HOUSTON / LONDON (IT BOLTWISE) – Hewlett Packard Enterprise (HPE) erhöht wegen der stark nachgefragten KI-Infrastruktur seine Umsatzprognosen deutlich. Für das Geschäftsjahr 2025/26 bis Ende Oktober erwartet das Management nun ein Wachstum von 29 bis 33 Prozent, nachdem die bisherige Spanne nur bei 17 bis 22 Prozent lag. Auch das Ergebnisbild verbessert sich spürbar: Der bereinigte Gewinn je Aktie steigt deutlich über die bisherigen Erwartungen. Der KI-Boom wirkt damit nicht nur auf Software, sondern setzt erneut Hardware-Impulse in Rechenzentren und beschleunigt den Wettbewerb um Kapazitäten.

Hewlett Packard Enterprise hebt seine finanziellen Ziele spürbar an und liefert damit ein weiteres Signal, dass der KI-Boom in den Rechenzentren der Unternehmen inzwischen die Hardware-Ebene erreicht hat. Der Server- und Speicherlösungs-Spezialist stellt für das Geschäftsjahr 2025/26 bis Ende Oktober ein Umsatzwachstum von 29 bis 33 Prozent in Aussicht – zuvor war noch eine deutlich niedrigere Spanne von 17 bis 22 Prozent genannt worden. Gleichzeitig liegt auch die Erwartung für 2026/27 mit 8 bis 12 Prozent über den Annahmen vieler Marktbeobachter. Für Anleger wirkte das wie ein bestätigter Nachfrage-„Proof“: Die Aktie sprang nach Börsenschluss in den USA um fast 30 Prozent.
Technisch betrachtet ist diese Korrektur weniger eine Überraschung als eine Verifikation des aktuellen Infrastruktur-Musters, das seit dem Durchbruch großskalierter KI-Workloads sichtbar ist. KI-Training und -Inferenz benötigen Rechenleistung, zuverlässige Speicherarchitekturen und eine Netzwerk-Topologie, die sehr hohe Datendurchsätze ohne Engpässe ermöglicht. Klassische Server werden dabei nicht obsolet, sondern werden häufig genau dort verstärkt, wo GPUs, Beschleuniger und RAM-Intensität zusammentreffen. HPE beschreibt als Wachstumstreiber vor allem das Servergeschäft; das Quartalsergebnis zeigt zudem, dass Auftragsdynamik und Margenentwicklung zusammen auftreten, was typischerweise auf eine nachhaltigere Auslastung hindeutet.
Im zweiten Geschäftsquartal 2025/26 stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 40 Prozent auf 10,7 Milliarden US-Dollar – ein Plus, das Analysten im Schnitt eher niedriger erwartet hatten. Im Kern stützte das Server-Geschäft diese Entwicklung: Dort kletterten die Erlöse um rund 33 Prozent auf 5,5 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommt, dass der KI-Boom zusätzliche Nachfrage nach „klassischen“ Servern erzeugt, die oft leistungsfähig genug sind, um KI-Modelle zu trainieren oder zumindest effizient für den Betrieb von KI-Anwendungen zu skalieren. HPE nennt für Aufträge in diesem Bereich ein dreistelliges Wachstum. Parallel wuchs der bereinigte Gewinn je Aktie deutlich auf mehr als das Doppelte und lag damit über den Erwartungen.
Aus Marktsicht passt die HPE-Meldung in eine breitere Branchenbewegung, in der bereits ein Wettbewerbsschub vorausging. Wie berichtet wurde, hatten zuvor starke Zahlen von Dell (Dell Technologies) die Kurse in der gesamten Hardware-Sparte nach oben gezogen. Solche Effekte sind in zyklischen Hardwaremärkten typisch: Wenn ein Wettbewerber die Nachfrage nach Rechenzentrumsinfrastruktur nicht nur sieht, sondern auch in Guidance und Auslastung übersetzt, verschiebt das die Erwartungskurve für viele Kunden-IT-Budgets. Entscheidend ist dabei der Timing-Faktor: KI-Projekte werden zwar häufig als Software-Programme gestartet, benötigen aber in der Umsetzung schnelle Kapazitäten für Skalierung, Testing und Produktionsbetrieb. Experten berichten in solchen Situationen oft davon, dass Beschaffungsketten und Lagerbestände schneller „durchgerechnet“ werden müssen.
Regulatorik und Sicherheitsfragen rücken dabei parallel an die Oberfläche, weil die Beschleunigung der Infrastruktur auch die Angriffsfläche erhöht. Rechenzentren verarbeiten in KI-Workloads häufig hochsensible Daten – etwa aus Forschung, Industrieprozessen oder Geschäfts-Intelligence – und müssen deshalb Zugriffskontrollen, Segmentierung und Integritätsprüfungen konsistent umsetzen. Für Unternehmen bedeutet das: KI-Infrastruktur ist nicht nur eine Leistungsfrage, sondern auch eine Governance-Frage. Besonders relevant sind sichere Boot-Mechanismen, nachvollziehbare Software- und Firmware-Updates sowie ein belastbares Logging, damit später bei Audits oder Sicherheitsvorfällen klar ist, welche Komponenten und Konfigurationen eingesetzt wurden. In der Enterprise-Praxis entscheidet diese „Security-by-Design“-Sauberkeit mit darüber, wie schnell Projekte von Pilot- auf Produktionsbetrieb umspringen können.
Für die Zukunft deutet HPEs Guidance auf mehrere Handlungsfelder hin. Erstens verstärkt der Hardware-Fokus die Bedeutung von KI-Cluster-Design: Unternehmen müssen entscheiden, ob sie stärker auf zentrale Plattformen, auf wiederverwendbare Referenzarchitekturen oder auf modulare Skalierung setzen. Zweitens wird MLOps bzw. das Lifecycle-Management von Modellen indirekt von der Infrastruktur getragen, weil Kapazitätsengpässe in GPU-/Server-Pools die Trainings- und Release-Zyklen begrenzen. Drittens eröffnet die Nachfrage nach KI-fähigen Servern auch Chancen für Systemintegratoren und Entwicklerteams, die das Zusammenspiel aus Ressourcenplanung, Datenpipelines und Monitoring optimieren. Der kommende Schritt dürfte sein, dass Anbieter wie HPE ihre Systeme noch stärker auf wiederkehrende KI-Cluster-Workflows ausrichten und dabei Kosten, Energieeffizienz und Betriebssicherheit enger verzahnen.
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