LONDON (IT BOLTWISE) – Laut einer neuen Studie sollen Deepfakes mit KI-basierten Nacktbildern von 147 EU-Abgeordneten im Netz kursieren. Betroffene fordern, das geplante Verbot von Nudifier-Apps nicht nur gesetzlich, sondern spürbar durchzusetzen. Im Europaparlament wächst der Druck, Leitlinien und Ressourcen für nationale Behörden rechtzeitig bereitzustellen. Parallel steht die Frage im Raum, wie der Digital Services Act gegen Werbung und Verbreitung solcher Inhalte wirkt.

Die Debatte um Deepfakes bekommt in der EU einen handfesten politischen Dreh: Die gemeldeten Fälle drehen sich nicht um harmlose Medien-Experimente, sondern um KI-generierte Nacktbilder von Politikerinnen. In den Mittelpunkt rücken dabei Vorwürfe digitaler Gewalt, die gezielt auf öffentliche Sichtbarkeit abzielen. Entscheidend ist der Mechanismus hinter den Bildern: Statt aufwendig produzierte Inhalte entstehen häufig mit automatisierten Workflows, die aus vorhandenen Aufnahmen neue, täuschend echte Darstellungen ableiten. Genau an dieser Stelle setzen die aktuellen Forderungen an, weil ein rein rechtlicher Verweis auf ein Verbot im Alltag nur dann Wirkung entfaltet, wenn Plattformen, Suchmaschinen und nationale Stellen schnell und konsequent handeln.
Im Kern verweist die Studie, auf die sich Politikerinnen und Abgeordnete berufen, auf eine auffällige Verbreitung: Demnach gibt es im Netz Deepfakes zu 147 EU-Abgeordneten, darunter 138 Frauen. Für die Betroffenen ist dabei weniger die reine Zahl ausschlaggebend als die damit verbundene Erwartung, dass der Weg in die Öffentlichkeit automatisch das Risiko von sexualisierter, manipulativ erstellter Bildgewalt erhöht. In dem politischen Schreiben, das in diesem Kontext diskutiert und als Grundlage für die Forderungen herangezogen wird, wird das Ziel solcher digitalen Gewalt als Demütigung und Kontrolle über den Körper von Frauen beschrieben. Diese Einordnung ist relevant, weil sie den Fokus weg von einem abstrakten „Misuse“ hin zu den konkreten Auswirkungen verschiebt: Öffentliche Auftritte werden feindseliger, und politische Arbeit kann dadurch dauerhaft belastet werden.
Auch die geplante EU-Regelung adressiert genau diesen Ansatzpunkt. Das EU-Parlament und der Rat der Mitgliedstaaten hatten im Mai vereinbart, sogenannte Nudifier-Apps zur Erstellung missbräuchlicher Nacktbilder in der EU zu verbieten. Die Formulierung ist bewusst klar, denn solche Tools senken die Hürde für Missbrauch: Sie machen die Erstellung nicht mehr zu einem seltenen Ausnahmefall, sondern zu einem Produkt, das technisch reproduzierbar und oft leicht zugänglich wird. Zugleich zeigt der vorgebrachte Einwand, warum selbst ein Verbot allein nicht reicht: Solange die Durchsetzung in der Praxis fehlt, kann das Angebot weiter existieren oder die Verbreitung über Plattformen und Suchräume weiterlaufen. Gerade im Digitalen funktioniert „erste Stunde nach Inkrafttreten“ oft wie ein Stresstest, bei dem entscheiden wird, ob Behörden personell und prozessual vorbereitet sind.
Der politische Druck richtet sich daher auf Leitlinien und Vollzugsvorbereitung. Die Unterstützer des Briefes fordern, Mitgliedstaaten und EU-Kommission müssten rechtzeitig klare Vorgaben schaffen und die nationalen Behörden so ausstatten, dass das Verbot ab Dezember tatsächlich umgesetzt werden kann. Dieser Aspekt ist technisch und organisatorisch zugleich, denn „Umsetzung“ heißt in der Praxis nicht nur, dass ein Gesetz existiert, sondern dass Meldemechanismen, Zuständigkeiten, Fristen und Eskalationswege funktionieren. Zudem wird in dem Schreiben kritisiert, dass bisher die Last häufig bei den Betroffenen liegt: Sie müssten Links finden, Löschung anstoßen und bei neuen Versionen erneut beginnen. Genau diese Schleife ist ein Beispiel dafür, wie sich digitaler Missbrauch der klassischen Rechtewahrnehmung entziehen kann, wenn Wiederholungen und neue Uploads nicht systematisch unterbunden werden.
