TEXAS / LONDON (IT BOLTWISE) – Die US-Spot-Bitcoin-ETFs verzeichnen nach einer schwachen Woche erneut Nettoabflüsse und drehen damit die 2026-Bilanz ins Negative. Insgesamt flossen in sieben Tagen 1,28 Milliarden US-Dollar ab, während die Produkte den einzigen positiven Handelstag auf Mittwoch begrenzen. Auch Ether-ETFs verlängern die Abflussserie auf sechs Wochen, während Solana- und Hyperliquid-Produkte längste Verlustphasen seit dem jeweiligen Start zeigen. Der Druck kommt inmitten eines breiteren Risikoabbaus an den Märkten.

Nach einer Phase, in der die US-Spot-Bitcoin-ETFs das Jahr 2026 noch mit Nettozuflüssen im Plus gestartet hatten, kippt die Stimmung jetzt spürbar: In der jüngsten Woche stehen Nettoabflüsse von 1,28 Milliarden US-Dollar. Damit ist es nicht nur die zweitgerade negative Woche, sondern gleichzeitig die schlechteste Wochenperformance seit Ende Juni. Auffällig ist dabei das Muster der Abflüsse: Von sieben Handelstagen war nur Mittwoch positiv, während der Rest durchgängig netto abgab. Allein an den einzelnen Tagen summieren sich Abflüsse von 398,6 Millionen US-Dollar am Montag, 115,6 Millionen US-Dollar am Dienstag, 430,2 Millionen US-Dollar am Donnerstag und 411,9 Millionen US-Dollar am Freitag; Mittwoch verzeichnete dagegen lediglich 74,6 Millionen US-Dollar Zufluss.
Die strukturelle Wirkung dieses Abverkaufs auf die bisherigen Jahreszahlen ist deutlich: Die Produkte liefen zu Wochenbeginn mit rund 368 Millionen US-Dollar Nettozuflüssen in 2026 in die Woche. Nach den Abflüssen rutschte diese Position unter null. Ende der Woche lagen die 12 Fonds bei etwa 914,1 Millionen US-Dollar Nettoabflüssen seit Jahresbeginn. Gleichzeitig sank der Gesamtbestand des in den Fonds gehaltenen Bitcoins um 2,3 % auf 95,9 Milliarden US-Dollar, was ungefähr 6,3 % der Marktkapitalisierung der Kryptowährung entspricht. Bei der Verteilung zeigt sich eine klare Konzentration: IBIT hält 60,3 Milliarden US-Dollar an Nettovermögen bei kumulierten Zuflüssen von 65,1 Milliarden US-Dollar.
Technisch betrachtet sind solche Flows weniger eine Frage einzelner Kursbewegungen als vielmehr der Geschwindigkeit, mit der Marktteilnehmer Risiko aus den Sammelstrukturen wieder herausnehmen. Genau darauf deutet auch das Umfeld hin, in dem die Abflüsse liefen: Laut Markt- und Datenbeobachtung fielen die ETF-Abflüsse zeitlich in eine Phase, in der sowohl Krypto als auch Aktien unter Druck gerieten. Der Rückgang wurde mit dem Ausgang der US-Midterm Elections nach Dienstag und breiteren Unsicherheiten verknüpft; konkret fiel Bitcoin am Donnerstag um 5,6 % am Stück, während sich Analysten auf die Erwartung konzentrierten, dass politische Mehrheiten die Planbarkeit für Tech-Investitionen beeinflussen könnten. In der Debatte tauchen dabei besonders Überlegungen zu einem langsameren Entwicklungstempo in Texas auf, einem US-Bundesstaat, der durch Bitcoin-Mining-Standorte und Datenzentren geprägt ist.
Der Abflussdruck bleibt nicht auf Bitcoin beschränkt. Spot-Ether-ETFs verzeichnen laut Daten eine Nettoabflusswoche von 365,3 Millionen US-Dollar und damit die sechste Woche in Folge mit Abflüssen. Insgesamt wurden seit Ende September rund 2,02 Milliarden US-Dollar aus den Fonds gezogen. Auch hier gab es nur einen positiven Tag: Mittwoch brachte etwa 53 Millionen US-Dollar Zufluss, während die größten Abflüsse am Montag mit 139,8 Millionen US-Dollar starteten und sich am Donnerstag (100 Millionen US-Dollar) sowie am Freitag (93,2 Millionen US-Dollar) fortsetzten. BlackRocks ETHA machte den Großteil des Abflussdrucks sichtbar: Am Freitag entfielen 90,8 Millionen US-Dollar auf ETHA, also rund 96 % der gesamten Bruttoverluste. Per Jahresvergleich fällt auch Ether in 2026 in Richtung Verlust: Die Produkte liegen inzwischen bei etwa 405,6 Millionen US-Dollar rückläufigen Nettowerträgen.
Auch bei Solana und Hyperliquid wird die Serie länger. Solana-ETFs verloren in der Woche insgesamt 26,3 Millionen US-Dollar, nahezu vollständig am Freitag. Damit setzen sie ihre Abflussserie auf fünf negative Wochen fort; es ist zugleich die längste Verlustphase seit dem Start der Fonds im Oktober 2025. Davor hatte es noch eine Rekordserie von 14 Wochen mit Zuflüssen gegeben, die diese Phase in Erinnerung hält. Bei den einzelnen Emittenten führt Bitwise mit BSOL die Abflüsse an (14,4 Millionen US-Dollar am Freitag), gefolgt von Grayscale (GSOL: 5,4 Millionen US-Dollar). Die Fonds selbst halten Stand Freitag 1,31 Milliarden US-Dollar netto an Vermögenswerten, von zuvor 1,40 Milliarden US-Dollar. Hyperliquid wiederum zeigt in diesem Marktumfeld eine eigene Dynamik: Die drei öffentlich gehandelten Hyperliquid-ETFs gaben zusammen 15,6 Millionen US-Dollar ab und erweiterten damit eine Abflussserie auf fünf Wochen, die längste Phase seit dem Handelsstart im Mai.
Für die Marktteilnehmer stellt sich damit weniger die Frage, ob diese ETFs kurzfristig wieder Käufer finden, sondern wie nachhaltig das Nachfrageprofil nach dem Risikoabbau ist. Gerade bei Produkten, die sich an einzelnen Assets orientieren, wirken Flows wie ein direktes Stimmungsbarometer: Wenn Nettoabflüsse in mehreren aufeinanderfolgenden Wochen auftreten, verändert sich die Positionierung häufig schneller als sich die grundlegenden Narrativen im Markt. Gleichzeitig muss man den Blick auf das Gesamtbild richten: Zum einen spiegeln die Zahlen eine breite, nicht asset-spezifische Stressphase wider, zum anderen zeigen die Konzentrationsmuster bei einzelnen großen Fonds (etwa IBIT bei Bitcoin oder ETHA bei Ether), dass relativ wenige Produkte überproportional stark auf die Brutto- und Nettobewegungen wirken. In einem Umfeld, in dem politische Ereignisse und Investitionsfantasie an Tech-Ökosysteme gekoppelt werden, können genau diese Flow-Verstärker entscheiden, ob die nächste Konsolidierungswelle wieder in Zuflüsse kippt oder die negative Richtung fortsetzt.
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