WASHINGTON D.C. / MÜNCHEN (IT BOLTWISE) – Die zunehmende Zahl von Drohnenüberflügen über US-Militärbasen stellt eine erhebliche Herausforderung für die nationale Sicherheit dar. General Gregory Guillot, Kommandeur von NORAD und Northcom, hat vor dem Senatsausschuss für Streitkräfte auf die Dringlichkeit hingewiesen, neue Technologien und erweiterte Befugnisse zur Bekämpfung dieser Bedrohung zu entwickeln.

Die Bedrohung durch unbemannte Luftfahrtsysteme (UAS) über militärischen Einrichtungen in den USA hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. General Gregory Guillot, der Kommandeur von NORAD und Northcom, betonte in einer Anhörung vor dem Senatsausschuss für Streitkräfte, dass die derzeitigen Maßnahmen zur Erkennung und Abwehr dieser Drohnen nicht ausreichen. Im vergangenen Jahr wurden 350 solcher Vorfälle auf 100 verschiedenen Militärbasen gemeldet, was die Dringlichkeit der Situation unterstreicht.
Die Hauptgefahr, die von diesen Drohnen ausgeht, besteht in der potenziellen Überwachung sensibler militärischer Fähigkeiten. Diese Vorfälle sind nicht nur auf eine Region beschränkt, sondern betreffen zahlreiche Basen im ganzen Land, darunter auch hochsichere Einrichtungen. Die rechtlichen und technischen Einschränkungen, die derzeit bestehen, erschweren es den Kommandeuren, angemessen auf diese Bedrohungen zu reagieren.
Ein wesentlicher Teil des Problems liegt in der komplizierten regulatorischen Struktur, die die Nutzung von Gegenmaßnahmen gegen UAS einschränkt. Viele Kommandeure haben nicht die Befugnis, Waffen zur Verteidigung ihrer Basen einzusetzen, es sei denn, es handelt sich um sogenannte ‘geschützte Einrichtungen’. General Guillot plädiert für eine Erweiterung der gesetzlichen Befugnisse, um alle Militärbasen zu schützen und die Reaktionsmöglichkeiten über die unmittelbare Basis hinaus zu erweitern.
Senator Tom Cotton äußerte sich kritisch zu den bestehenden Regelungen und betonte, dass es unverständlich sei, warum Basiskommandeure nicht die volle Autorität haben, ihre Einrichtungen zu schützen. Gemeinsam mit Senatorin Kirsten Gillibrand setzt er sich für eine Gesetzgebung ein, die den Kommandeuren die notwendigen rechtlichen Befugnisse und Fähigkeiten zur Verfügung stellt, um ihre Basen effektiv zu schützen.
Die Bedrohung durch Drohnen beschränkt sich nicht nur auf militärische Einrichtungen. Auch entlang der südlichen Grenze der USA gibt es Bedenken hinsichtlich der Nutzung von Drohnen durch Drogenkartelle und andere kriminelle Organisationen. General Guillot betonte die Notwendigkeit, die Zusammenarbeit mit anderen Behörden wie dem Heimatschutzministerium zu verbessern, um Daten über UAS-Aktivitäten nahtlos auszutauschen.
Um die Verteidigungsmaßnahmen zu stärken, hat das Verteidigungsministerium Schritte unternommen, um die Ressourcen und das Personal von Northcom und NORAD neu zu organisieren. Eine neue Abteilung für Drohnenabwehr wurde eingerichtet, um die Koordination und Integration von Gegenmaßnahmen zu verbessern. Diese Bemühungen erfordern jedoch erhebliche Investitionen in fortschrittliche Technologien und die Zusammenarbeit mit Industriepartnern.
Im Rahmen dieser Bemühungen fand kürzlich eine Demonstration von Drohnenabwehrtechnologien in Colorado statt. Bei der Veranstaltung, bekannt als Falcon Peak, wurden verschiedene Systeme getestet, um ihre Fähigkeit zur Erkennung, Verfolgung und Bekämpfung kleiner Drohnen zu demonstrieren. Diese Demonstrationen bieten wertvolle Einblicke, die in zukünftige Entwicklungen einfließen werden.
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