EISENSTADT / LONDON (IT BOLTWISE) – 25 Studierende des Bachelorstudiengangs Internationale Wirtschaftsbeziehungen der Hochschule Burgenland haben ein einwöchiges Sommerkolleg in Bar, Montenegro absolviert. Im Fokus standen Sprachunterricht in Kroatisch und Russisch, ein Crashkurs in Montenegrinisch sowie Vorträge mit regionalem Bezug. Daneben standen Kultur- und Wirtschaftseinblicke auf dem Programm, ergänzt durch Exkursionen bis nach Cetinje und in den Nationalpark Lovćen. Für Studierende ohne Auslandszeit gibt es zudem das Format „Internationalisation at home“ mit Workshops und Ausflügen.

Der Studienalltag an einer Hochschule lässt sich auch dann internationalisieren, wenn Reisezeiten knapp sind. Genau daran setzt die Hochschule Burgenland mit ihrem Sommerkolleg an: 25 Studierende aus dem Bachelorstudiengang Internationale Wirtschaftsbeziehungen erhielten die Gelegenheit, den EU-Beitrittskandidaten Montenegro über Kultur, Wirtschaft und Sprache über eine ganze Woche in Bar kennenzulernen. Damit verknüpft der Studiengang ein klassisches Auslandsformat mit einem klaren Schwerpunkt auf Zentral- und Osteuropa, den er nach eigenen Angaben seit seiner Gründung verfolgt.
Wichtig ist dabei weniger die „Außenwirkung“ eines Aufenthalts als die konkrete Lernarchitektur vor Ort. In Bar standen laut Programm Sprachunterricht in Kroatisch und Russisch auf dem Plan, ergänzt um einen Crashkurs in Montenegrinisch. Zusätzlich gab es Vorträge mit regionalem Bezug, die den Transfer vom Lehrraum in konkrete Wirtschafts- und Kulturkontexte unterstützen sollen. Die Teilnehmenden wurden damit nicht nur in einer Fremdsprache „beschult“, sondern auch in einem Rahmen, der regionale Besonderheiten in die Analyse einbindet.
Technisch betrachtet (auch wenn es hier primär um Studium und Austausch geht) folgt das Konzept demselben Prinzip wie bei einer gut designten Wissens- und Datenpipeline: Input wird in mehrere Formate aufgeteilt, verdichtet und anschließend durch Praxis validiert. Das Programm kombiniert deshalb theoretische Einheiten mit Dialog und Standort-Erfahrung. Exkursionen führten die Gruppe unter anderem nach Cetinje, der historischen Hauptstadt Montenegros, und in den Berg- und Nationalpark Lovćen. Damit bekommen die Studierenden nicht nur Informationen zur Region, sondern bewegen sich durch Orte, die verschiedene Ebenen von Geschichte, Raumwirkung und gesellschaftlichen Strukturen sichtbar machen.
Für den wirtschaftlichen Teil waren ebenfalls direkte Anker gesetzt: Die Teilnehmenden lernten das Europäische Haus sowie das Business Center der Hafenstadt Bar kennen. Gerade bei einem wirtschaftsbezogenen Studiengang ist das relevant, weil sich „Blick auf Wirtschaft“ häufig zu abstrakt anfühlt, wenn er ausschließlich über Vorlesungen vermittelt wird. Der Besuch entsprechender Einrichtungen übersetzt diesen Anspruch in konkrete Settings, in denen Organisationen und Strukturen greifbar werden. Dass eine Weiterführung der Kooperation geplant ist, signalisiert zudem, dass der Austausch nicht als Einzelaktion gedacht war, sondern als wiederholbarer Baustein in der Studienbiografie.
Dass das Konzept auch bei Berufstätigen funktioniert, zeigt die zweite Schiene „Internationalisation at home“. Ein überwiegernder Teil der Studierenden an der Hochschule Burgenland ist laut Text berufstätig; wer dafür keinen Urlaub nehmen konnte, bekam stattdessen die Möglichkeit, unter diesem Titel wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Organisatorisch ist das bemerkenswert: Interkulturelle Workshops und Exkursionen werden hier so kombiniert, dass Internationalität nicht an ein Auslandsvisum gebunden bleibt. Inhaltlich bleibt die Grundlogik gleich: Sommerkurse gelten als Teil des internationalen Studiums – also als Bestandteil des Curriculums, nicht als „nice to have“.
Damit stellt die Hochschule Burgenland den internationalen Austausch breiter auf und adressiert ein typisches Problem der Hochschulbildung: Mobilität ist nicht für alle Studierenden zeitlich und finanziell gleich erreichbar. Die persönliche Perspektive passt dazu, weil ein Student die abwechslungsreichen Aktivitäten, die freundliche Atmosphäre sowie die Möglichkeit zur Verbesserung der Sprachkenntnisse besonders hervorhebt. Solche Rückmeldungen sind im Studienkontext nicht nur Erfahrungswerte, sondern liefern Hinweise, welche Elemente des Programms tatsächlich Lernmotivation erzeugen und welche Formate eher „Begleitprogramm“ bleiben.
Für die weitere Einbettung in den Studienverlauf ist entscheidend, dass die Verantwortlichen den Radius für akademischen und wirtschaftlichen Austausch bereits durch den ersten Sommerkolleg in Bar erweitert haben. Der Studiengang bleibt damit in seinem Fokus auf Zentral- und Osteuropa, ohne Stillstand zuzulassen. Dass beide Seiten das erste Kennenlernen sehr geschätzt haben, und die Kooperation fortgeführt werden soll, deutet auf eine erfolgreiche Abstimmung zwischen Hochschule und lokalen Partnern hin. Gleichzeitig bleibt der praktische Nutzen klar: Die Studierenden haben konkrete Orte, Institutionen und Sprachsettings erlebt, die sich für spätere Analysen – etwa bei wirtschaftlichen Fragestellungen zu Region und Märkten – als Bezugspunkte eignen.
Abseits des Programms gibt es noch eine planerische Komponente für Interessierte: Für den Bachelorstudiengang Internationale Wirtschaftsbeziehungen und einige weitere Studiengänge sollen laut Hinweis noch Restplätze für einen Studienstart im September verfügbar sein. Wer sich für den Studienstart interessiert, findet die organisatorischen Details über die angegebene Hochschulwebsite. Für künftige Kohorten ist die Botschaft damit zweigeteilt: Internationalität ist sowohl durch Auslandsformate wie das Sommerkolleg in Montenegro als auch über „Internationalisation at home“ erreichbar, und sie ist als Bestandteil des Studiums angelegt – nicht nur als Ergänzung. Und wer später in Projekten mit regionalem Bezug arbeitet, kann auf Erfahrungen zurückgreifen, die im Programm von Sprache über Kultur bis zu konkreten Institutionen durchgeplant waren.
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