LONDON (IT BOLTWISE) – Die Jubiläumsstaffel bringt am 28. September 2026 die Rollen in der Gründershow durcheinander: Diana kehrt als Unternehmerin in die Höhle zurück und pitcht eigene Konzepte. Erstmals sitzt sie damit nicht als Kapitalgeber, sondern als Gründerin im Zentrum der Verhandlung. Die Folge zeigt, wie Produktzahlen, Bewertung und Skalierung im Alltagshandwerk zusammenkommen. Entscheidend wird, ob aus Erfahrung auf Investorenseite auch ein schlagkräftiger Pitch entsteht.

Die Gründershow bekommt für ihre Jubiläumsstaffel am 28. September 2026 eine ungewöhnliche Drehung: Diana „zur Löwen“ ist diesmal nicht als Investorin Teil der Diskussion, sondern präsentiert ein eigenes Konzept gemeinsam mit Mitgründerinnen. Damit verschiebt sich das gewohnte Machtgefüge. Wer die Sendung kennt, weiß, welche Prüffragen typischerweise kommen – Marktgröße, Bewertungslogik, Skalierbarkeit und der konkrete Mehrwert eines Investors. Genau diese Mechanik bekommt Diana aber nicht aus dem Investorensessel vermittelt, sondern aus der Situation heraus, selbst eine strategische Partnerschaft zu gewinnen.
Im Hintergrund bleibt jedoch die gleiche harte Realität des Pitchs: Ein Investment entsteht nicht allein aus der Produktidee, sondern aus der Kombination von Wachstumsperspektive, Marktposition und einer nachvollziehbaren Bewertung. Das Format macht dabei sichtbar, wie verschieden die Ausgangslage unter den Teams sein kann. Während manche Gründer noch am nächsten großen Schritt arbeiten, nennen andere bereits Umsätze und Verkaufszahlen. Gerade in der Praxis bedeutet das: Die Fragen drehen sich schneller von „Warum kauft man das überhaupt?“ zu „Wie wird daraus eine wiederholbare Skalierungsmaschine?“ – also Vertrieb, Margen, Wiederbuchungen oder die Frage, wie schnell sich ein Angebot in neue Kanäle und Kundensegmente ausrollen lässt.
Technisch und marktnah wird es gleich in mehreren Konzepten, die auf den ersten Blick wie klassische Alltagsthemen wirken, aber jeweils ein anderes Prinzip in Richtung Geschäftsmodell übersetzen. Bei „artem oral care“ geht es um Zahnpflege und Mundgesundheit, konkret um Produkte für Morgen- und Abendroutine und Themen wie Mikrobiom und Ästhetik. Das Team liefert auch Zahlen: Nach Angaben der Gründerinnen wurden innerhalb der ersten sechs Monate rund 196.000 Euro Umsatz mit zunächst einem Produkt erreicht, später wurde das Sortiment erweitert. Für zehn Prozent der Firmenanteile werden 300.000 Euro angeboten, daraus leitet sich auf Basis des Angebots eine Unternehmensbewertung von drei Millionen Euro ab. In solchen Momenten wird der Pitch zur Bewertungsübung: Nicht nur das Produkt soll überzeugen, sondern auch die Frage, wie schnell der Nutzen sich in einer größeren Produktlinie und mit stabiler Kundenakquise in Umsatz übersetzen lässt.
Daneben steht ein eher ingenieurgetriebener Ansatz: „SchaumPo“ zielt auf ein wasserdruckbetriebenes, wiederbefüllbares Schaumbad, das am Duschschlauch befestigt wird und den Badeschaum beim Einlassen des Wassers direkt erzeugen soll – ohne Strom oder Akku. Für zehn Prozent der Firmenanteile werden 200.000 Euro genannt. In der Logik des Formats ist das besonders spannend, weil es eine sehr konkrete Frage berührt: Lässt sich aus einer Lösung für ein Alltagsproblem ein skalierbares Produktgeschäft bauen? Hier hängt viel an der Herstellung, an Packaging und an der Kanalstrategie, denn die technische Idee allein löst nicht automatisch den nächsten Wachstumsschritt aus.
