BERLIN / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Datenschutzbehörden in Europa verschärfen ihre Maßnahmen gegen Unternehmen, die Auskunftsersuchen ignorieren. Dies kann zu erheblichen Bußgeldern führen, unabhängig von anderen Datenschutzverstößen. Unternehmen müssen sich auf strengere Kontrollen und höhere Strafen einstellen, insbesondere wenn sie die Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden verweigern.

Die europäischen Datenschutzbehörden haben ihre Gangart gegenüber Unternehmen, die offizielle Auskunftsersuchen ignorieren, deutlich verschärft. Diese Verweigerung kann nun als eigenständiger Verstoß geahndet werden, was empfindliche Strafen nach sich ziehen kann. Ein aktueller Bericht der Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) zeigt, dass die Anzahl der Beschwerden und Anfragen im Jahr 2025 um 36 Prozent gestiegen ist. Dies hat zu einer intensiveren Prüfungstätigkeit geführt, bei der sowohl Vor-Ort-Kontrollen als auch schriftliche Prüfungen durchgeführt wurden.
Der Europäische Datenschutzausschuss (EDPB) hat zudem einen koordinierten Durchsetzungsrahmen für 2024/2025 eingeführt, der sich auf die Transparenz- und Informationspflichten der DSGVO konzentriert. Unternehmen im Europäischen Wirtschaftsraum müssen mit standardisierten Fragebögen rechnen, die von ihren nationalen Aufsichtsbehörden versendet werden. Die Missachtung dieser Anfragen kann zu erheblichen Bußgeldern führen, wie Beispiele aus Polen und Spanien zeigen, wo Unternehmen für die Nichtbeantwortung von Auskunftsersuchen bestraft wurden.
Besonders betroffen sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die oft nicht auf die Anforderungen vorbereitet sind. Die BfDI-Berichte bestätigen, dass die Behörden systematisch gegen Unternehmen mit einem Jahresumsatz unter 500 Millionen Euro vorgehen. Viele dieser Unternehmen scheitern bereits an der 72-Stunden-Frist für die Meldung von Datenschutzverstößen. Die europäische Rechtsprechung hat zudem die Grundlagen für Bußgelder gestärkt, indem sie es den Behörden ermöglicht, Strafen direkt gegen Unternehmen zu verhängen, ohne einen schuldhaften Geschäftsführer identifizieren zu müssen.
Die regulatorische Landschaft wird sich weiter verschärfen, insbesondere mit dem Inkrafttreten des EU AI Acts im August 2026, der zusätzliche Strafen für Hochrisiko-Systeme vorsieht. Unternehmen sind daher gut beraten, ihre Compliance-Maßnahmen zu verstärken und die Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden zu suchen, um mögliche Strafen zu vermeiden. Die Einführung von automatisierten Aufsichtssystemen und spezialisierten Einheiten wie dem „ReguLab“ zeigt, dass die Behörden zunehmend auf technologische Lösungen setzen, um die Einhaltung der Datenschutzvorschriften zu überwachen.
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