LONDON (IT BOLTWISE) – Google hat begonnen, zahlende Abonnenten seines KI-Dienstes zu sperren, die das Drittanbieter-Tool OpenClaw nutzen. Diese Maßnahme hat bei vielen Nutzern für Frustration gesorgt, da sie ohne Vorwarnung erfolgte. Die Sperrungen betreffen auch andere Google-Dienste, was die Situation für die Betroffenen noch verschärft.

Google hat kürzlich damit begonnen, zahlende Abonnenten seines KI-Dienstes zu sperren, die das Drittanbieter-Tool OpenClaw verwenden, um auf die Gemini-Modelle zuzugreifen. Diese Maßnahme betrifft insbesondere Nutzer des Google AI Ultra-Abonnements, das monatlich bis zu 249,99 US-Dollar kostet. Viele der betroffenen Nutzer berichten von abrupten Sperrungen ohne vorherige Warnung, was zu erheblicher Frustration geführt hat.
Der Schöpfer des Open-Source-KI-Agenten OpenClaw, Peter Steinberger, hat die Sperrungen ebenfalls bemerkt und äußerte sich kritisch gegenüber Googles Vorgehen. Er betonte, dass selbst andere große KI-Anbieter wie Anthropic bei Problemen einen freundlicheren Umgang pflegen. OpenClaw ist so konzipiert, dass Nutzer KI-Modelle ihrer Wahl nutzen können, ohne an einen einzigen Anbieter gebunden zu sein.
Google begründet die Sperrungen mit mehreren Faktoren, darunter der Vorwurf, dass die Nutzung von OpenClaw gegen die Nutzungsbedingungen verstößt. Die sogenannten Google Antigravity OAuth-Tokens seien ausschließlich für die offizielle Nutzung auf der Google-Plattform vorgesehen. Zudem generiere OpenClaw kontinuierliche, automatisierte Aufrufe, die von Googles Systemen als unübliche Nutzungsmuster erkannt werden. Diese könnten als böswillige Aktivitäten interpretiert werden und die Servicequalität beeinträchtigen.
Sicherheitsbedenken spielen ebenfalls eine Rolle bei Googles Entscheidung. Die rasche Verbreitung von OpenClaw habe Fragen hinsichtlich potenzieller Sicherheitslücken und Datenlecks aufgeworfen. Berichte über exponierte OpenClaw-Instanzen und mögliche Informationsdiebstähle, insbesondere in Unternehmensumgebungen, verstärken diese Bedenken. Interessanterweise folgt Google damit einem Branchentrend, da auch Anthropic kürzlich seine Nutzungsbedingungen überarbeitet hat, um die Verwendung von OAuth-Tokens in Drittanbieter-Tools zu untersagen.
Die Auswirkungen für gesperrte Nutzer sind erheblich. Neben dem Verlust des Zugangs zu Gemini 2.5 Pro wurden in einigen Fällen auch andere verknüpfte Google-Dienste wie Gmail und Google Workspace blockiert. Besonders problematisch ist, dass die Abonnements weiterhin in Rechnung gestellt werden, während der Zugang gesperrt bleibt. Nutzer äußern in Foren wie Hacker News oder Reddit ihre Frustration über die mangelnde Kommunikation seitens Google und die Schwierigkeiten, Unterstützung zu erhalten.
Google hat angedeutet, dass ein Teil der Nutzer möglicherweise nicht über den Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen informiert war. Das Unternehmen prüft Möglichkeiten, diesen Nutzern den Zugang wieder zu ermöglichen, verfügt jedoch derzeit über begrenzte Kapazitäten dafür. Als empfohlene Alternative nennt Google die Nutzung offizieller API-Schlüssel über Google AI Studio oder Google Cloud API-Schlüssel, die einen kostenpflichtigen, aber verfolgbaren und skalierbaren Zugang ermöglichen.
Unklar bleibt bislang, wie viele Nutzer insgesamt von den Sperrungen betroffen sind und wie Google mit bereits gezahlten Abonnementgebühren umgehen wird. Auch die genauen Kriterien, nach denen Google zwischen wissentlichen und unwissentlichen Verstößen unterscheidet, sind nicht öffentlich bekannt. Diese Entwicklung wirft grundsätzliche Fragen zum Umgang mit Drittanbieter-Tools im KI-Bereich auf und könnte einen Präzedenzfall für andere Anbieter darstellen.
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