LONDON (IT BOLTWISE) – Neue Studien zeigen, dass Bildschirmnutzung bei Kleinkindern mit atypischen sensorischen Verhaltensweisen in Verbindung steht. Diese Verhaltensweisen können auf neuroentwicklungsbedingte Störungen wie ADHS und Autismus hinweisen. Die Forschung hebt die Bedeutung von Bildschirmzeitbeschränkungen hervor, um potenzielle Entwicklungsrisiken zu minimieren.

Die Auswirkungen von Bildschirmnutzung auf die Entwicklung von Kleinkindern sind ein zunehmend diskutiertes Thema in der Wissenschaft. Jüngste Studien der Drexel University und der University of Fukui haben alarmierende Erkenntnisse über die Verbindung zwischen früher Bildschirmnutzung und atypischen sensorischen Verhaltensweisen bei Kleinkindern hervorgebracht. Diese Verhaltensweisen, die oft mit neuroentwicklungsbedingten Störungen wie ADHS und Autismus in Verbindung gebracht werden, umfassen sowohl Hypersensitivität als auch Hyposensitivität gegenüber sensorischen Reizen.
Hypersensitivität kann sich in einer Überwältigung durch laute Geräusche oder grelles Licht äußern, während Hyposensitivität dazu führen kann, dass Kinder intensive sensorische Erfahrungen suchen. Diese atypischen sensorischen Verhaltensweisen sind besonders relevant, da sie in Populationen mit ADHS und Autismus häufiger auftreten. Die Forschung legt nahe, dass eine frühe Bildschirmnutzung die sensorische Verarbeitung im Gehirn beeinflussen könnte, was zu einer verstärkten neuronalen Konnektivität führt, wie sie bei Autismus beobachtet wird.
Die Studien untersuchten Kinder, die bis zu ihrem zweiten Lebensjahr verstärkt Fernseher oder Videos konsumierten. Dabei wurden die sensorischen Verarbeitungsfähigkeiten der Kinder mithilfe des Infant/Toddler Sensory Profile (ITSP) bewertet. Die Ergebnisse zeigten, dass Kinder mit höherer Bildschirmnutzung häufiger Verhaltensweisen wie ‘Sensation Seeking’, ‘Sensation Avoiding’ und ‘Low Registration’ entwickelten. Diese Verhaltensweisen sind Indikatoren für eine atypische sensorische Verarbeitung, die mit Entwicklungsstörungen in Verbindung gebracht werden kann.
Die Forschungsergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, die Bildschirmzeit bei Kleinkindern zu reduzieren, um potenzielle Entwicklungsrisiken zu minimieren. Die American Academy of Pediatrics empfiehlt, die Bildschirmnutzung für Kinder unter 18 bis 24 Monaten zu vermeiden und für Kinder im Alter von 2 bis 5 Jahren zu begrenzen. Elternbildung und -training sind entscheidend, um die Bildschirmnutzung zu minimieren und die sensorische Entwicklung der Kinder zu unterstützen.
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