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LONDON (IT BOLTWISE) – Final Fantasy Resonance schlägt im Test vor allem beim Kampfsystem ein: ein rundenbasiertes Setup mit Zeitleiste, „Break“-Mechanik und flexibel kombinierbaren Rollen. Die 2.5D-Optik mit Pixellook trifft auf stimmungsvolle CGI-Sequenzen, während der Soundtrack auf Retro-Feeling setzt. Trotz einer stellenweise vorhersehbaren Story fühlt sich das JRPG nach rund 50 Stunden noch motivierend an. Für Fans von klassischen Reihenmerkmalen sind Chocobos, Luftschiffe und Esper-Elemente ein klares Verkaufsargument.

Final Fantasy Resonance im Test: 2,5D-Retro, taktische Tiefe und ein warmes Kampfsystem
Final Fantasy Resonance im Test: 2,5D-Retro, taktische Tiefe und ein warmes Kampfsystem (Foto: IT BOLTWISE)
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Final Fantasy Resonance zeigt, wie gut sich Nostalgie mit moderner Systemtiefe verheiraten lässt. Wer lange genug an den JRPG-Klassikern festhält, erkennt schnell die Zutaten: eine Oberweltkarte, die an frühere Teile erinnert, Esper-Beschwörungen, Chocobos und Luftschiffe als Fortbewegungs- und Storyträger. Gleichzeitig wirkt das Gesamtpaket nicht wie ein reines „Zurück in die Vergangenheit“, sondern eher wie eine sorgfältige Rückbesinnung auf das, was damals funktionierte – nur eben mit einer spürbar zeitgemäßeren Lesart der Kämpfe und Präsentation.

Im Zentrum steht Rain, ein junger Ritter aus dem Königreich Grandshelt, der sich im Schatten seines berühmten Vaters Sir Raegan behaupten muss. Gemeinsam mit Jugendfreund Lasswell trifft er auf Fina, die in einem Kristall gefangen ist, und folgt ihrer Spur zum Erdschrein. Dort eskaliert die Bedrohung, als Veritas auftaucht und behauptet, zu den „Sworn Six of Paladia“ zu gehören, während er gezielt Kristalle zerstören will. Gerade diese Mischung aus klassischem Fantasy-Vokabular und einem klaren, fortlaufenden Aufgabenbogen sorgt dafür, dass das Spiel trotz leichter Vorhersehbarkeit nicht komplett in der Erwartungsfalle landet.

Die eigentliche Begeisterung entspringt aber dem rundenbasierten Kampfsystem, das auch nach rund 50 Stunden noch „Laune“ macht. Spielerinnen und Spieler stellen ihr Team über Rollen und Berufsklassen zusammen, wodurch sich ungewöhnliche Kombinationen nicht nur denken, sondern effektiv spielen lassen: Ein Heiler mit Zweihänder oder ein Krieger, der zusätzlich Schwarzmagie nutzt, ist kein Gimmick, sondern Teil der Strategie. Ergänzt wird das Ganze durch die sogenannten „Visionen“, also Echos von Kämpferinnen und Kämpfern aus anderen Welten. Wer eine Vision ausrüstet, lernt Fähigkeiten, die später auch ohne die Kopplung an das jeweilige Echo weiter nutzbar bleiben – das macht Aufbauen und Umstellen zu einem wiederkehrenden Prozess statt zu einem einmaligen Upgrade-Ritual.

Taktisch wird es dann durch zwei Mechaniken, die den Spielablauf spürbar rhythmischer machen. Eine Zeitleiste zeigt bevorstehende Aktionen von Verbündeten und Gegnern, sodass man rechtzeitig erkennt, wann der Gegner zum entscheidenden Schlag ausholt. Genau dort greift die „Break“-Mechanik: Wer die Widerstandsanzeige eines Gegners zur richtigen Zeit leerspielt, bringt ihn ins Taumeln, schwächt die Verteidigung und verschafft sich direkte Vorteile. Selbst zähe Gegner geraten damit aus dem eigenen Bewegungsmuster, und schwierige Kämpfe fühlen sich eher wie ein kontrolliertes Aufeinanderzubewegen von Timing und Planung an als wie reines Auswendiglernen.

Optisch setzt Final Fantasy Resonance auf eine 2.5D-Ästhetik, in der Charaktere im Pixellook über stimmungsvolle CGI-Sequenzen gelegt werden. Die Oberwelt erscheint „knallbunt“ und bietet verschiedene Umgebungen wie Donnerberge, Wüsten und saftige Wälder, die das Erkunden nicht nur visuell, sondern auch spielerisch motivieren. Auch akustisch passt das Paket zusammen: Komponist Noriyasu Agematsu knüpft hörbar an Soundtrack-Traditionen vergangener Teile an und trifft dabei das Retro-Feeling ohne in Nostalgie-Kitsch abzurutschen. Positiv fällt zudem die fast durchgehende Sprachausgabe auf, wahlweise auf Englisch oder Japanisch.

Laut Testergebnis gibt es nur wenige Ansatzpunkte für Kritik – die Story bleibt die größte Baustelle. Die Geschichte sei zwar sympathisch erzählt und die Figuren wirken nahbar, „Bäume reisst“ sie aber nicht; einige Wendungen seien von Weitem zu erkennen. Zudem passt das Spiel nicht zwingend für alle, die mit Pixel-Optik oder 2.5D-Gameplay nichts anfangen können. Dafür überzeugt das Gesamtbild in der Praxis: In der Testphase seien keine Bugs aufgetaucht, das Spiel läuft „butterweich“, und wer sich auf die Hauptgeschichte beschränkt, landet je nach Schwierigkeitsgrad bei etwa 30 Stunden Spielzeit. Wer Nebenaufgaben und Sammelzeug in der ganzen Welt mitnimmt, kann diese Zahl deutlich nach oben ziehen – bei Interesse an Systemoptimierung und Exploration ist das JRPG also lang genug, um die eigenen Team-Experimente mehrfach durchzuspielen.

Damit positioniert sich Final Fantasy Resonance im relevanten Marktsegment der „Pixel-Retro“-Remakes und modernen JRPGs, die Retro-Charme nicht als Stil-Accessoire, sondern als Spielgefühl verkaufen. Als Neuinterpretation eines Smartphone-Vorgängers aus dem Jahr 2015 knüpft es an „Final Fantasy Brave Exvius“ an, erweitert die Präsentation jedoch mit aufpolierter Grafik, teilweise neuem Soundtrack und frischen Gameplay-Elementen. Für Unternehmen und Teams, die JRPG-Produktionen strategisch einordnen, ist dabei besonders interessant, dass die Bindung nicht über reine Markenreferenzen entsteht, sondern über ein Kampfsystem, das Komplexität kontrolliert anbietet: frei kombinierbare Rollen, spürbares Timing und klare Rückmeldungen durch Zeitleiste und Break.

Final Fantasy Resonance erscheint am 22. Oktober 2026 für PC, PS5, Xbox X|S, Switch 2 und Switch. Bis dahin bleibt die entscheidende Frage vor allem für potenzielle Zielgruppen: Reicht ihnen die klassische, oft wiedererkennbare Struktur aus Königreichen, Kristallen und Echos – oder wollen sie lieber stärker überraschende Erzählungen? Das Testergebnis deutet darauf hin, dass für viele Spielende die Antwort klar aus dem Gameplay kommt: ein warmes JRPG-Gefühl, kombiniert mit einer taktischen Tiefe, die sich nicht schon nach wenigen Abenden erledigt.


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