LONDON (IT BOLTWISE) – BlackRock hat bislang keinen Antrag für einen eigenen XRP-ETF eingereicht. Während mehrere Wettbewerber XRP-Spot-ETFs in den USA bereits anbieten, verweist der Vermögensverwalter vor allem auf die Kundennachfrage. Für Anleger bleibt damit offen, ob XRP künftig über iShares- oder andere Strukturen in das Produktportfolio rückt. Entscheidend dürfte werden, wie stark Liquidität und Marktreife des Tokens ausfallen.

Der Blick auf XRP-ETFs wird aktuell auch deshalb enger, weil ein Schwergewicht auf der Seite der großen Vermögensverwalter bisher nicht mitzieht: BlackRock hat nach den vorliegenden Angaben bislang keinen Antrag für einen eigenen XRP-ETF eingereicht. Das ist insofern bemerkenswert, als XRP inzwischen über börsengehandelte Produkte anderer Anbieter in den US-Markt gelangt ist und damit nicht mehr ausschließlich auf Krypto-Börsen mit direktem Wallet- oder Abwicklungsrisiko beschränkt bleibt. Die Ausgangslage für Anleger ist damit klar: Wer XRP-basiert börsennotiert investieren will, findet in den USA bereits mehrere Optionen, während BlackRock den Schritt zu einem XRP-Produkt bislang nicht öffentlich untermauert.
Konkrete Zahlen zur Marktabdeckung liefert der Hinweis, dass sieben US-Spot-XRP-ETFs zuletzt zusammen rund 1,77 Milliarden US-Dollar verwaltet haben. Zu den genannten Anbietern gehören Bitwise und Grayscale; zudem wird darauf verwiesen, dass entsprechende Produkte von der US-Börsenaufsicht bereits zugelassen und am Markt verfügbar sind. Technisch bedeutet das: Statt XRP-Token selbst zu halten, können Anleger über einen ETF die Wertentwicklung indirekt abbilden. Für die Marktmechanik ist entscheidend, wie diese Konstrukte strukturiert sind – insbesondere, wie der Fonds seine Bestände verwahrt und wie Börsenhandel und Market-Maker die Kurse spiegeln. BlackRock fehlt hier derzeit als zusätzlicher Liquiditätstreiber, obwohl große Häuser in der Regel auch dann Marktanteile gewinnen, wenn bereits Produkte existieren.
Bei BlackRock wird der Entscheidungsprozess für neue Krypto-Produkte vor allem über „Kundennachfrage“ beschrieben. In den vorliegenden Angaben wird dazu auf Faktoren verwiesen, die Robbie Mitchnick, Head of Digital Assets bei BlackRock, bereits im September 2025 genannt haben: neben der Nachfrage auch Marktkapitalisierung und Liquidität des jeweiligen digitalen Vermögenswerts, die Marktreife sowie die Eignung für ein Anlageportfolio. Dass die Nachfrage die höchste Priorität bekommt, erklärt, warum der Vermögensverwalter trotz öffentlicher Erwartungen nicht automatisch jedem Token hinterherläuft. Gerade bei Krypto-ETFs entscheidet die Kombination aus Handelsvolumen, realer institutioneller Nutzung und dem Risiko- und Betriebsrahmen darüber, ob ein Produkt skalieren kann – nicht allein die Popularität des Assets.
Gleichzeitig tauchen immer wieder Spekulationen über einen späteren Einstieg auf, etwa im Zusammenhang mit einem möglichen Zeitfenster Ende 2026 oder Anfang 2027, das ein CEO eines konkurrierenden Anbieters angedeutet hatte. Wichtig ist jedoch: Aus den vorliegenden Informationen ergibt sich keine Bestätigung durch BlackRock selbst, sondern eher eine Einordnung aus dem Wettbewerbsumfeld. Eine bestärftigte Entscheidung für einen XRP-ETF liege bislang nicht vor. Parallel dazu bleibt das Krypto-Portfolio von BlackRock im engeren Sinne fokussiert: Über die Marke iShares werden Bitcoin- und Ethereum-basierte Produkte hervorgehoben, darunter ein iShares Bitcoin Trust ETF sowie ein iShares Staked Ethereum Trust ETF. Auf den genannten Übersichtsseiten für digitale Vermögenswerte findet sich dagegen kein XRP-Produkt, was den Status Quo unterstreicht.
Für Unternehmen und Asset-Manager ist daraus vor allem eine Botschaft ableitbar: Wenn ein Systemanbieter wie BlackRock bestimmte Krypto-Assets bewusst priorisiert, dann folgt daraus häufig auch eine indirekte Definition dessen, was institutionell bereits als „tragfähig“ gilt. Für CTOs, Produktverantwortliche und Treasury-nahe Teams ist außerdem relevant, dass Krypto-ETFs nicht nur Finanzprodukte sind, sondern auch operative Fragezeichen mitziehen – etwa rund um Verwahrung, Abwicklung, Datenqualität für NAV-Berechnungen und den Umgang mit Marktphasen, in denen Liquidität kurzfristig schwankt. Wenn BlackRock XRP irgendwann ergänzt, wird sich das daher wahrscheinlich an messbaren Parametern orientieren: Nachfragevolumen auf Kundenseite, ausreichende Liquidität und eine Marktreife, die sich in Handel und Pricing widerspiegelt. Bis dahin bleibt XRP über ETFs anderer Anbieter in den USA verfügbar, während BlackRocks Position eher abwartend ist.
Unterm Strich verschiebt sich die Debatte damit von „Ob“ zu „Wann“ und vor allem zu „unter welchen Bedingungen“. Der Hinweis auf die SEC-Unterlagen und die bereits handelbaren Spot-XRP-ETFs anderer Anbieter zeigt: Der Markt kann das Produkt technisch und regulatorisch aufnehmen. BlackRock muss aber intern entscheiden, ob das Asset das Portfolioprofil verbessert und ob die Kundennachfrage groß genug ist, um sowohl betriebliche als auch kommerzielle Risiken zu rechtfertigen. Für Anleger bedeutet das: Wer XRP-basiert investieren will, kann in den USA bereits auf bestehende ETF-Strukturen zurückgreifen – wer auf BlackRock als zusätzlichen Gatekeeper setzt, wartet weiterhin auf ein konkretes Signal.
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