LONDON (IT BOLTWISE) – Eine seltene Genvariante namens EGFR T790M erhöht das Risiko für Lungenkrebs bei Menschen, die nie geraucht haben, um den Faktor 62. Forschende nutzten dafür große genetische Datensätze, darunter Daten von über drei Millionen Teilnehmenden mit Informationen zu Lungenkrebs. Die Auswertung ordnet die Mutation einer Herkunft in den Regionen um die Southern Appalachia zu und zeigt außerdem, dass die Variante vor allem mit Lungenkrebs zusammenhängt. Offene Fragen bleiben, wie früh man testen sollte und warum die Mutation offenbar nur Lungenzellen betrifft.

Die Diagnose „Lungenkrebs“ hat für viele Betroffene eine klare Assoziation: Rauchen. Die neue Studie setzt genau an dieser Vorstellung an und macht deutlich, dass es auch genetische Risiken gibt, die unabhängig von Tabakkonsum wirken. Im Zentrum steht die EGFR T790M-Variante, die in den USA deutlich häufiger vorkommt als in anderen Weltregionen und besonders in der Region Southern Appalachia (u. a. Tennessee und Alabama) gebündelt ist. Laut der im Fachjournal Science veröffentlichten Auswertung steigt das Risiko für Lungenkrebs bei Menschen, die nie geraucht haben, um den Faktor 62. Bei Rauchern liegt der Anstieg laut den Daten bei dem Faktor 10.
Technisch betrachtet ist die Besonderheit der Mutation, dass sie nicht wie viele andere Krebs-assoziierte Gene „breit“ in mehreren Organen problematisch wird, sondern mit Lungenkrebs eng verknüpft ist. Die Forschenden vergleichen dabei das Timing: Bei typischen EGFR-bedingten Krebsmutationen entstehen die Veränderungen oft erst später im Leben, weil Zellen im Verlauf des Alterns oder durch Umweltfaktoren „Pech“ haben und Mutationen anlegen. Bei EGFR T790M ist es anders: Die Variante ist bereits bei der Geburt vorhanden, sie gilt also als Keimbahn-Genvariante. Gleichzeitig ist sie offenbar nicht in der Lage, Embryonen im frühen Entwicklungsstadium abzutöten, sondern entfaltet ihr Risiko erst Jahrzehnte später.
Die Herkunft der Mutation ist ein weiterer Punkt, der über die reine Risikoabschätzung hinausgeht. Die Forschenden führen die Variante auf Siedlerinnen und Siedler aus den britischen Inseln zurück, die sich vor mehreren hundert Jahren in Southern Appalachia niedergelassen haben. Von dort aus soll die Mutation über Generationen weitergegeben worden sein. Damit wird eine seltene genetische Eigenschaft nicht nur als Laborbefund sichtbar, sondern als Bestandteil einer regionalen Bevölkerungs-Historie. In den Ergebnissen zeigt sich außerdem eine klare Häufigkeitsdifferenz: Etwa 1 von 15.000 Menschen in den USA tragen die Variante, während es in Southern Appalachia ungefähr 1 von 2.000 sind.
Der methodische Hebel der Studie liegt in der Kombination aus seltenem genetischem Marker und großem Datensatz. Die Variante wurde bereits 2005 identifiziert, doch gerade weil sie so selten ist, konnten frühere Untersuchungen nur Familien untersuchen, in denen mehrere Mitglieder sowohl die Mutation als auch Lungenkrebs hatten. Solche „konzentrierten“ Fallfamilien eignen sich, um Zusammenhänge zu sehen, sind aber statistisch unhandlich, wenn man das genaue Ausmaß des Risikos quantifizieren will. Die Forschenden berichten, dass andere Datenbanken zu wenige Teilnehmende enthielten: Insgesamt gab es dort weniger als eine Million Personen, von denen nur wenige die Mutation trugen. Die Auswertung stützt sich daher stark auf die Datenplattform von 23andMe, einem direkt an Verbraucher gerichteten Dienst, bei dem viele Menschen für Forschungszwecke zugestimmt haben.
So entsteht ein konkretes Bild, das sowohl für Kliniken als auch für Vorsorgeprogramme relevant ist. In den Daten gab es laut Bericht mehr als 10 Millionen Teilnehmende mit Einwilligung zur Forschung; für die Analyse waren insbesondere 3,37 Millionen Personen relevant, die sowohl genetische Daten als auch Angaben dazu geliefert hatten, ob sie an Lungenkrebs erkrankt waren. Darunter fanden sich 641 Personen mit der EGFR T790M-Variante. Mit dieser Basis konnten die Forschenden die Häufigkeit bestimmen, die regionale Häufung erklären und die Variante als „lunge-spezifisch“ im Vergleich zu anderen Krebsgenen herausarbeiten. Für die praktische Medizin bedeutet das: Wenn jemand die Mutation trägt, muss man nicht automatisch auf Symptome warten, sondern kann früher nach Hinweisen suchen, auch wenn die Risikokurve sich über Jahrzehnte aufbaut.
Genau an dieser Stelle prallt Wissenschaft auf Versorgungsrealität. Aus der Perspektive von Betroffenen wird die Empfehlung fühlbar: Caroline Blanchard, eine 35-jährige Pflegefachkraft aus New Orleans, schildert, wie ihre Familie über Jahre hinweg in Entscheidungen hineingleitet. Ihre Tante erkrankte im Alter von 45 Jahren an Lungenkrebs, obwohl sie nie geraucht hatte und offenbar zunächst als „Zufall“ abgetan wurde. Später erhielt die Großmutter mit 80 Jahren die bestätigende genetische Information – EGFR T790M – woraufhin auch ihr Umfeld in Richtung Früherkennung gesteuert wurde. Die Geschichte macht deutlich, warum Leitlinien oft zu spät greifen: Screening-Programme sind bislang häufig an Raucherhistorien gekoppelt, obwohl die Studie zeigt, dass es eben auch Nicht-Raucher mit hohem Risiko gibt.
Gleichzeitig sind die nächsten Schritte nicht automatisch „einfach so“ umsetzbar. In der begleitenden Einordnung wird betont, dass CT-Scans für die Früherkennung prinzipiell geeignet sind, die aktuellen Screening-Empfehlungen aber typischerweise auf Raucher und ehemalige Raucher sowie meist auf bestimmte Altersgruppen fokussieren. Die neuen Ergebnisse werfen deshalb Fragen auf: Sollten Ärztinnen und Ärzte Menschen mit EGFR T790M künftig früher oder zumindest häufiger scannen? Und vor allem: Warum wirkt die Keimbahnvariante so selektiv auf Lungenzellen, während andere Gewebe weniger betroffen sind? Für die Entwicklung von Präventions- und Behandlungsstrategien ist diese Mechanismus-Ebene zentral, weil sie darüber entscheidet, ob man bei der Früherkennung bleibt oder ob sich gezielte Therapiewege ableiten lassen.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "EGFR T790M: Warum eine seltene Genvariante das Lungenkrebsrisiko massiv erhöht" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "EGFR T790M: Warum eine seltene Genvariante das Lungenkrebsrisiko massiv erhöht" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »EGFR T790M: Warum eine seltene Genvariante das Lungenkrebsrisiko massiv erhöht« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!