LONDON / LONDON (IT BOLTWISE) – Der Fidelity Funds Global Technology Fund setzt auf einen langfristigen, aktiven Bottom-up-Ansatz und investiert seit 1999 global in Technologieunternehmen. Trotz großer KI-Aufmerksamkeit bleibt Fondsmanager Hyun Ho Sohn bei teils hoch bewerteten KI-Wetten bewusst vorsichtig. Ein Blick ins Silicon Valley lieferte vor allem Erkenntnisse zur Nachfrage nach KI-Anwendungen und zur Investitionsbereitschaft von Unternehmen. Gleichzeitig erklärt der Bericht, warum der Fonds im aktuellen Vergleichszeitraum spürbar hinter dem Index zurücklag.

Fidelity Global Technology Fund: KI-Trends treffen auf vorsichtige Titelauswahl
Fidelity Global Technology Fund: KI-Trends treffen auf vorsichtige Titelauswahl (Foto: IT BOLTWISE)
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Der Fidelity Funds Global Technology Fund ist seit dem 1. September 1999 am Markt und zählt mit einem Fondsvermögen von 31,4 Milliarden Euro zu den größeren aktiv gemanagten Technologiefonds. Inhaltlich ist das Konzept dabei klar: Das Management verfolgt das Ziel, langfristig Kapitalwachstum zu erwirtschaften, und legt mindestens 70 Prozent des Vermögens – in der Regel 75 Prozent – in Unternehmen, die technologische Fortschritte ermöglichen oder davon profitieren. Wer den Fonds nur als „KI-Fonds“ abheftet, greift jedoch zu kurz. Gerade die Beschreibung der jüngsten Eindrücke aus dem Silicon Valley zeigt, dass der Manager zwar den KI-Boom beobachtet, die Preisgestaltung an den Märkten aber nicht automatisch mitgehen will.

Im Kern basiert die Auswahl auf einem fundamentalen Bottom-up-Ansatz. Der Fonds sucht dabei qualitativ hochwertige Unternehmen mit nachhaltigen Wachstumsaussichten zu „attraktiven Bewertungen“ – ein Satz, der angesichts der Kursrallyes in den vergangenen Jahren besonders wichtig ist. Die Investmentideen lassen sich laut Fondslogik in drei Kategorien einteilen: Wachstumsunternehmen mit disruptiven Technologien, zyklische Chancen bei ausgewählten Teilsektoren sowie Firmen in besonderen Situationen wie Turnarounds oder potenziellen Übernahmen. Diese Dreiteilung wirkt wie ein Risikomanagement über verschiedene Marktphasen hinweg, selbst wenn der Fonds als Branchenfonds stark auf Informationstechnologie ausgerichtet bleibt.

Die konkrete Portfoliostruktur macht die Schwerpunktsetzung sichtbar. An der Spitze steht Taiwan Semiconductor Manufacturing mit 9,5 Prozent, dessen Rolle als weltgrößter Auftragshersteller von Chips ihn zu einem zentralen Zulieferer praktisch der gesamten Halbleiterindustrie macht. Auf Rang zwei folgt Microsoft mit 6,7 Prozent; hier stehen die Cloud-Plattform Azure und das Softwaregeschäft rund um Windows und Office im Vordergrund. Dritter im Bunde ist Apple mit 5,1 Prozent, dessen Stärke weniger in einzelnen Produkten liegt, sondern im geschlossenen Ökosystem aus Hardware, Software und Dienstleistungen. Unter den weiteren Top-Positionen finden sich unter anderem Alphabet (4,8 Prozent), Amazon.com (4,3 Prozent) und Texas Instruments (3,7 Prozent). Insgesamt vereinen die zehn größten Positionen 44,1 Prozent des Fondsvermögens auf sich – für einen thematischen Technologiefonds ein bewusst konzentrierter Wert, der in einem aktiven Prozess Chancen bündelt, aber auch Klumpenrisiken erhöht.

Diese Konzentration spiegelt sich auch in der Branchen- und Länderallokation wider. Mit 65,7 Prozent ist Informationstechnologie der mit Abstand größte Branchenanteil, ergänzt um Kommunikationsdienste mit 13,7 Prozent, in denen etwa internetbasierte Geschäftsmodelle fallen. Zusammen decken diese beiden Branchen fast 80 Prozent des Fonds ab; der Rest verteilt sich auf weitere Bereiche wie Verbrauchsgüter und Industrieunternehmen. Geografisch dominieren die Vereinigten Staaten mit 53,9 Prozent, gefolgt von Taiwan mit 11,1 Prozent und den Niederlanden mit 8,3 Prozent – dort ist unter anderem ASML Holding als zentraler Zulieferer der Chipindustrie vertreten. China kommt auf 6,7 Prozent, der Rest verteilt sich auf weitere asiatische und europäische Länder. Für Anleger ist das mehr als Statistik: Es zeigt, dass der Fonds trotz klaren US-Schwerpunkt an wichtigen Knotenpunkten der globalen Halbleiterlieferkette partizipiert.

