrukturwetten“ verstärkt, deutet damit auf eine bevorzugte Kombination aus wachsendem Bedarf und noch nicht vollständig eingepreisten Erwartungen hin.
Interessant ist außerdem, wie ARK parallel Palantir neu gewichtet. Der Artikel ordnet den Palantir-Abbau zeitlich nach einer Phase mit gemeldetem Umsatzwachstum von 93 Prozent im zweiten Quartal 2026 ein. So wird das Portfolio nicht nur zwischen Branchen verschoben, sondern es wird selektiv dort reduziert, wo die Entwicklung bereits stark gelaufen ist – und Kapital dorthin verlagert, wo sich steigende Nachfrage nach Rechenleistung und Netzwerkinfrastruktur eher früher in Umsatzwachstum übersetzt. Für Beobachter wird entscheidend sein, ob dieses Muster „Rotation in der KI-Infrastruktur“ weiter fortgesetzt wird. Die nächsten Handelsmitteilungen dürften hier den besten Hinweis liefern, denn ARK arbeitet typischerweise in solchen Schritten, statt große Positionen sprunghaft aufzulösen oder komplett neu aufzubauen.
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