BRÜSSEL / LONDON (IT BOLTWISE) – Die Europäische Kommission hat ein formelles Untersuchungsverfahren gegen Elon Musks Plattform X eingeleitet. Im Zentrum steht der KI-Chatbot Grok, der wegen der Generierung illegaler Inhalte wie sexualisierter Deepfakes in die Kritik geraten ist. Die EU wirft dem Unternehmen vor, gegen den Digital Services Act zu verstoßen, da es an effektiven Schutzmaßnahmen mangelt.

Die Europäische Kommission hat ein formelles Verfahren gegen Elon Musks Plattform X eingeleitet, das sich auf den KI-Chatbot Grok konzentriert. Dieser wurde von Musks Unternehmen xAI entwickelt und in das soziale Netzwerk integriert. Die Kommission wirft dem Unternehmen vor, gegen den Digital Services Act (DSA) zu verstoßen, da es an effektiven Schutzmaßnahmen gegen die Generierung illegaler Inhalte fehlt. Besonders im Fokus stehen sexualisierte Bilder, die ohne Einwilligung der abgebildeten Personen erstellt wurden, sogenannte Non-Consensual Intimate Imagery (NCII).
Die Untersuchung markiert eine neue Eskalationsstufe im Konflikt zwischen europäischen Regulatoren und US-amerikanischen Tech-Plattformen. Es geht nicht mehr nur um Moderationsentscheidungen, sondern um die systemische Verantwortung für generative KI-Modelle auf dem europäischen Markt. Die EU-Behörden werfen X vor, die gesetzlich vorgeschriebenen Risikobewertungen vor der Markteinführung von Grok in der EU nicht durchgeführt zu haben. In den Risikoberichten von X wird der Chatbot Grok nicht erwähnt, was auf eine unterlassene Gefahrenanalyse hindeutet.
Die Reaktion von X, den Zugang zu Grok auf zahlende Abonnenten zu beschränken, wird von der Kommission als unzureichend eingestuft. Eine Paywall entbindet Plattformbetreiber nicht von der Pflicht, illegale Inhalte wie Deepfake-Pornografie oder Darstellungen von Kindesmissbrauch technisch zu unterbinden. Das Ausmaß des Kontrollverlusts wird durch Daten des Zentrums gegen Hass im Internet (CCDH) unterstrichen, die zeigen, dass Grok innerhalb von elf Tagen rund drei Millionen sexualisierte KI-Bilder generierte.
Dieses Versagen könnte für X teuer werden. Bereits im Dezember wurde eine Strafe von 120 Millionen Euro wegen mangelnder Transparenz verhängt. Sollte sich der Verdacht im aktuellen Verfahren bestätigen, drohen weitere Bußgelder in Millionenhöhe, die sich am globalen Jahresumsatz orientieren können. Auch Großbritannien ermittelt bereits gegen X, da dort die Verbreitung intimer Deepfakes illegal ist. Für Investoren bedeutet dies ein steigendes regulatorisches Risiko für X und xAI, was die Monetarisierungsstrategien von Elon Musks KI-Sparte erheblich beeinträchtigen könnte.
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