LUDWIGSHAFEN / LONDON (IT BOLTWISE) – BASF-CEO Markus Kamieth hat sich in der aktuellen Diskussion um den EU-Emissionshandel zu Wort gemeldet. Er fordert eine Verlängerung der freien CO2-Zertifikate für europäische Industrien, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Ohne Anpassungen drohen erhebliche Kostensteigerungen, die die Schließung von Industrieanlagen beschleunigen könnten.

In der aktuellen Debatte um den EU-Emissionshandel hat sich Markus Kamieth, CEO von BASF, deutlich positioniert. Er fordert eine Verlängerung der freien CO2-Zertifikate für wichtige Industrien in Europa. Diese Maßnahme sei notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie zu sichern und die drohende Schließung von Anlagen zu verhindern. Kamieth betonte, dass die Kosten für CO2-Zertifikate in Europa bereits jetzt erheblich seien und ohne Anpassungen weiter steigen würden.
Bereits im Jahr 2024 musste BASF in Europa CO2-Zertifikate für einen dreistelligen Millionenbetrag zukaufen. Kamieth warnt, dass die Kosten bis zum Ende der nächsten Dekade auf bis zu eine Milliarde Euro ansteigen könnten, wenn das europäische Emissionshandelssystem unverändert bleibt. Diese Kosten entstehen laut Kamieth ausschließlich, weil BASF in Europa produziert. In anderen Regionen wie China, den USA oder Indien wären diese Kosten nicht vorhanden.
Der CEO von BASF kritisiert zudem die Grundannahmen des Emissionshandels. Die Annahme, dass klimaschonende Produktion in Europa ein Wettbewerbsvorteil sei, habe sich nicht bestätigt. Auch der CO2-Grenzausgleichsmechanismus CBAM, der die CO2-Kosten für Importe in die EU anpassen soll, funktioniere nicht wie erwartet. Dies führe zu einer Verschärfung des Wettbewerbs zwischen Europa und dem Rest der Welt.
Die Forderung von Kamieth wird von Evonik-Chef Christian Kullmann unterstützt, der sogar eine komplette Abschaffung des Emissionshandels ins Spiel gebracht hat. Beide Manager sehen die Notwendigkeit, die Rahmenbedingungen zu überdenken, um die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas zu sichern. Ohne Anpassungen droht eine Abwanderung der Produktion in Regionen mit weniger strengen CO2-Regulierungen.
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