BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Der BDI sieht wegen China zunehmende Wettbewerbs- und Strukturprobleme für die deutsche Industrie. Tanja Gönner spricht von einem „China-Schock 2.0“, der nicht nur einzelne Branchen betrifft, sondern die Industrie in der Breite. Als Ursachen nennt sie Abhängigkeiten bei kritischen Rohstoffen, staatlich induzierte Überkapazitäten sowie eine aus ihrer Sicht deutlich unterbewertete Währung. Gleichzeitig verweist der Verband auf Optionen für Europa, darunter Handelsabkommen mit klaren Regeln und mehr Durchsetzungskraft.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie beschreibt den Wettbewerbsdruck aus China nicht mehr als punktuelles Branchenproblem, sondern als breitere Belastung der deutschen Industrie. Tanja Gönner, Hauptgeschäftsführerin des BDI, ordnet die aktuelle Entwicklung als „China-Schock 2.0“ ein und betont, dass die Folgen über einzelne Sektoren hinausgehen. Im Kern geht es laut BDI um eine Mischung aus wirtschaftlicher Verwundbarkeit und handelsstrategischen Verschiebungen: Abhängigkeiten bei kritischen Rohstoffen, ein staatlich getriebener Exportüberschuss und dazu eine aus Sicht der Verbandsleitung unterbewertete Währung treffen deutsche Wertschöpfungsketten gleich mehrfach.
Technisch und industriepolitisch lässt sich diese Gemengelage vor allem an den Mechanismen festmachen, über die Überkapazitäten internationale Märkte verzerren. Wenn große Produktionsanlagen in einer Volkswirtschaft trotz sinkender Nachfrage im Binnenmarkt weiter hochgefahren werden, entstehen nicht nur Preisvorteile, sondern auch ein dauerhafter Verdrängungswettbewerb. Genau an dieser Stelle sieht der BDI ein Risiko für die Industrie in der Breite: Auch in Regionen außerhalb Chinas, etwa im US-Markt, bleibt der Absatz laut Darstellung nicht ungebremst, wodurch Überangebote in den EU-Binnenmarkt driften können. Hinzu kommt das Argument, dass China den Anspruch erhebt, in Schlüsseltechnologien Weltmarktfähiger zu werden – was den Wettbewerb nicht nur über Preis, sondern auch über technologische Skalierung verändert.
Für Unternehmen bedeutet das vor allem, dass sich Beschaffungs- und Absatzrisiken synchron verschieben. Die genannte Rohstoffabhängigkeit wirkt dabei als Verstärker: Selbst wenn ein Hersteller kurzfristig auf Alternativen ausweicht, braucht die Umstellung von Lieferketten Zeit, Zertifizierungen und neue Qualifikationspfade. Gleichzeitig kann eine technologiegetriebene Konkurrenz, die bei bestimmten Komponenten oder Produktionsschritten günstig und in großen Stückzahlen liefern kann, Investitionszyklen in der Zulieferindustrie unter Druck setzen. Gerade in Industrien mit hohen Umrüstungs- und Qualifikationskosten entscheidet dann nicht allein die Stückpreiskalkulation, sondern auch die Planbarkeit von Volumen, die Ausschreibungsfähigkeit und die Robustheit gegenüber Wechseln in Handels- und Zollregimen.
Der BDI setzt dem eine ordnungspolitische Perspektive entgegen: „Aber Europa hat Optionen“, sagt Gönner, und verweist dabei auf regelbasierten Handel. Sie nennt als Hintergrund, dass etwa 60 Prozent des Welthandels weiterhin nach Regeln der Welthandelsorganisation WTO abgewickelt würden und viele Partner regelkonforme Rahmenbedingungen bevorzugten. In der praktischen Ausgestaltung sieht der Verband vor allem Signalwirkung in laufenden Handelsstrukturen: Dass die EU Handelsabkommen abschließe, die über Jahre feststeckten, bezeichnet der BDI als wichtiges Signal. Als konkretes Beispiel nennt Gönner das Mercosur-Handelsabkommen, das Anfang Mai vorläufig in Kraft getreten ist und den schrittweisen Abbau von Handelsbarrieren und Zöllen vorsieht.
Auch historisch ordnet der BDI die Lage in einen größeren Kontext ein. Bereits Anfang 2019 hatte der Verband in einem Grundsatzpapier eine Neuausrichtung der deutschen China-Politik gefordert: Die Marktwirtschaft müsse „widerstandsfähiger“ werden, und China sei dabei nicht nur Partner, sondern zunehmend systemischer Wettbewerber. Dieser Gedanke wird in der China-Strategie der Bundesregierung 2023 aufgegriffen, in der China als Partner, Wettbewerber und systemischer Rivale beschrieben wird. Als erster „China-Schock“ gilt in dieser Logik die Phase nach Chinas Beitritt zur WTO 2001, als günstige Produkte in großem Stil auf die Weltmärkte kamen. Der wirtschaftliche Aufstieg hatte der deutschen Industrie zunächst sogar einen Boom beschert, unter anderem weil chinesische Käufer deutsche Autos und Maschinen nachfragten; heute zeigt sich nach Darstellung des BDI jedoch eine Umkehr, in der staatlich subventionierte Anbieter in vielen Branchen mit aggressiven Preisen in europäische Märkte drängen.
Für die Marktstrategie deutscher Unternehmen ergibt sich daraus eine doppelte Aufgabe: sich gegen kurzfristige Preisimpulse zu wappnen und zugleich die strukturelle Wettbewerbsfähigkeit aufzubauen. Der BDI fordert dabei keine „komplette Abschottung“, sondern eine Kombination aus Durchsetzungskraft und schneller Reaktionsfähigkeit. Genau hier setzt die Forderung nach neuen Formen der Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft an: Unternehmen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, etwa bei der Bewertung von Wettbewerbsverzerrungen, bei der Planung von Handelsregeln und bei der Absicherung von Lieferketten. Zugleich wird klar, dass Produktstrategie und Technologieroadmap stärker mit Handels- und Industriepolitik verzahnt werden müssen – nicht als Bürokratie, sondern als Voraussetzung, um Lieferfähigkeit, Investitionssicherheit und Innovationsgeschwindigkeit zu halten.
Der nächste Engpass dürfte dabei weniger auf der Absatzseite im engeren Sinn liegen als auf der Frage, wie schnell europäische Systeme auf veränderte Wettbewerbsbedingungen reagieren. Wenn Überkapazitäten, Wechselkursbewegungen und Handelshemmnisse zusammenwirken, entsteht in der Praxis eine Art „Synchronisierung von Risiken“, die normale Konjunkturzyklen überlagert. Der BDI argumentiert deshalb, dass Europa die regelbasierte Ordnung an vielen Stellen hochhalten und gleichzeitig überlegen müsse, wie man sich zur Wehr setzen kann. Für deutsche Industrie-Entscheider heißt das: Szenarien sollten nicht nur Preis- und Volumenannahmen umfassen, sondern auch Rohstoffpfade, Technologiealternativen und die Reaktionsfähigkeit auf Handelsentscheidungen – sonst wird der Wettbewerbsschock zum Investitionsschock.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "BDI warnt vor „China-Schock 2.0“: Deutsche Industrie unter Druck" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "BDI warnt vor „China-Schock 2.0“: Deutsche Industrie unter Druck" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »BDI warnt vor „China-Schock 2.0“: Deutsche Industrie unter Druck« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!