Parallel dazu geht es um die Rolle großer Onlineplattformen und Suchmaschinen, wenn sie trotz Verbotsabsicht weiterhin für „Auszieh“-Apps werben oder intime, nicht einvernehmlich entstandene Inhalte verbreiten. Für diese Ebene nennen die Unterzeichner den Digital Services Act (DSA) als Hebel, weil er in der EU den Rahmen setzt, wie digitale Dienste Verantwortung für illegale Inhalte und riskante Muster von Verbreitung übernehmen müssen. Dass die Diskussion dabei nicht bei App-Verboten stehen bleibt, ist strategisch: Werbung, Empfehlungssysteme und Indexierung können die Sichtbarkeit von Missbrauch massiv verstärken. Wenn Inhalte also auffindbar bleiben oder durch Suchlogik nach oben rutschen, bleibt auch das „Löschen einzelner Links“ ein unzureichender Kampf gegen die Gesamtwirkung.
Brüssel hatte in diesem Zusammenhang bereits eine Untersuchung eingeleitet, die laut Quelle den KI-Chatbot Grok der Plattform X adressiert. Für die rechtliche und technische Bewertung ist dabei wichtig: Eine Prüfung läuft damit noch, und es bleibt abzuwarten, welche konkreten Schritte sich daraus ergeben. Gerade bei KI-gestützten Systemen entsteht ein zusätzlicher Graubereich, weil sich Missbrauch nicht immer auf das reine „Bereitstellen eines Bildes“ beschränkt, sondern in der Interaktion mit Modellen, in Nutzungsanleitungen oder in der Art, wie Ergebnisse erzeugt und weiterverbreitet werden, liegen kann. Für Unternehmen und Plattformbetreiber bedeutet das: Selbst wenn Content-Moderation existiert, müssen Policies für KI-gestützte Eingabe- und Ausgabewege sowie für die Verbreitungskette über Such- und Empfehlungsmechanismen eng verzahnt sein.
Schließlich verlangt das Schreiben eine zügige Umsetzung einer EU-Richtlinie aus dem Jahr 2024 in nationales Recht. Dabei geht es um die Strafbarkeit des Anfertigens und Verbreitens manipulierten Darstellungen sexueller Handlungen ohne Zustimmung der Betroffenen. Diese Säule ist wichtig, weil sie die zivilrechtliche und administrative Ebene um eine klare strafrechtliche Komponente ergänzt. Für die Praxis heißt das: Betroffene benötigen nicht nur schnelle Löschung, sondern auch wirksame Verantwortlichkeiten, die Abschreckung schaffen. Gleichzeitig wird deutlich, dass das Zusammenspiel aus KI-Verboten für konkrete Tools, DSA-Vollzug und strafrechtlicher Harmonisierung den Unterschied macht. Der politische Streit wird damit weniger zu einer Grundsatzdebatte über „Regulierung“, sondern zu einer Frage der Durchsetzbarkeit in Echtzeit, also von Prozessen, Ressourcen und messbaren Reaktionszeiten.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- 【MEHR LEBEN FÜR DEINEN SCHREIBTISCH】 Lerne Eilik kennen – deinen kleinen Roboter-Freund mit Persönlichkeit. Mit liebevollen Animationen, ausdrucksstarken Reaktionen und spielerischen Interaktionen bringt Eilik mehr Freude in deinen Alltag. Ob auf dem Schreibtisch, im Büro oder am Nachttisch – Eilik wird schnell zu einem vertrauten Begleiter für besondere Momente.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "EU gegen Deepfakes: Nudifier-Verbot, DSA-Durchsetzung und neue Leitlinien" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "EU gegen Deepfakes: Nudifier-Verbot, DSA-Durchsetzung und neue Leitlinien" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »EU gegen Deepfakes: Nudifier-Verbot, DSA-Durchsetzung und neue Leitlinien« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!