DRESDEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Eine neue Hyperspektralkamera des Fraunhofer IPMS verspricht, die Qualitätskontrolle in der Lebensmittelindustrie und im Recycling zu revolutionieren. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz kann die Kamera chemische Eigenschaften von Materialien in Echtzeit analysieren und so die Sicherheit und Effizienz in verschiedenen Branchen erhöhen.

Die neueste Entwicklung des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme (IPMS) in Dresden könnte die Art und Weise, wie Qualitätskontrollen in der Lebensmittelindustrie und im Recycling durchgeführt werden, grundlegend verändern. Eine innovative Hyperspektralkamera, die Künstliche Intelligenz nutzt, ermöglicht es, chemische Eigenschaften von Materialien in Sekundenbruchteilen zu erkennen. Diese Technologie verspricht nicht nur eine höhere Sicherheit, sondern auch eine gesteigerte Effizienz in verschiedenen Industriezweigen.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Hyperspektralverfahren, die große Datenmengen verarbeiten müssen, verfolgt die neue Kamera eine zweistufige Strategie. Zunächst wird ein hochauflösendes Bild des Objekts mit einer 2D-Kamera aufgenommen. Eine integrierte KI analysiert dieses Bild und identifiziert automatisch die relevanten Bereiche. Nur an diesen Punkten wird dann eine detaillierte chemische Analyse durchgeführt. Diese zielgerichtete Methode reduziert die Datenmenge erheblich, was zu einem geringeren Energieverbrauch und kürzeren Rechenzeiten führt.
Die Anwendungsmöglichkeiten dieser Technologie sind vielfältig. In der Lebensmittelverarbeitung kann die Kamera Druckstellen, Verfärbungen oder Verunreinigungen sofort erkennen und aussortieren, was zu weniger Rückrufen und einer höheren Produktqualität führt. Im Recycling ermöglicht die Technologie eine präzise Trennung von Textilien und Kunststoffen anhand ihrer chemischen Signatur, was entscheidend für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft ist. Auch in der Fälschungsbekämpfung bietet die Kamera Vorteile, indem sie originale von gefälschten Materialien unterscheidet.
Die Entwicklung der Hyperspektralkamera ist Teil des Forschungsprojekts „OASYS“, das von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg koordiniert wird. Weitere Partner sind das Ferdinand-Braun-Institut und das IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik. Die Integration von KI in die hyperspektrale Bildgebung ist ein wichtiger Schritt in Richtung Automatisierung industrieller Prozesse. Die Technologie könnte ein Eckpfeiler von Industrie 4.0 werden, indem sie die Effizienz und Nachhaltigkeit in der Produktion maßgeblich vorantreibt.
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