LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Analyse zeigt, dass 54 EDR-Killer-Programme die BYOVD-Technik nutzen, um Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen. Dabei werden 34 signierte, aber anfällige Treiber ausgenutzt, um Sicherheitssoftware zu deaktivieren und Ransomware unentdeckt zu verbreiten.

In der Welt der Cybersicherheit ist die Bedrohung durch Ransomware allgegenwärtig. Eine neue Analyse hat gezeigt, dass 54 Endpoint Detection and Response (EDR) Killer-Programme eine Technik namens ‘Bring Your Own Vulnerable Driver’ (BYOVD) verwenden, um Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen. Diese Programme nutzen 34 bekannte, aber anfällige Treiber, um Sicherheitssoftware zu deaktivieren und so den Weg für Ransomware zu ebnen.
EDR-Killer sind ein wesentlicher Bestandteil von Ransomware-Angriffen, da sie es Angreifern ermöglichen, Sicherheitssoftware zu neutralisieren, bevor sie dateiverschlüsselnde Malware einsetzen. Diese Strategie wird häufig von Ransomware-Gruppen verwendet, insbesondere von solchen, die Ransomware-as-a-Service (RaaS) anbieten. Die Herausforderung besteht darin, dass Verschlüsselungsprogramme von Natur aus auffällig sind, da sie eine große Anzahl von Dateien in kurzer Zeit ändern müssen.
Die Mehrheit der EDR-Killer nutzt legitime, aber anfällige Treiber, um erhöhte Privilegien zu erlangen. Diese Technik ist bekannt und zuverlässig, da sie es Angreifern ermöglicht, Kernel-Modus-Privilegien zu erlangen. Auf dieser Ebene haben sie uneingeschränkten Zugriff auf den Systemspeicher und die Hardware. Da ein Angreifer keinen unsignierten bösartigen Treiber laden kann, ‘bringt’ er einen Treiber mit, der von einem renommierten Anbieter signiert ist, aber eine bekannte Schwachstelle aufweist.
Die BYOVD-basierten EDR-Killer werden hauptsächlich von drei Arten von Bedrohungsakteuren entwickelt: geschlossene Ransomware-Gruppen, Angreifer, die vorhandenen Proof-of-Concept-Code anpassen, und Cyberkriminelle, die solche Tools auf Untergrundmärkten als Dienstleistung anbieten. ESET hat auch skriptbasierte Tools identifiziert, die integrierte administrative Befehle verwenden, um die reguläre Funktion von Sicherheitsprodukten zu stören.
Um Ransomware und EDR-Killer zu bekämpfen, ist es notwendig, häufig missbrauchte Treiber zu blockieren. Da EDR-Killer jedoch nur im letzten Stadium ausgeführt werden, bevor der Verschlüsseler gestartet wird, können Angreifer leicht auf ein anderes Tool umsteigen, wenn dieser Schritt fehlschlägt. Organisationen benötigen daher mehrschichtige Verteidigungs- und Erkennungsstrategien, um Bedrohungen proaktiv zu überwachen, zu kennzeichnen und zu beheben.
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