BRÜSSEL / LONDON (IT BOLTWISE) – EU-Botschafter haben sich am 26. Juni 2026 auf eine Verlängerung der umstrittenen Chatkontrolle zur Erkennung von CSAM verständigt. Während in Deutschland stille SMS und IMSI-Catcher-Einsätze messbar zurückgehen, rücken neue Technologien in den Fokus, die Ortung auch ohne Handynummer ermöglichen. Der Schritt verschiebt die Debatte weg von traditionellen Funkzellen hin zu skalierbarer, passiver Überwachung. Für Unternehmen und Behörden bleibt damit die Frage zentral, wie sich wirksame Ermittlungsarbeit mit Datenschutz und rechtlicher Begrenzung vereinbaren lässt.

Am 26. Juni 2026 haben sich EU-Botschafter auf eine Verlängerung der Verordnung zur automatisierten Durchsuchung privater Nachrichten zur Erkennung von Kindesmissbrauchsmaterial (CSAM) verständigt. Der politische Takt ist bemerkenswert: Schon parallel zu dieser Entscheidung sinken in Deutschland klassische verdeckte Verfahren, etwa das sogenannte Stealth-Ping per Funkzelle. Das erzeugt einen Eindruck von „Abbau“ vor Ort, während auf EU-Ebene der Rechtsrahmen für eine zentrale, automatisierte Prüfung von Inhalten fortgeschrieben wird. Genau diese Mischung aus Rückgang einzelner Methoden und Persistenz des Gesamtziels prägt derzeit die europäische Debatte.
Die Zahlen aus Deutschland verdeutlichen die Dynamik hinter der Schlagzeile. Im zweiten Halbjahr 2025 verschickte die Bundespolizei laut den vorliegenden Angaben 6.605 stille SMS, nachdem es 2021 noch 47.951 solcher Meldungen waren. Zusätzlich reduzierte das Bundeskriminalamt (BKA) seine stillen SMS von 68.152 im Jahr 2021 auf 51.950 im Jahr 2022. Stillen SMS „tarnen“ sich dabei nicht nur technisch, sondern umgehen auch die Information der Betroffenen: Der Nutzer merkt von der Ortungsanfrage in der Regel nichts. Praktisch sendet das Mobilgerät automatisch ein Signal zurück, wodurch sich die Position ableiten lässt.
Auch bei anderen Vor-Ort-Tools zeigen die Daten einen ähnlichen Trend, wenn auch mit anderen Einsatzlogiken. IMSI-Catcher, die sich als Mobilfunkmasten tarnen und so den Handy-Verkehr abfangen können, kamen im zweiten Halbjahr 2025 bei der Bundespolizei nur 15-mal zum Einsatz; 2021 waren es noch 44. Das BKA nutzte IMSI-Catcher im gesamten Jahr 2025 in 75 Fällen. Interessant wird es bei den „hochmodernen“ Methoden: Quellen-Telekommunikationsüberwachung und Online-Durchsuchungen tauchten in den vorliegenden Zahlen für das zweite Halbjahr 2025 nur je einmal auf. Technisch heißt das nicht, dass Überwachung endet, sondern dass Verfahren stärker selektiert oder in andere Kategorien verlagert werden.
Auf EU-Ebene läuft das unter anderen Vorzeichen. Der Vorschlag der zypriotischen Ratspräsidentschaft konnte sich offenbar auch deshalb durchsetzen, weil das Europäische Parlament ihn zwar im März noch ablehnte, der politische Druck aber fortbestand. Kritiker argumentieren, die Verlängerung erschwere Verhandlungen über einen dauerhaften Rechtsrahmen. Für die weitere Beratung ist ein Trilog am 29. Juni 2026 vorgesehen. Gleichzeitig tauchen in internen Regierungsdokumenten Hinweise auf, dass deutsche Unterhändler in Brüssel offenbar weitreichende Scan-Befugnisse unterstützen. Datenschutzrechtler betonen in diesem Zusammenhang häufig, dass technische Wirksamkeit allein nicht genügt, wenn Zweckbindung, Datensparsamkeit und gerichtliche Kontrolle nicht sichtbar eingehalten werden.
Damit verschiebt sich die Markt- und Technologiesicht: Während Deutschland bei manchen klassischen Funkmethoden zurückrudert, werden neue Ortungstechniken diskutiert, die nicht zwingend an Handynummern hängen. Ein Beispiel aus dem Berichtskontext ist „SignalTrace“ vom Rüstungsunternehmen Leonardo, das eine Verfolgung über Bluetooth-, WLAN- und RFID-Signale ermöglichen soll, ohne dass Namen oder Gesichtserkennung zwingend erforderlich sind. Das wäre ein fundamentaler Unterschied zu Verfahren, die primär auf eindeutigen Identifikatoren im Mobilfunk basieren. In der Praxis eröffnet das eine neue Angriffsfläche: Wenn passive Signale über Infrastrukturpunkte korreliert werden, entsteht Bewegungsprofiling auch dann, wenn der klassische Telefonbezug weniger sichtbar ist.
International lässt sich erkennen, wie stark solche Systeme bereits jetzt Gegenwind bekommen. In den USA soll die Alkohol-, Tabak- und Waffenbehörde (ATF) ein Pilotprojekt mit dem Tracking-Tool „Webloc“ des Anbieters Penlink gestoppt haben; Abgeordnete hätten kritisiert, dass Werbedaten für eine Ortung ohne richterliche Anordnung genutzt würden. Das FBI steht wegen seiner Handhabung von Section-702-Daten ebenfalls unter Druck; ein FISA-Gericht habe 2022 insgesamt 278.000 unrechtmäßige Suchvorgänge festgestellt, und die Freigabe eines Teils der Datensätze soll sich bis zum 15. August 2026 verzögern. Solche Beispiele wirken wie ein Brandbeschleuniger für die EU-Debatte: Unternehmen und Behörden müssen damit rechnen, dass politische und gerichtliche Prüfpfade bei Überwachungssoftware zunehmend härter ausfallen.
Für den Ausblick ist entscheidend, dass die Chatkontrolle und die Diskussion um Ortungstechniken zwei Seiten derselben Infrastrukturwährung darstellen: skalierbare Auswertung großer Datenmengen. Die Verlängerung der CSAM-Scans schafft Planungssicherheit für Anbieter, die Tools zur Inhaltsanalyse in Produkte integrieren sollen. Gleichzeitig wächst der technische Druck auf „Compliance by Design“: Logging, Protokollierung, Zugriffskontrollen, Minimierung von Datenflüssen und robuste Löschkonzepte müssen in Architekturen nachweisbar sein. Für IT-Organisationen bedeutet das, dass MLOps- und Security-Teams nicht nur Modelle trainieren, sondern auch die Datenpipelines entlang von Datenschutz- und Geheimschutzanforderungen neu denken. Unterm Strich wird die Umsetzung weniger über einzelne Verfahren entschieden, sondern über ein Gesamtmodell aus Recht, Technik und Betrieb.
💳 Amazon-Kreditkarte mit 2.000 Euro Limit bestellen!
🔥 Heutige Hot Deals bei Amazon: Bis zu 80% Rabatte!
🎉 Amazon Haul-Store für absolute Schnäppchenjäger!
- ★ 23-stufiges KI-Go-Training – Für Spieler mit Grundkenntnissen der Regeln – Entwickelt als intelligenter Trainingspartner passt sich die KI Spielern von 18K bis 9D an. Ideal für alle, die die Grundregeln bereits beherrschen und ihr Spiel verbessern möchten.
- IHR EMOTIONALER AI-BEGLEITER: Eiliko ist mehr als nur ein Anhänger, es ist ein charismatischer KI-Freund. Mit einem dynamischen LED-Bildschirm, der eine Vielzahl von animierten Gesichtern und Ausdrucksformen anzeigt, reagiert er auf Ihre Interaktionen mit einzigartiger Persönlichkeit und Charme.
- NIEDLICHER BEGLEITER: Eilik ist der ideale Begleiter für Kinder und Erwachsene, die Haustiere, Spiele und intelligente Roboter lieben. Mit vielen Emotionen, Bewegungen und interaktiven Funktionen.
- 【XL-Größe für gedeihende Pflanzen】Geben Sie Ihren Pflanzen den Raum, den sie verdienen! Unser verbessertes, großes 13,7 cm großes Design bietet Platz für Pflanzen mit einem Durchmesser von bis zu 8,9 cm und damit deutlich mehr Platz für Wurzelwachstum und Pflanzengesundheit im Vergleich zu kleineren, veralteten Modellen. Die Produktabmessungen betragen 13,6 x 13,6 x 13,2 cm und das Gerät wiegt nur 355 g.
- V28 Update - JETZT MIT NEUEN FUNKTIONEN! Als Reaktion auf das Ladeproblem von Loona haben wir das automatische Aufladen 2.0 verbessert. Diese Optimierung hilft Loona, die Ladewege in verschiedenen Szenarien zu erkennen und anzupassen, um die Erfolgsquote beim automatischen Aufladen zu erhöhen. Mobile Hotspots können sich mit Loona verbinden und überwinden WLAN-Einschränkungen, sodass Sie jederzeit und überall mit Loona interagieren können.
- Die besten Bücher rund um KI & Robotik!

