MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Eine neue Cyber-Kampagne aus China hat es auf Zulieferer von Herstellern in sensiblen Bereichen abgesehen, um geistiges Eigentum zu stehlen. Check Point, ein führendes Unternehmen im Bereich der Cybersicherheit, hat diese Bedrohung identifiziert und arbeitet an einem umfassenden Bericht, der in den kommenden Wochen veröffentlicht werden soll.

In einer zunehmend vernetzten Welt, in der die digitale Infrastruktur von Unternehmen immer komplexer wird, stehen Hersteller vor neuen Herausforderungen in der Cybersicherheit. Eine aktuelle Untersuchung von Check Point hat eine gezielte Cyber-Kampagne aus China aufgedeckt, die es auf Zulieferer von Herstellern in sensiblen Bereichen abgesehen hat. Diese Kampagne zielt darauf ab, geistiges Eigentum zu stehlen und die Lieferketten der betroffenen Industrien besser zu verstehen.
Lotem Finkelsteen, Direktor für Bedrohungsforschung bei Check Point, erklärte in einem Interview, dass die Hackergruppe aktiv Netzwerke von Firmen infiltriert, die Komponenten für die Fertigungsindustrie liefern. Besonders im Visier stehen Zulieferer von chemischen Produkten und physikalischen Infrastrukturkomponenten wie Rohre. Diese Unternehmen sind oft nicht ausreichend gegen Angriffe von so mächtigen staatlichen Akteuren geschützt.
Die Angreifer nutzen aggressive Taktiken, um Zugang zu den Netzwerken der Zulieferer zu erlangen. Sie zielen auf sogenannte Edge-Geräte ab, indem sie kürzlich veröffentlichte Schwachstellen ausnutzen, für die noch keine Patches installiert wurden. Besonders betroffen sind operative Relaisboxen, die oft als schlecht gesicherte IoT-Geräte fungieren. Diese Taktik ist typisch für chinesische Hackergruppen, die in der Vergangenheit ähnliche Methoden angewandt haben.
Finkelsteen betonte, dass die Identifizierung der Angriffswege sowohl neue als auch bekannte Methoden aufzeigt, die mit chinesischen staatlichen Gruppen in Verbindung stehen. Dies erschwert die genaue Zuordnung der Angriffe, da viele chinesische Hackergruppen zunehmend Werkzeuge und Techniken teilen.
Die Parallelen zu früheren Kampagnen wie Volt Typhoon, die 2023 und 2024 kritische Infrastrukturen und Telekommunikationsunternehmen in den USA ins Visier nahmen, sind unverkennbar. Diese Kampagnen ermöglichten es den Angreifern, in einige US-Regierungsbehörden einzudringen und sensible Informationen zu erlangen.
Die aktuelle Bedrohung verdeutlicht die Notwendigkeit für Unternehmen, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu überdenken und sich als Teil eines größeren Netzwerks zu sehen, in dem auch benachbarte Unternehmen potenzielle Ziele sein können. Die Cybersicherheitslandschaft entwickelt sich ständig weiter, und Unternehmen müssen wachsam bleiben, um sich gegen solche hochentwickelten Bedrohungen zu schützen.
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