LONDON (IT BOLTWISE) – Ein Fehler in der Coldcard-Firmware soll Angreifern erlaubt haben, Wiederherstellungs-Seed-Phrasen zu rekonstruieren und damit mindestens 38 Millionen US-Dollar in Bitcoin zu stehlen. Obwohl der Hersteller das Problem per Update behoben hat, reicht das nach Angaben der Beteiligten nicht aus: Betroffene müssen neue Wallets anlegen und ihre Bestände umziehen. Der Vorfall verschärft die Debatte, ob private Schlüssel in der Praxis zuverlässig genug durch einzelne Nutzer abgesichert werden können. Gleichzeitig steigt die Attraktivität von regulierten Verwahrmodellen und börsengehandelten Bitcoin-Produkten.

Der Coldcard-Exploit wirkt wie ein Brandbeschleuniger für eine Debatte, die Bitcoin seit Jahren begleitet: Selbstverwahrung gilt als Gegenentwurf zu Börsen- und Bankenrisiken, doch die Sicherheit verschiebt sich dabei in die Hände der Nutzer – und damit in deren Prozessketten. Im konkreten Fall wird ein Firmware-Fehler beim Erzeugen von Wallet-Seeds mit einem Diebstahl von mindestens 38 Millionen US-Dollar in Verbindung gebracht. Besonders brisant ist dabei nicht nur der Betrag, sondern die Art des Angriffs: Angreifer sollen Wiederherstellungsphrasen nachbauen und so Bestände aus Wallets übernehmen können, die Anwender zuvor als „sicher selbstverwahrt“ betrachteten.
Was zunächst nach einem klassischen Hardware-Wallet-Problem klingt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Risiko in der Schlüsselgenerierung. Forschende sollen festgestellt haben, dass bestimmte Firmware-Versionen beim Seed-Setup weniger Zufälligkeit erzeugten als beabsichtigt. Das ist sicherheitstechnisch ein fundamentaler Unterschied: Seed-Mechanismen basieren im Kern auf Entropie. Wenn diese Entropie unter den Zielwert fällt, sinkt die effektive Suchstrecke für Angreifer – und aus kryptografischem „Würfeln“ wird rechnerisch angreifbarer Raum. Die Konsequenz: Selbst wenn der Rest des Systems korrekt arbeitet, kann der Schaden bereits ganz am Anfang der Kette passieren.
Herstellerseitig wurde inzwischen ein Patch bereitgestellt; dennoch bleibt die Lage für Betroffene anspruchsvoll. In der Darstellung des Herstellers (über ein offenes Schreiben des CEO) wird betont, dass das Update zwar Seeds schützt, die künftig neu generiert werden. Für Seeds, die bereits auf verwundbarer Firmware erzeugt wurden, gilt aber: Ein Firmware-Update allein beseitigt das Risiko nicht. Praktisch bedeutet das, dass Nutzer neue Wallets erstellen und ihre Gelder umziehen müssen, statt lediglich die Software zu aktualisieren. Damit wird eine häufig unterschätzte Realität sichtbar: Security-„Fixes“ am Produkt ändern oft nicht automatisch die bereits ausgeprägten Geheimnisse, die einmal aus problematischer Entropie hervorgegangen sind.
In der öffentlichen Debatte prallen dabei zwei Sicherheitsmodelle aufeinander. Bitcoin-Befürworter argumentieren seit langem, dass das Halten eigener Schlüssel das Gegenparteirisiko zentraler Verwahrer reduziert – ein Argument, das durch große Börsenprobleme wie FTX zusätzliche Resonanz bekam. Kritiker drehen die Perspektive: Nutzer tauschten nicht automatisch „weniger Risiko“ gegen „mehr Selbstbestimmung“, sondern oft nur eine Risikokategorie gegen eine andere. Lorenzo Valente von ARK Invest bringt es auf den Punkt, indem er betont, dass Verbraucher im Ergebnis nicht nur Gegenparteirisiken ersetzen, sondern zusätzlich Software-, Hardware-, Supply-Chain-, Phishing- und Backup-Risiken sowie die Gefahr tragen, „alles durch einen einzigen Fehler“ zu verlieren. Aus derselben Ecke kommt auch die scharfe Einordnung, dass der Vorfall genau nicht wie ein „Hot-Key“-Börsenhack funktioniert, sondern wie massenhaft rekonstruierte private Schlüssel.
Auch Sicherheitsfachleute ordnen das Ereignis in den breiteren Trend erfolgreicher Krypto-Angriffe ein. Laut Blockaid sollen die meisten Verluste in der ersten Hälfte 2026 nicht aus Smart-Contract-Hacks entstanden sein, sondern aus kompromittierten Schlüsseln und operativen Sicherheitsversäumnissen. Der gemeinsame Nenner ist dabei die Beobachtung, dass Anwender Systeme nutzen, deren Schutzmechanismen sie selbst nicht vollständig prüfen oder direkt bedienen. Ido Ben-Natan, Mitgründer und CEO von Blockaid, beschreibt den Kern als „Upstream“-Problem: Ein Hardware-Wallet kann sicher sein, aber entscheidende Schutzmaßnahmen müssen bereits in der Firmware-Entwicklung und im Testen eingebaut werden, bevor der Nutzer überhaupt Kontrolle über die eigenen Assets übernimmt.
Parallel dazu wird das Timing der Debatte durch KI-getriebene Angriffsarbeit verschoben. Wenn künstliche Intelligenz die Kosten senkt, Schwachstellen zu entdecken und Varianten schneller zu testen, geraten „Set-and-forget“-Sicherheitsannahmen unter Druck. Ein Taproot-Entwickler wie Udi Wertheimer formuliert es sinngemäß so, dass „bequemes Ruhen“ der Bitcoins an einem geheimen Ort ohne fortlaufende Wachsamkeit nicht mehr realistisch ist. Stattdessen wird Sicherheitsmonitoring entweder zur eigenen Daueraufgabe oder – alternativ – in Form spezialisierter Teams an professionelle Verwahrer delegiert. In diese Richtung argumentieren auch jene, die betonen, dass offene Firmware nicht automatisch „bessere“ Sicherheit garantiert, wenn Architektur, Testtiefe und unabhängige Verifikation nicht robust genug sind.
Ökonomisch könnte der Effekt ebenfalls messbar werden: Der Vorfall fällt in eine Phase, in der institutionelle Bitcoin-Produkte zunehmend breite Zielgruppen erreichen. David Lawrence von Amicus sieht in solchen Ereignissen ein Signal, das neue Investoren weg von der Verwaltung privater Schlüssel und hin zu regulierten Produkten lenken könnte – ausdrücklich nennt er mit Blick auf Spot-Bitcoin-ETFs etwa den iShares Bitcoin Trust (IBIT). Für die langfristige Ideengeschichte ist das mehr als nur ein PR-Moment: Wenn aus „Selbstverwahrung ohne Vertrauen“ in der Praxis „Vertrauen in Softwarequalität und sichere Prozesse“ wird, verschiebt sich der Mainstream-Entscheidungsraum. Der Coldcard-Fall liefert dafür ein konkretes Beispiel, das Selbstverwahrung nicht widerlegt, aber die operative Realität härter macht als viele Nutzerannahmen.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "Coldcard-Exploit nach 38 Mio. US-Dollar Diebstahl rückt Selbstverwahrung unter Druck" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "Coldcard-Exploit nach 38 Mio. US-Dollar Diebstahl rückt Selbstverwahrung unter Druck" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »Coldcard-Exploit nach 38 Mio. US-Dollar Diebstahl rückt Selbstverwahrung unter Druck« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!