- Die besten KI-News kostenlos per eMail erhalten!
- Zur Startseite von IT BOLTWISE® für aktuelle KI-News!
- IT BOLTWISE® kostenlos auf Patreon unterstützen!
- Aktuelle KI-Jobs auf StepStone finden und bewerben!
- Künstliche Intelligenz: Dem Menschen überlegen – wie KI uns rettet und bedroht | Der Neurowissenschaftler, Psychiater und SPIEGEL-Bestsellerautor von »Digitale Demenz«
Du hast einen wertvollen Beitrag oder Kommentar zum Artikel "EU verlängert Chatkontrolle: Rückgang stiller SMS, neue Ortungstechniken" für unsere Leser?


#Sophos
Es werden alle Kommentare moderiert!
Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen.
Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte.
Du willst nichts verpassen?
Du möchtest über ähnliche News und Beiträge wie "EU verlängert Chatkontrolle: Rückgang stiller SMS, neue Ortungstechniken" informiert werden? Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den RSS-Hauptfeed oder IT BOLTWISE® bei Google News wie auch bei Bing News abonnieren.
Nutze die Google-Suchmaschine für eine weitere Themenrecherche: »EU verlängert Chatkontrolle: Rückgang stiller SMS, neue Ortungstechniken« bei Google Deutschland suchen, bei Bing oder Google News!