Finanzmetrisch verlief die Entwicklung über verschiedene Phasen hinweg nicht linear. In starken Börsenjahren wie 2020/21 lag der Fonds mit 44,8 Prozent deutlich vor dem Vergleichsindex mit 38,0 Prozent; in anderen Jahren wie 2021/22 verlor er mit minus 11,5 Prozent etwas weniger als der Index mit minus 12,7 Prozent. Im jüngsten Zwölfmonatszeitraum bis Ende Juli 2026 kehrte sich das Bild jedoch deutlich um: Der Fonds erreichte 20,2 Prozent, während der Vergleichsindex um 34,9 Prozent zulegte. Dazu passt auch die Risikoeinschätzung: Der Risikoindikator liegt bei 4 von 7 möglichen Stufen. Bei einem Fonds, der sich auf eine einzelne, historisch schwankungsanfällige Branche fokussiert, ist das ein erhöhtes, aber kein extremes Niveau – und es erklärt, warum einzelne Marktrotationen kurzfristig spürbar durchschlagen können.

Genau hier setzt die Management-Perspektive aus dem Silicon Valley an. Nach den Eindrücken von Hyun Ho Sohn im August 2025 wuchs zwar die Nachfrage von Verbrauchern nach KI-Anwendungen rasant, zugleich agierten Unternehmen bei der Einführung kostenpflichtiger KI-Produkte zunächst zurückhaltender, weil interne Prozesse erst angepasst werden müssten. Besonders relevant ist seine Skepsis gegenüber einigen besonders hoch bewerteten KI-Halbleiterunternehmen: Er hält die sehr hohen Investitionsausgaben der Kunden nicht für dauerhaft tragfähig. Ironischerweise fielen die Kursgewinne in genau diesem Marktsegment zuletzt jedoch besonders stark aus – und das dürfte einen wesentlichen Teil der Underperformance gegenüber dem breiter gefassten Vergleichsindex erklären.

Stattdessen liegt der Fokus aus seiner Sicht stärker auf unterschätzten Nutznießern der KI-Entwicklung. Dazu zählt vor allem Software- und Dienstleistungsinfrastruktur, also Unternehmen, die KI-Technologie einsetzen und in Produkte oder Prozesse integrieren können. Auch Hardwareanbieter, die vom zweiten Ausbauzyklus profitieren könnten, ohne am ersten beteiligt gewesen zu sein, stehen auf der Karte. Neben solchen zyklischen Storys erwähnt der Bericht Potenzial bei Halbleiterunternehmen in Turnaround-Situationen sowie bei Anbietern von Design-Software für die Chipindustrie. Für die Bewertung ist das ein interessantes Signal: Der Fonds setzt weniger auf die „erste Welle“ des KI-Booms, sondern sucht nach Unternehmen, deren Ertragshebel näher an der Umsetzung liegen.

Für wen eignet sich der Fidelity Funds Global Technology Fund? Laut Fondsbeschreibung passt er zu risikobereiten Anlegern, die gezielt an der Technologiebranche teilnehmen möchten und die Selektion zwischen etablierten Marktführern, zyklischen Chancen und Sondersituationen einem erfahrenen Management anvertrauen. Der Risikoindikator von 4 von 7 und die klare Fokussierung auf Informationstechnologie stützen die Einschätzung, dass der Fonds eher eine thematische Beimischung als ein alleiniger Kernbaustein eines Depots ist. Gleichzeitig sollten Anleger die Kostenstruktur und den Ausgabeaufschlag einkalkulieren: Bis zu 5,25 Prozent Ausgabeaufschlag, Verwaltungsgebühren von 1,50 Prozent pro Jahr und laufende Kosten von 1,89 Prozent pro Jahr. Bei einer solchen Struktur bleibt der Anlagehorizont entscheidend, weil Underperformance in Phasen extremer Kursrallyes einzelner Marktfjüherer gerade bei selektiven, bewertungssensiblen Ansätzen zeitweise auftreten kann.


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