LONDON (IT BOLTWISE) – Bitcoin steckt weiterhin in einem bärischen Umfeld, könnte aber die letzte Phase der aktuellen Abwärtsbewegung erreichen. Entscheidend ist dabei die Zone um 59.000 US-Dollar, die laut Chartanalyse einen Richtungswechsel auslösen könnte. Gleichzeitig spielen mehrere Widerstandsbereiche zwischen etwa 64.900 und 66.300 US-Dollar als potenzielle Rückschlagpunkte eine zentrale Rolle. Für Anleger bleibt damit vor allem das Zusammenspiel aus Trendbruch, saisonalen Effekten und einem 260-Tage-Zyklus spannend.

Bitcoin bewegt sich trotz des zuletzt erneuten Drucks nicht ziellos durch den Markt, sondern zeigt in den Augen einer technischen Auswertung ein klareres Bild aus bullischen und bärischen Phasen, die sich über frühere Zyklen wiederholen. Der Kern der Argumentation lautet: Nach etwa einem Jahr Baisse folgt in der historischen Betrachtung häufig eine längere Aufwärtsphase. Der aktuelle Abschwung wird dabei an ein Hoch im Oktober 2025 gekoppelt, wodurch Bitcoin zeitlich in Richtung des „finalen Abschnitts“ der laufenden Abwärtsstrecke rücken soll.
Für das Timing der nächsten Schritte schauen Chartbeobachter vor allem auf die Abstände zwischen Unterstützung und Widerstand. Ein zentrales Widerstandsband wird im Bereich von 66.230 bis 76.640 US-Dollar für die Q3-Phase verortet; diese Spanne gilt als Decke, an der der Kurs bereits „voll“ angelaufen sein soll. Kommt es dort zu einer Zurückweisung, öffnet das aus technischer Sicht Wege nach unten: zuerst Richtung 56.500 US-Dollar, danach ein mögliches Zwischenziel bei 44.000 US-Dollar. Unter beschleunigtem Verkaufsdruck wird sogar 39.000 US-Dollar als weiteres Abwärtsziel genannt – nicht als Garantie, sondern als Szenario, das typischerweise bei steigendem Momentum nach unten greift.
Auf kürzeren Zeiteinheiten verdichtet sich die Analyse: In der jüngeren Vergangenheit soll Bitcoin nahe 66.300 US-Dollar (Mitte Juli) abgewiesen worden sein. Anschließend sei der Kurs unter eine steigende Trendlinie gefallen, die jetzt bei ungefähr 65.300 US-Dollar läge und kurzfristig als Widerstand fungieren könnte. Die Gegenposition dazu ist eine Support-Zone zwischen 59.369 und 62.533 US-Dollar. Genau dieser Korridor wird als „key area“ beschrieben, weil er für eine Wochen-Schlussbewertung entscheidend sein könnte: Wird er gehalten, bleibt der Boden plausibler; kippt er dagegen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Marktstruktur in den bärischen Modus zurückfällt.
Neben dem großen Bild aus Zykluslogik und dem mittelfristigen Support fokussieren sich die Beobachter zusätzlich auf ein zweites Widerstandsfenster für kurzfristige Gegenbewegungen. Dieses Band liegt zwischen 64.922 und 66.227 US-Dollar und soll als Obergrenze für Rebounds dienen. Als Begründung werden Fibonacci-Retracements herangezogen, die aus dem jüngsten Hoch abgeleitet wurden – ein häufig genutztes Werkzeug in der Charttechnik, um mögliche Umkehrniveaus abzuleiten, wenn Märkte von starken Bewegungen zurück in die „Mitte“ eines Trends laufen. Technisch betrachtet geht es damit weniger um eine einzelne magische Zahl, sondern um die Frage, ob Rebounds verkauft werden, bevor sie den nächsten Widerstandsblock „durchbrechen“.
Auch die Saisonalität wird in die Argumentation eingespeist: In der Auswertung zeigt sich, dass August und September in vergangenen Baisse-Jahren häufig schwache Monate waren – genannt werden 2014, 2018 und 2022. Umgekehrt sei Juli typischerweise der stärkere Monat innerhalb eines Bärenjahres. Besonders relevant ist der Blick auf 2022, weil Bitcoin dort noch bis Mitte August zulegen konnte, bevor die Bewegung drehte. Aus dieser Historie leitet der Analyst ein mögliches Muster für die kommenden Wochen ab, warnt aber zugleich davor, dass niemand Saisonalität als Handelsplan „durchdrücken“ sollte: Saisonale Effekte sind statistische Tendenzen, keine deterministischen Forecasts.
Zusätzlich arbeitet die Auswertung mit einem separaten Timing-Modell, das auf einer wiederkehrenden Rhythmik in der Kursbewegung basiert – hier konkret auf einem 260-Tage-Takt. Solche Zyklusmodelle zielen darauf ab, wiederkehrende Phasen in der Preisstruktur zu identifizieren, nicht zwingend die absolute Korrektheit einzelner Tagesmarken. In der Beschreibung heißt es, das Modell habe einen Zyklus-Top in der späten Phase des Mai korrekt „getroffen“, worauf anschließend der aktuelle Selloff gefolgt sei. Für die nahe Zukunft wird daraus ein mögliches Haupt-Tief um Oktober abgeleitet, mit einem Spielraum von zwei bis vier Wochen in beide Richtungen – genau dieser Korridor ist für Marktteilnehmer häufig wichtiger als ein einzelner Termin, weil Liquidität und Risikoappetit selten punktgenau schlagartig umschalten.
Für die Praxis heißt das: Wer die nächsten Wochen um ein mögliches Bodenmuster herum handelt oder Investitionsentscheidungen plant, bekommt aus der Kombination mehrerer Ebenen ein Entscheidungsgerüst. Das Zusammenspiel aus dem kurzfristigen Widerstand bei etwa 65.300 US-Dollar, den Rebound-Grenzen zwischen 64.922 und 66.227 US-Dollar sowie der Support-Zone zwischen 59.369 und 62.533 US-Dollar liefert konkrete Beobachtungspunkte. Gleichzeitig mahnt der Analyst, dass weder saisonale Daten noch Zykluswerkzeuge die exakte Beendigung einer Baisse zeitlich „garantieren“ können. Gerade weil Bitcoin historisch zwar wiederkehrende Muster zeigt, sich diese aber in der Ausprägung unterscheiden können, wird der Bereich um 59.000 US-Dollar zum wahrscheinlichsten Trigger: Haltekräfte dort könnten die nächsten Wochen beruhigen, ein Bruch dagegen würde die im Szenario skizzierten Abwärtsziele (bis hin zu 44.000 und darunter) wieder stärker in den Fokus rücken.
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