PARIS / LONDON (IT BOLTWISE) – Citroën bringt das 2CV-Feeling als Elektro-Konzept auf den Pariser Autosalon 2026 zurück. Das Fahrzeug soll bis 2028 als Serienmodell erscheinen und dabei auf einen Einstiegspreis von rund 15.000 Euro zielen. Technisch orientiert sich das Konzept an einer neuen Generation kompakter E-Fahrzeuge, das Gewicht soll bei etwa einer Tonne landen. Für den Alltag verspricht Citroën zudem leichtere Wartung und ein praxisnahes Layout, das das Einparken vereinfachen soll.

Citroën nutzt den Pariser Autosalon 2026 als Bühne für ein Comeback mit hohem Wiedererkennungswert: Das 2CV Concept, in Frankreich gern „La Deuche“ genannt, soll die Idee der Ente in die Elektromobilität übertragen. Die Richtung ist dabei klar auf Reichweite, Alltagstauglichkeit und Kosten ausgelegt. Der Hersteller kündigt an, dass bis 2028 ein Serienmodell folgen soll, das in Europa gefertigt wird und bei rund 15.000 Euro Einstiegspreis eine deutlich breitere Zielgruppe erreichen soll.
Was das Konzept vom Retro-Showcase abhebt, ist die konkrete Zielsetzung für ein kleines, leichtes Fahrzeug. Mit 3,76 Metern Länge fällt das 2CV Concept sogar kürzer aus als das historische Original, das von 1948 bis 1990 gebaut wurde. Citroën nennt als Zielgewicht etwa eine Tonne – ein Wert, der bei kompakten Elektroautos direkt auf die Batteriedimensionierung einzahlt. Weniger Masse bedeutet eine kleinere und damit günstigere Batterie, weniger Energiebedarf im Fahrbetrieb und damit niedrigere Betriebskosten. Entsprechend betont der Entwurf auch Details, die auf einfache Fertigung und Reparaturfreundlichkeit zielen: flächige Karosserieelemente, direkte Lufteinlässe unterhalb der Windschutzscheibe sowie Stoßfänger, die getrennt und einzeln austauschbar sein sollen.
Technisch setzt Citroën nicht nur auf den elektrischen Antrieb als solchen, sondern auf das Zusammenspiel aus Fahrzeug und Komponenten. Besonders auffällig ist die Zusammenarbeit mit Michelin am „universellen digitalen Reifen-Zwilling“, der das Fahrzeugverhalten kontinuierlich an Umgebungsbedingungen anpassen und den Zustand der Reifen dauerhaft überwachen soll. Das ist für den Alltag relevant, weil Reifenverschleiß, Temperatur und Oberflächenhaftung im Stadtverkehr und bei wechselndem Wetter die Effizienz sowie das Sicherheitsgefühl beeinflussen. Auch wenn das Serienpaket noch offen bleibt, zeigt die Integration dieses Ansatzes, dass das 2CV Concept eher als System gedacht ist – vom Fahrwerk bis zur Reifenstrategie.
Das Design übersetzt die klassische Ente-Familie in moderne Linienführung, ohne die Archetypen zu verstecken. An der Front finden sich freistehende runde Scheinwerfer mit einer LED-Lichtsignatur sowie eine Motorhaube, die Anklänge an das historische Projekt „TPV“ trägt. Dazu kommen integrierte Luftöffnungen und sichtbar platzierte Scheibenwischer. In der Seitenansicht prägen eine steil stehende Frontscheibe, eine geschwungene Dachlinie und ausgeprägte Kotflügel die Silhouette, während gespannte Flächen und Türgriffe im Stil des alten 2CV den Charakter beibehalten. Selbst die Räder greifen mit 19-Zoll-Stahlrädern und historischen Anleihen den Retro-Geist auf, ohne komplett in die Vergangenheit abzudriften.
Im Innenraum macht Citroën den Schritt vom klassischen Blech hin zu einem durchdachten, nutzerzentrierten Cockpit. Statt eines klassischen Armaturenbretts soll ein besonderes Raumgefühl entstehen, das den Platz für Insassen in den Mittelpunkt stellt – ergänzt durch breite Sitze mit Citroën Advanced Comfort-Technologie. Der Beifahrersitz lässt sich ausziehen, und zahlreiche praktische Lösungen wie herausnehmbare Aufbewahrungskörbe oder Türgriffe aus weichen Gurtschlaufen unterstreichen den funktionalen Anspruch. Zentral ist eine Art Zylinder als zentrale Bedieneinheit, an der unter anderem Lenkrad, Steuerhebel und Schaltwippe sowie das Citroën Smart Vision Display befestigt sind, das wichtige Informationen in das Blickfeld des Fahrers projizieren soll.
Für die digitale Bedienebene nennt Citroën einen quadratischen 8-Zoll-Touchscreen, der digitale und physische Funktionen zusammenführen soll – grafisch inspiriert von der Comic-Kultur. Dazu kommt „Radio ën“ als herausnehmbares Radiosystem, das zugleich als Lautsprecher dienen und Nutzer auch außerhalb des Fahrzeugs begleiten soll. Ein Stoff-Faltdach verspricht frühes Licht und Offenheit, also genau jene Mischung aus Nutzgefühl und Freiheit, die das 2CV in der Wahrnehmung vieler bis heute prägt. Bei den Farben geht es ebenfalls in diese Richtung: „Infra Red“ kombiniert Orange mit gelben und roten Reflexen, während das traditionelle Karomuster auf den Sitzen neu interpretiert wurde. Gleichzeitig bleibt der Entwurf mit augenzwinkernden Details nah am Original, etwa mit Symbolik auf Pedalen (Schildkröte für die Bremse, Hase fürs Fahrpedal) und Türablagen, die sogar für den Transport von Eiern ausgelegt sein sollen.
Unterm Strich positioniert sich das 2CV Concept als kompakte Elektro-Plattform im Citroën-Portfolio zwischen Ami und C3. Spekulativ wird in der Beschreibung auch eine mögliche technische Nähe zum e-C3 Urban Range erwähnt, der über gut 200 km Reichweite verfügt; beim 2CV Concept soll die Leistung jedoch reduziert werden. Das passt zur Strategie, ein Leichtfahrzeug-ähnliches Konzept in eine erschwingliche Serie zu überführen. Entscheidend wird sein, wie viel vom Konzeptcharakter im Serienauto erhalten bleibt: Fahrbarkeit, Platzgefühl und Wartungsfreundlichkeit lassen sich oft besser übertragen als bestimmte Design- und Sonderdetails. Wenn Citroën das Timing bis zur Premiere des Serienmodells 2028 und den Preis von rund 15.000 Euro tatsächlich hält, dürfte der Wettbewerb im Segment der bezahlbaren Elektro-Kleinwagen spürbar unter Druck geraten – nicht nur durch den Markeneffekt, sondern weil die gesamte Konstruktion auf Alltag, geringe Masse und effizientes Zusammenspiel einzelner Komponenten abzielt.
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