LONDON (IT BOLTWISE) – Google bringt mit der Fitbit Edge einen neuen Tracker auf den Markt, der sich mit einem wechselbaren Akku klar von vielen Wettbewerbern absetzt. Das Gerät startet bei 179,99 US-Dollar, ist bis 50 Meter wasserdicht und bringt ein 1,34-Zoll OLED/AMOLED-Display. Für die Gesundheitserkennung setzt Fitbit Edge unter anderem auf EKG zur Vorhofflimmer-Erkennung sowie SpO2- und Temperaturmessung. Parallel erweitert Google über Abos die Health-Funktionen, während Amazfit in Europa eine Dual-Solar-Outdoor-Smartwatch startet.

Google bringt Fitbit Edge: Tracker mit Wechselakku ab 179,99 US-Dollar
Google bringt Fitbit Edge: Tracker mit Wechselakku ab 179,99 US-Dollar (Foto: IT BOLTWISE)
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Google setzt im Wearables-Markt erneut auf eine klare Positionierung: Mit der Fitbit Edge erscheint ein Tracker, der preislich zwischen der Fitbit Air und der Pixel Watch 5 verortet ist, zugleich aber technisch stärker in Richtung Outdoor und Reparierbarkeit ausgerichtet wird. Der Einstiegspreis liegt bei 179,99 US-Dollar. Damit steht das neue Modell rund 20 US-Dollar über der Charge 6, die laut den Angaben zuvor bei 159,95 US-Dollar lag. Interessant ist auch die geplante Stephen-Curry-Edition: Für 219,99 US-Dollar adressiert Google damit nicht nur Sportnutzer, sondern verknüpft das Produkt bewusst mit der Rolle des Athleten als Performance Advisor im Google Health Team.

Schon das Design folgt dem Leitgedanken „weiter nutzbar statt schnell entsorgt“: Die Fitbit Edge kommt in einem 11,5 Millimeter dünnen Aluminiumgehäuse auf 17,7 Gramm ohne Armband. Das macht das Gerät laut Hersteller-Tracking zudem etwa 45 Prozent leichter als die Apple Watch Series 12. Beim Display setzt Google auf ein mit Gorilla Glass 3 geschütztes OLED/AMOLED-Panel mit 1,34 Zoll Diagonale; damit wird die Anzeige gegenüber der Charge 6 (1,04 Zoll) deutlich größer. Bedient wird die Edge unter anderem über einen physischen Button, was bei Trail- oder Werkstattbedingungen oft praktischer ist als reine Touch-Interaktion.

Der sichtbarste Unterschied in der Produktstrategie liegt jedoch beim Energie-Setup. Als erster Tracker der Reihe nutzt die Fitbit Edge einen wechselbaren Akku mit 65 mAh Kapazität. In der Praxis soll das für bis zu sieben Tage Laufzeit reichen, bei aktiviertem Always-on-Display werden es laut Hersteller zwei Tage. Für Nutzer, die unterwegs sind, nennt Google zudem eine kurze Ladeoption: Fünf Minuten am Ladepunkt sollen für einen Tag reichen, eine komplette Ladung dauert 90 Minuten. Das ist auch deshalb relevant, weil Wearables im Alltag häufig weniger am „Fehlertoleranz“-Problem scheitern als an der Planung der Ladezyklen – und ein austauschbarer Akku reduziert die Abhängigkeit von Powerbanks oder Steckdosen.

Technisch zielt die Fitbit Edge auf ein breiteres Gesundheits-Sensing ab und kombiniert dafür mehrere Messprinzipien. Das Gehäuse ist bis 50 Meter wasserdicht (IP68 und 5ATM). Beim Sensorpaket nennt Google unter anderem EKG zur Erkennung von Vorhofflimmern, zudem Hauttemperatur, SpO2, optische Herzfrequenzmessung, Beschleunigung, Höhe, Umgebungslicht und Gyroskop. Beim GPS setzt der Hersteller auf höhere Genauigkeit: Laut Angaben soll es gegenüber dem Vorgänger um 40 Prozent präziser arbeiten, verzichtet aber auf Dual-Frequency-Technik. Zusätzlich fällt das Funktionsprofil eher „tracker-typisch“ aus, weil das Gerät kein Mikrofon und keinen Lautsprecher besitzt und auch kein NFC für kontaktlose Zahlvorgänge mitbringt.

