HAMBURG / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Procom Invest GmbH & Co. KG hat gemeinsam mit der Pekrul ProjektPartner GmbH den Bauantrag für „Neugrabener Höfe“ in Neugraben-Fischbek im Bezirk Harburg eingereicht. Geplant sind zwei Wohngebäude mit insgesamt 120 Mietwohnungen auf rund 5.400 Quadratmetern Grundstück. Ein Drittel der Einheiten soll für die öffentliche Förderung vorgesehen werden, ergänzt um eine gemeinsame Tiefgarage und barrierefreie Grundrisse. Laut Projektverantwortlichen entsteht damit ein baureifes Konzept aus einem prämierten Wettbewerbsentwurf, das außerdem Lärmschutz zur Bahnstrecke und zum Süderelbebogen berücksichtigt.

Der Bauantrag für „Neugrabener Höfe“ ist eingereicht und verlagert das Projekt nun in die nächste Verwaltungsphase beim Bezirksamt Harburg. Das Vorhaben sitzt im Stadtteil Neugraben-Fischbek am Dorflageweg beziehungsweise an der Ecke Kleinfeld und knüpft damit an eine konkrete städtebauliche Neuordnung an: Auf dem rund 5.400 Quadratmeter großen Areal standen bislang drei Einfamilienhäuser, die für den Neubau weichen sollen. Mit der Bündelung mehrerer Wohnformen will das Projekt vor allem im urbanen Umfeld von Harburg zusätzliche Mietwohnungen schaffen, die sowohl öffentlich gefördert als auch barrierefrei ausgerichtet sind.
Das Quartier setzt auf zwei Mehrfamilienhäuser, die als zusammenhängende Anlage geplant sind. Ein Gebäude verläuft entlang des Dorflagewegs, das zweite entlang der Straße Kleinfeld; beide werden über ein gemeinsames Untergeschoss verbunden. In diesem Sockelbereich sind neben der Tiefgarage auch Fahrradstellplätze und Technikräume vorgesehen, was in der Praxis oft entscheidend für eine saubere Trennung zwischen motorisiertem Verkehr, ruhigen Wegebeziehungen und den Bereichen für den Alltag im Quartier ist. Insgesamt sollen 120 Mietwohnungen entstehen, verteilt auf einen Mix von 1,5- bis 5-Zimmer-Grundrissen, um verschiedene Lebensphasen abzudecken – von Einzelpersonen bis zu Familienkonstellationen.
Besonders detailliert fällt die Planung im zweiten Mehrfamilienhaus im Erdgeschoss aus: Hier sollen zwei Wohngemeinschaften entstehen. Geplant sind großzügige Gemeinschaftsräume sowie bis zu elf Einzelzimmer, jeweils mit eigenem Bad. Solche Konzepte verändern die Nutzung des Quartiers spürbar, weil sie nicht nur „Wohnfläche“ liefern, sondern auch die Organisation des Alltags im Haus berücksichtigen – vom Gemeinschaftsraum bis zur Sanitärstruktur. Ergänzend wird das Gebäudeensemble über helle Fassaden zur Straßenseite und durchlaufende Balkone zum begrünten Innenhof charakterisiert. Damit wird der Außenraum nicht als Restfläche behandelt, sondern als integraler Bestandteil der Wohnqualität gedacht.
Technisch und energetisch positioniert sich „Neugrabener Höfe“ über mehrere Bausteine, die zusammen einen anspruchsvollen Standard anvisieren. Auf den Dächern sollen Photovoltaikanlagen in Kombination mit extensiven Dachbegrünungen installiert werden; solche Kombinationen helfen, Energiegewinnung und ökologische Kühlung beziehungsweise Regenrückhaltung auf dem gleichen Flächenpaket zu bündeln. Für die Wärmeversorgung sind Luft-Wasser-Wärmepumpen vorgesehen, wobei der Energiestandard KfW40 QNG angestrebt wird. Auf Quartiersebene schlägt sich das typischerweise in einer sehr guten Gebäudehülle, einer sorgfältigen Auslegung der Heizlast sowie in der Planung der technischen Anlagen nieder – also genau in den Bereichen, in denen spätere Nachbesserungen besonders teuer werden können.
