LONDON (IT BOLTWISE) – Berichten zufolge plant AMD offenbar eine Preiserhöhung für Grafikkarten um rund 10 %. Als Auslöser wird erneut die Speicherkrise im Umfeld von KI-Entwicklungen genannt, die sich spürbar auf die Kosten auswirkt. Laut einem Hardware-Leaker sollen AIB-Partner die neuen Preisbedingungen ab August erhalten. Zudem folgt die Maßnahme zeitlich auf zuletzt deutliche Preisanpassungen bei NVIDIA.

Grafikkarten werden teurer: AMD soll ab August um rund 10 % erhöhen
Grafikkarten werden teurer: AMD soll ab August um rund 10 % erhöhen (Foto: IT BOLTWISE)
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Kaum wenige Tage nach der Vorstellung einer neuen 4-GB-Grafikkarte von AMD verdichtet sich die Unsicherheit im GPU-Markt: Wie aus einem Post des Hardware-Leakers Harukaze 5719 hervorgeht, soll AMD seine AIB-Partner (Board-Partner) offenbar darüber informiert haben, ab August die Preise für Grafikkarten um mindestens 10 % anzuheben. Damit steht erneut die Frage im Raum, wie stark der Kostendruck aus vorgelagerten Lieferketten bis in den Handel durchschlägt. Dass solche Informationen aus der Lieferkette kommen, ist dabei typisch: AIBs kalkulieren ihre Bestückung, Margen und Lagerplanung über Monate, und Preissignale treffen selten als Überraschung am POS ein.

Technisch betrachtet geht es in solchen Preisrunden selten um einen einzelnen Baustein. In der Meldung wird als Hauptgrund erneut die Speicherkrise im Kontext der KI-Entwicklungen genannt. Der Hinweis ist plausibel, weil KI-Workloads nicht nur in der Trainingsphase, sondern auch in der Inferenz zunehmend spezialisierte Speicherhierarchien benötigen und damit Kapazitäten im Speicher-Ökosystem binden. Wenn die Nachfrage aus Rechenzentren und Beschleuniger-Stacks hoch bleibt, entsteht schnell ein Ungleichgewicht zwischen verfügbaren Speicher-Chips, Packaging-Kapazitäten und den Abrufen für Desktop- und Gaming-Varianten. Für Verbraucher heißt das: Auch wenn eine konkrete GPU-Generation verkauft wird, können die Materialkosten kurzfristig stärker steigen als es die Produktpolitik ursprünglich vorsah.

Gleichzeitig zeigt die Preislogik, wie stark NVIDIA den Takt in diesem Segment zuletzt mitbestimmt hat. In dem Leaker-Post wird die zeitliche Einordnung betont: AMD habe offenbar abgewartet, bis NVIDIA mit Preisanpassungen „den ersten Zug“ gemacht hat. Das war für den Markt strategisch relevant, weil Preisdifferenzen zwischen den beiden großen Anbietern sonst messbar bleiben und Händler ihre Sortimente entsprechend ausrichten können. Wenn AMD nun parallel nachzieht, verschiebt sich für Kundinnen und Kunden zumindest kurzfristig die Transparenz: Der Preisunterschied zwischen Radeon- und GeForce-Modellen dürfte sich laut der Darstellung künftig weniger deutlich abzeichnen.

Konkrete Zahlen machen die Dimension des Drucks sichtbar: Für das Flaggschiff Radeon RX 9070 XT wird in den USA aktuell ein Preisbereich von 700 bis 750 US-Dollar genannt. Maßgeblich ist dabei der Vergleich zur Markteinfährung im März 2025, als die Grafikkarte noch mit 599 US-Dollar beziffert wurde. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass die Kostenlage beziehungsweise die Verfügbarkeit nicht nur auf einzelne Lieferchargen wirkt, sondern sich über mehrere Monate in den öffentlichen Preisstellungen aufbaut. Auch die Formulierung „deutlich höher“ ist in diesem Kontext mehr als nur eine Beobachtung: Sie zeigt, dass Preiserhöhungen offenbar nicht vollständig durch Marktkräfte abgedämpft werden.

Über die unmittelbare Preissetzung hinaus ist für den deutschen Markt entscheidend, wie sich die Situation auf der Händlerseite auswirkt. Der Artikel nennt zwar keine konkrete Euro-Zahl, stellt aber in Aussicht, dass eine Preiserhöhung „nach Deutschland rüberschwappen“ dürfte, weil die Marktbedingungen insgesamt ebenfalls als „brutal“ beschrieben werden. In der Praxis bedeuten solche Dynamiken häufig eine Mischung aus Direktanpassung und verzögerter Weitergabe: Einige Händler erhöhen Preise sofort, andere puffern zunächst mit Lagerware. Sobald jedoch neue Lieferungen teurer eintreffen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Restbestände schneller abverkauft werden und die Preislisten flächig nachziehen.

Für Unternehmen, die GPUs für Entwicklung, Medienproduktion oder KI-nahe Workflows einkaufen, verschiebt sich damit die Budgetplanung. Gerade Teams, die auf mehrere Gerätegenerationen setzen oder kurzfristig Rechenleistung für Projekte hochfahren, müssen die Preisunsicherheit stärker einkalkulieren. Außerdem lohnt ein Blick auf die technische Nutzungsstrategie: Wer nicht zwingend die höchste Rasterleistung für Gaming priorisiert, kann in manchen Fällen stärker über Effizienz, Speicherbedarf und passende Beschleuniger-Stacks optimieren, statt ausschließlich auf maximale Modellnummern zu schauen. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, ob die angekündigte Spanne von mindestens 10 % tatsächlich vollständig in den Endkundenpreis übergeht oder ob Wettbewerb, Aktionen und Substitutionskäufe den Effekt teilweise abfedern.


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