Im Ökosystem will Google den Funktionsumfang über Abos und Mustererkennung nachschärfen. Käufer erhalten drei Monate Zugang zu Google Health Premium; danach kostet der Dienst regulär 9,99 US-Dollar pro Monat oder 99,99 US-Dollar pro Jahr. Ab Ende Oktober soll außerdem auf Fitbit Air und Fitbit Edge die Funktion Health Guardian ausgerollt werden. Sie liefert monatliche Reports zu Blutdruck- und Insulinresistenz-Trends, ergänzt um Lifestyle-Tipps und Herzfrequenz-Alarme. Außerdem erweitert Google die automatische Trainingserkennung von 10 auf über 100 Aktivitäten – ein Schritt, der insbesondere dann Wirkung zeigt, wenn Nutzer nicht jedes Training manuell klassifizieren. Das Setup mit Smartphone-Kompatibilität bleibt dabei bewusst breit: Fitbit Edge läuft unter Fitbit OS, ist mit Android sowie iOS kompatibel und setzt bei der Betriebssystem-Integration auf eine solide App-Basis statt auf zusätzliche Hardware.

Parallel zur Fitbit Edge erweitert Amazfit sein Portfolio in Europa mit der T-Rex Dual Solar. Der Startpreis liegt bei 649,90 Euro; in den USA begann der Vorverkauf bereits am 22. September 2026 zu 649 US-Dollar. Das Modell ist mit 69 Gramm vergleichsweise schwer, positioniert sich aber über Outdoor-Robustheit: Das Gerät nutzt ein 1,32-Zoll-AMOLED-Display mit 3.000 Nits und Saphirglas, eine Lünette aus Grade-5-Titan und eine keramikverglaste Rückseite. Besonders werthaltig für Expeditionen und lange Touren sind die zwei Solarpanels – vorne und hinten, wobei das hintere Panel etwa doppelt so groß sein soll wie das vordere.

Amazfit nennt Laufzeiten bis zu 25 Tage ohne Solar und bis zu 34 Tage bei täglicher Lichteinstrahlung auf die Front. Über die Rückseite sollen es sogar bis zu 51 Tage sein, wobei laut den Angaben kein USB-Laden ersetzt wird. Für die Kommunikation mit dem Smartphone unterstützt die Uhr NFC-Zahlungen, zudem wird eine LiveShare-Funktion für Standort- und Leistungsübertragung erwähnt; Offline-Karten und Turn-by-Turn-Navigation gehören ebenfalls zum Paket. Sensorisch erfasst die T-Rex Dual Solar Herzfrequenz, SpO2 und Hauttemperatur, verzichtet aber laut Quelle auf eine EKG-Funktion. Für Käufer bedeutet das insgesamt: Google adressiert mit der Fitbit Edge stärker die Kombination aus wechselbarer Energie und Gesundheits-Sensing, während Amazfit mit Dual-Solar auf maximale Betriebsdauer ohne Kabel setzt.

Für Unternehmen und Produktverantwortliche in der Unternehmens-IT ist die Gemengelage dennoch vor allem strategisch: Beide Launches zeigen, dass Wearables nicht nur „neue Screens“ verkaufen, sondern Fähigkeiten zunehmend über Software-Services, Abos und Sensorfusion nachschieben. Gleichzeitig wird die Nutzerrealität deutlicher: Austauschbare Akkus reduzieren Logistik- und Supportaufwand, während Solarlösungen im Outdoor-Bereich die Abhängigkeit von Ladehardware senken. Wer Pilotprojekte mit Gesundheits- oder Fitnessdaten plant, sollte deshalb früh prüfen, welche Datenarten in den jeweiligen App-Ökosystemen verarbeitet werden und wie Funktionen wie automatische Aktivitätserkennung, Alarme und Premium-Abos im Alltag tatsächlich genutzt werden – denn genau dort entscheidet sich, ob ein Wearable langfristig Mehrwert liefert oder schnell im Schrank verschwindet.


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