Auch der Stellplatzansatz zeigt, wie das Projekt Mobilität in die Gesamtarchitektur integriert. In der Tiefgarage sind 42 Stellplätze vorgesehen; zusätzlich sind oberirdische Stellplätze mit Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge geplant. Das ist weniger ein isoliertes Parkplatzthema als ein Signal an spätere Nutzungsrealitäten: Wenn E-Mobilität im Alltag zunimmt, müssen Infrastruktur und Stellflächen so geplant sein, dass Nachrüstungen nicht zum Baustellenaufenthalt im Betrieb werden. Dazu kommen barrierefrei erreichbare Kinderspielflächen im Innenhof. In Verbindung mit den geplanten Fahrradstellplätzen im Untergeschoss ergibt sich so eine konsequente Logik, die Wege kurz hält und zugleich die Aufenthaltsqualität im Hof schützt.
Die organisatorische Grundlage des Projekts ist in mehreren Planungs- und Wettbewerbsbausteinen verankert: Die Quartiersplanung basiert auf dem prämierten Siegerentwurf eines Wettbewerbsverfahrens des Lübecker Büros Riemann Gesellschaft von Architekten. Ergänzend nennt das Projekt den Bebauungsplan Neugraben-Fischbek 77 sowie einen städtebaulichen Vertrag mit der Stadt. Die Entwurfsplanung wurde danach gemeinsam von Riemann und NOTO Basista Becker Jansen Architekten weiterentwickelt, bevor der Bauantrag folgt. Mit Blick auf die Lage – etwa 200 Meter östlich des S-Bahnhofs Neugraben – wird zudem klar, warum die Berücksichtigung von Lärmschutz zur Bahnstrecke und zum Süderelbebogen ein zentrales Planungsziel bleibt, gerade wenn Wohnnutzung im unmittelbaren Umfeld lärmintensiver Infrastruktur stattfinden soll.
Für die nächsten Schritte bedeutet die Einreichung vor allem: Das Verfahren liegt jetzt beim Bezirksamt Harburg, und mit der Baugenehmigung soll die Realisierung zügig starten. Dennis Barth, Geschäftsführer von Procom Invest, ordnet den Schritt als entscheidenden Meilenstein ein, um dringend benötigten Wohnraum zu schaffen – explizit darunter viele öffentlich geförderte und barrierefreie Wohnungen. Steffen Pekrul, Geschäftsführer von Pekrul ProjektPartner, verweist darauf, dass aus dem prämierten Entwurf ein baureifes Projekt geworden ist, das neben der Gestaltung auch die grünen Elemente sowie die Lärmthemen adressiert. Für den Markt in Hamburg ist das nicht nur ein weiterer Wohnungsbau im Pipeline-Geschehen, sondern ein konkretes Beispiel dafür, wie Wettbewerbsergebnisse, Bebauungspläne und energetische Standards zusammengeführt werden, bis aus einem Entwurf eine realisierte Adresse werden kann.
Aus Sicht von Bau- und Projektbeteiligten dürfte sich die entscheidende Frage nun darauf verlagern, wie die technischen Parameter aus der Planung im Genehmigungsprozess verifiziert werden und wie schnell die Ausführungsplanung nach Freigabe folgen kann. Wer Projekte dieser Größenordnung umsetzt, weiß: Sobald Tiefgarage, Wärmepumpen-Integration und PV-Dachflächen zusammen in einem engen Zeit- und Schnittstellenplan landen, entscheiden kleine Klärungen über Bauablauf, Materiallogistik und Genehmigungsauflagen. „Neugrabener Höfe“ liefert dafür zwar ein strukturiertes Konzept – mit klarer Architektur, definiertem Energiestandard und einem durchgängigen Untergeschoss –, der weitere Verlauf hängt aber daran, dass Planung und Behördengänge nahtlos zusammenpassen.
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