Auch „Loume“ setzt auf einen Alltagsrhythmus, nur mit anderer Technologie: Das Gerät soll als persönlicher Schlafcoach dienen. Schlafmeditationen, rotes Licht und ein Atemring, der an die Decke projiziert wird, begleiten die abendliche Routine; am Morgen simuliert es einen Sonnenaufgang. Der Investorenstuhl bleibt dabei nicht theoretisch. Besonders auffällig ist, dass ein Investor das Produkt aus eigener Nutzung kennt. Für die Gründer ändert das den Charakter des Pitches: Sie müssen nicht bei null starten, sondern können sich stärker auf die nächsten Verbesserungs- und Skalierungspunkte konzentrieren. Bei „Loume“ suchen die Gründer für zehn Prozent der Firmenanteile 350.000 Euro, wodurch die Bewertung nicht nur von der Technik, sondern auch von der nachweisbaren Nachfrage und dem Ausbau des Angebots bestimmt wird.
Mit „Sauberkugel“ kommt dann ein Konzept, das bereits marktwirtschaftlich „gelandet“ ist: Die Kugel nimmt durch Bewegung in Taschen Krümel, Sand und Staub auf und lässt sich anschließend reinigen und wiederverwenden. Laut Angaben der Gründer wurden bereits mehr als 1,5 Millionen Exemplare verkauft und rund acht Millionen Euro Umsatz erzielt. Zudem ist das Produkt nicht nur in Deutschland verfügbar, sondern auch in mehreren weiteren Märkten. Für zehn Prozent der Firmenanteile werden 250.000 Euro genannt. Hier verschiebt sich die Pitch-Perspektive spürbar: Das Team muss nicht mehr beweisen, dass Kunden kaufen, sondern wie sich das vorhandene Wachstum verstetigen und ausbauen lässt – und welche Hebel ein Investor liefern kann, um Reichweite und Vertrieb weiter zu verstärken.
Am Ende trifft „blookery“ noch einmal eine andere Logik: Das Geschäftsmodell organisiert Überraschungsreisen. Kunden geben Abflughafen, Zeitraum, Budget und Vorlieben an; Flug und Hotel werden passend zusammengestellt, während das eigentliche Reiseziel zunächst geheim bleibt. Nach Angaben der Gründer erzielte das Unternehmen im vergangenen Jahr rund eine Million Euro Umsatz und organisierte Reisen für etwa 10.000 Personen. Für zwölf Prozent der Firmenanteile werden 500.000 Euro gesucht; rechnerisch ergibt sich daraus eine Bewertung von gut 4,17 Millionen Euro. In der Bewertung stecken damit praktische Fragen zur Kundenakquise, zur Marge und zu Wiederbuchungen. Entscheidend ist zudem, wie weit sich die „Geheimnis“-Komponente als skalierbarer Prozess in Vertrieb, Planung und Partnernetzwerke übersetzen lässt, ohne dass die Kosten pro Buchung unkontrollierbar steigen.
Genau hier setzt die Rückkehr von Diana als Gründerin an: Erfahrung auf Investorenseite bedeutet nicht automatisch, dass der eigene Pitch leichter wird. Am 28. September 2026 müssen alle Teams – unabhängig davon, ob sie Produktinnovation, technische Lösung oder datengetriebenes Erlebnisgeschäft präsentieren – dieselben Kernfragen beantworten. Wie groß ist der Markt, wie tragfähig ist das Geschäftsmodell, warum ist die Bewertung plausibel, und welcher „Löwe“ kann mehr beitragen als Kapital? Die Folge macht damit nicht nur Unterhaltung, sondern auch ein Stück unternehmerische Realität sichtbar: Bewertung ist kein Selbstzweck, sondern ein Vertrag über Annahmen. Und Annahmen werden erst dann wertvoll, wenn sie sich im Vertrieb, in der Produktion und in der wiederholbaren Kundenentscheidung beweisen lassen.
Für Gründerinnen und Gründer ergibt sich daraus eine klare Lehre aus dem Format: Wenn Zahlen bereits existieren, muss der Pitch vor allem die nächsten Wachstumsmechanismen erklären. Wenn es noch „nur“ ein technischer Ansatz ist, braucht es eine überzeugende Strategie, wie aus dem Prototyp ein Produktportfolio wird, das in Vertrieb und Service dauerhaft funktioniert. Diana nimmt diese Perspektive diesmal buchstäblich persönlich – und macht damit deutlich, dass der Unterschied zwischen Investor und Unternehmer letztlich darin besteht, wer die Zukunft verargumentieren muss. Die Sendung läuft an diesem Termin im deutschen Fernsehen; die Folgen sind außerdem in einem digitalen Abrufangebot verfügbar.
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