MÜNCHEN / LONDON (IT BOLTWISE) – Nach 14 Jahren Entwicklungszeit ist das Computerspiel ‘Routine’ endlich erschienen. Es entführt die Spieler auf eine verlassene Mondstation im Retro-Look der 80er Jahre und entlarvt den damaligen technischen Optimismus als gruseligen Irrtum. Die Spieler müssen sich ohne Hilfsmittel durch eine düstere, von Robotern bevölkerte Umgebung kämpfen und die Geheimnisse der Station entschlüsseln.

Das Computerspiel ‘Routine’ bietet eine einzigartige Mischung aus Retro-Ästhetik und Horror, die Spieler in eine verlassene Mondstation im Stil der 80er Jahre versetzt. Die klobigen Röhrenmonitore und Kassettenrekorder, die überall auf der Station verteilt sind, erinnern an eine Zeit, in der der Glaube an die technologische Zukunft ungebrochen war. Doch dieser Optimismus wird in ‘Routine’ als gruseliger Irrtum entlarvt, während die Spieler sich durch die dunklen Gänge der Station tasten.
Als Softwareingenieur von der Erde, ausgestattet mit einem Raumanzug, müssen die Spieler in ‘Routine’ ohne jegliche Hilfsmittel auskommen. Es gibt keine Karte, keine Hinweise und keine Pfeile, die den Weg weisen. Stattdessen müssen die Spieler ihren Körper einsetzen, um Schalter zu erreichen, sich um Ecken zu lehnen und unter blockierten Türen hindurchzukriechen. Diese physische Interaktion mit der Umgebung verstärkt das Gefühl der Isolation und des Unbehagens, das das Spiel vermittelt.
Ein zentrales Element des Spiels ist das Cosmonaut Assistance Tool (C.A.T.), ein unscheinbares Gerät, das Dateien entschlüsselt, Systeme neu startet und die Roboter der Station für kurze Zeit betäubt. Diese Roboter sind der eigentliche Schrecken der Station. Einige von ihnen stampfen laut und rhythmisch durch die Gänge, während andere reglos in dunklen Nischen stehen, bis die Spieler zu nah kommen. Dann erwachen sie mit einem knarzenden Motorgeräusch zum Leben und scannen die Umgebung mit ihren Laser-Scannern.
Je länger die Spieler durch die Gänge der Station streifen, desto mehr entfaltet das Spiel seine eigentliche Wirkung. ‘Routine’ ist im Grunde eine Zeitreise in eine gescheiterte Utopie. Die 80er Jahre waren geprägt von einem ungebrochenen Glauben an Raumfahrt und Digitalisierung, doch in diesem Spiel hallt dieser Optimismus nur noch als verzerrtes Echo durch die leeren Gänge. Die Spieler kämpfen nicht nur gegen Roboter, sondern irren durch die Reste eines geplatzten Traums, der den Optimismus der 80er als Hybris entlarvt.
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