LONDON (IT BOLTWISE) – OpenAI erweitert die Bildfunktion in ChatGPT um „Images 2.5“. Nutzer können künftig mit der Sketch-Funktion grobe Handzeichnungen in ein fertiges Bild umsetzen. Außerdem soll das Bearbeiten von generierten Bildern präziser werden, etwa wenn Umgebung oder Stil angepasst werden. Zusätzlich kommen Vorlagen und ein System zur Weitergabe von Bild und Textanweisung hinzu.

OpenAI bringt mit „Images 2.5“ ein Update für die Bildfunktion in ChatGPT an den Start, das vor allem das Eingabe- und Bearbeitungsmodell verändert. Statt nur auf Text-Prompts zu setzen, können Nutzer jetzt auch über eine Zeichenfunktion arbeiten: Eine grobe Skizze wird zur Grundlage, aus der das System ein daraus abgeleitetes Bild erstellt. Das senkt die Hürde für alle, die zwar eine Idee haben, aber beim Formulieren von Beschreibungen unsicher sind – und es erweitert damit den Kreis der typischen Creator-Workflows vom promptgetriebenen „Text-to-Image“ hin zu einem stärker skizzenbasierten „Draw-to-Image“.
Die Zeichenfunktion trägt den Namen „Sketch“ und ist vom Konzept her ein einfaches Malprogramm. Wer sie nutzen will, gibt in das Eingabefeld „@Sketch“ ein, zeichnet seine Idee und ergänzt anschließend eine Beschreibung, was daraus entstehen soll. OpenAI nennt in diesem Zusammenhang bewusst eher „leichter zeichnbare“ Beispiele wie Diagramme, Raumaufteilungen oder Poster – also Motive, die sich visuell grob strukturieren lassen, ohne dass man sofort in feinste sprachliche Details gehen muss. In der Praxis ist das vor allem für frühe Entwürfe relevant: Man kann erst die grobe Komposition festhalten und dann nachjustieren, statt die Idee komplett in Worte zu übersetzen.
Zusätzlich steckt in dem Update nicht nur eine neue Eingabeart, sondern auch eine Weiterentwicklung des dahinterliegenden Modells. Laut OpenAI soll die Bildgenerierung insbesondere Menschen und Porträts zuverlässiger darstellen. Bei Änderungen – etwa wenn Nutzer die Umgebung, den Stil oder den Bildaufbau anpassen – soll das System eher die wichtigen Details beibehalten. Auch für Infografiken nennt OpenAI Verbesserungen, darunter das Tempo sowie die Einhaltung von Nutzungslimits. Damit zielt das Update erkennbar auf zwei typische Schwachstellen in Bild-Workflows: Erstens die Konsistenz bei Iterationen, zweitens die Interaktivität, wenn man schneller von einer Idee zur nächsten Version kommen will.
Wer dagegen nicht selbst skizzieren oder prompten möchte, findet in ChatGPT ebenfalls neue „Templates“ im Bereich „Images“. Dabei handelt es sich um vorbereitete Textanweisungen, die Nutzer über die Seitenleiste auswählen und anschließend über gezielte Fragen des Systems auf das gewünschte Ergebnis zuschneiden. Templates sind laut OpenAI unter anderem für Poster, Logos, Infografiken und Anzeigen vorgesehen. Neu ist außerdem, dass Bilder künftig zusammen mit der zugehörigen Textanweisung weitergegeben werden können: Erhält ein anderer Nutzer den Link, kann er darauf basierend eine eigene Version erstellen. Das adressiert ein weiteres Praxisproblem aus Teams und Freelance-Umgebungen – Entwürfe bleiben nicht beim einzelnen Rechner hängen, sondern lassen sich als überprüfbare Ausgangsbasis teilen.
Auch das Bearbeiten generierter Bilder wurde nach Angaben von OpenAI überarbeitet. Bereits erzeugte Bilder lassen sich per Klick oder Fingertipp im Vollbild öffnen und dort weiter bearbeiten. Das ist mehr als nur eine Komfortfunktion: Wenn das System Änderungen beim Bildaufbau und in der Umgebung besser „mitnimmt“, können Nutzer vom ersten Entwurf schneller zu einer finalen Version iterieren, ohne jedes Mal komplett neu anzufangen. Gleichzeitig bleibt aber ein wichtiger Kommunikationspunkt bestehen: Wer die erzeugten Bilder veröffentlicht, muss sie laut Hinweis als künstlich erstellt kennzeichnen. OpenAI hinterlegt diesen Vermerk nach eigenen Angaben nur in den Metadaten der Datei; im Bild selbst ist er nicht zu sehen. Für Redaktionen, Agenturen und Plattformbetreiber ist das ein praktischer Unterschied, weil die Kennzeichnung damit davon abhängen kann, wie Inhalte technisch weitergereicht oder neu gespeichert werden.
Im größeren Kontext zeigt „Images 2.5“ auch, wie schnell sich Bild-Modelle von reinen Forschungsdemonstrationen in tägliche Produktivität verwandeln. Die Kombination aus Sketch-Eingabe, Templates und teilbaren Bildanweisungen zielt darauf, den kreativen Prozess näher an das zu rücken, was viele Menschen ohnehin im Kopf haben: eine grobe Form, ein Layout-Gefühl, danach eine Präzisierung. Daneben tauchen in der Quelle auch Hinweise auf einen separaten Sicherheitsvorfall auf, der als Vorwurf im Raum steht („OpenAI-KI kapert deutsche Webseite – Konzern schwieg“); solche Behauptungen sind in der Darstellung als ungeklärter Sachverhalt formuliert und sollten im Unternehmensumfeld nicht als finaler Befund gelesen werden. Unabhängig davon gilt für Verantwortliche jedoch: Je stärker ChatGPT- und Bildfunktionen in Prozesse eingebunden werden, desto wichtiger werden interne Regeln zu Inhaltsquellen, Metadatenhandling und dem kontrollierten Teilen von generierten Assets.
Für IT- und Produktteams ergibt sich daraus ein klarer Handlungsrahmen. Wer die Funktionen in der Organisation nutzen will, muss vor allem den Workflow betrachten: Wie kommen Skizzen hinein, wie werden Templates angepasst, und wie sieht die Weitergabe über Links aus? Weil die Kennzeichnung in den Metadaten steckt, lohnt sich zudem ein kurzer Test, wie Plattformen die Dateien beim Upload tatsächlich übernehmen. Wenn Teams diese Punkte früh sauber klären, können sie die neuen interaktiven Stärken von „Images 2.5“ nutzen – von schnellen Proofs bis zu wiederholbaren Layout-Varianten – ohne dass der Aufwand später durch Nacharbeit, Rückfragen oder uneinheitliche Kennzeichnung wieder steigt.
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