PARIS / LONDON / ZÜRICH / LONDON (IT BOLTWISE) – Die europäischen Aktienmärkte stehen unter erheblichem Druck, da die eskalierende Lage im Nahen Osten die Anleger verunsichert. Neue Angriffe auf Öl- und Gasinfrastrukturen in den Golfstaaten haben die Angst vor einem Energiepreisschock verstärkt. Der EuroStoxx 50 fiel um zwei Prozent und nähert sich einem kritischen Tiefpunkt.

Die europäischen Aktienmärkte erlebten am Freitag einen weiteren Rückgang, ausgelöst durch die sich verschärfende Lage im Nahen Osten. Die jüngsten Angriffe auf Öl- und Gasinfrastrukturen der Golfstaaten durch den Iran haben die Besorgnis der Anleger über eine mögliche Eskalation auf den globalen Energiemärkten verstärkt. Diese Unsicherheiten wurden durch Berichte über die Entsendung von US-Kriegsschiffen in die Region weiter angeheizt.
Der EuroStoxx 50 verzeichnete einen Rückgang von zwei Prozent und nähert sich damit seinem Tiefstand vom November. Auch der Schweizer SMI und der britische FTSE 100 mussten Verluste hinnehmen. Der FTSE 100 fiel erstmals seit Januar unter die Marke von 10.000 Punkten. Experten warnen, dass sich die Märkte noch in einer Eskalationsphase befinden könnten, was weitere Verluste nach sich ziehen könnte.
Analysten wie Emmanuel Cau von Barclays weisen darauf hin, dass die Aktienmärkte bereits eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit eines anhaltenden Energiepreisschocks eingepreist haben. Im Jahr 2022 fiel der EuroStoxx nach dem russischen Überfall auf die Ukraine um 21 Prozent, als der Ölpreis der Sorte Brent seinen Höhepunkt erreichte. Der aktuelle Rückgang ist mit zehn Prozent bislang weniger stark ausgeprägt.
In der Branchentabelle gab es keine Gewinner. Selbst der Stoxx Europe 600 Oil & Gas, der zuletzt vom hohen Ölpreis profitierte, konnte sich dem Abwärtstrend nicht entziehen. Besonders stark betroffen war der Versorgerindex Stoxx Europe 600 Utilities, der um 2,7 Prozent nachgab. Relativ gering waren die Verluste im Baustoffsektor, wo Unternehmen wie Holcim und Heidelberg Materials leichte Erholungsgewinne verzeichneten.
In London stachen Unilever positiv hervor, da der Konsumgüterkonzern Fortschritte bei der Trennung vom Lebensmittelgeschäft macht. Im Gegensatz dazu fielen die Aktien von JD Wetherspoon aufgrund eines deutlichen Gewinnrückgangs im ersten Halbjahr um mehr als zehn Prozent. Novartis konnte sich dem negativen Marktumfeld ebenfalls nicht entziehen, obwohl das Unternehmen eine Übernahme im Bereich der Brustkrebs-Behandlungen ankündigte.
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