LONDON (IT BOLTWISE) – Instructure, das Unternehmen hinter dem weit verbreiteten Lernmanagementsystem Canvas, hat kürzlich ein Lösegeld an die Hackergruppe ShinyHunters gezahlt. Diese Gruppe hatte das System zweimal innerhalb weniger Tage kompromittiert und drohte mit der Veröffentlichung sensibler Daten von Millionen Nutzern.

Instructure, das Unternehmen hinter dem Lernmanagementsystem Canvas, hat sich entschieden, ein Lösegeld an die Hackergruppe ShinyHunters zu zahlen, nachdem diese das System innerhalb von anderthalb Wochen zweimal kompromittiert hatten. Die Zahlung erfolgte, um die Rückgabe von Daten von rund 275 Millionen Nutzern sicherzustellen, die über 8.800 Bildungseinrichtungen verteilt sind.
Das Unternehmen, dessen LMS von 41 Prozent der Hochschulen in Nordamerika genutzt wird, erhielt digitale Bestätigungen über die Zerstörung der gestohlenen Daten und die Zusicherung, dass keine Kunden von Instructure erpresst werden. Diese Vereinbarung deckt alle betroffenen Kunden ab, sodass diese nicht direkt mit den Hackern in Kontakt treten müssen.
Obwohl die Höhe des Lösegelds nicht bekannt gegeben wurde, erfolgte die Einigung einen Tag vor Ablauf der von ShinyHunters gesetzten Frist am 12. Mai. Die Gruppe ist auch mit jüngsten Datenverletzungen an der University of Pennsylvania sowie den Universitäten Princeton und Harvard in Verbindung gebracht worden.
Die Infiltration von Canvas durch ShinyHunters führte zu erheblichen Dienstunterbrechungen. Die Hacker drohten, die Nutzerdaten, darunter Namen, E-Mail-Adressen und Studentennummern, zu veröffentlichen, sollten ihre Forderungen nicht erfüllt werden. Instructure ignorierte zunächst die Forderungen, arbeitete jedoch an der Behebung der Sicherheitsprobleme, sodass Canvas am 5. Mai wieder voll funktionsfähig war.
Die erneute Kompromittierung von Canvas durch die Hacker führte zu weiteren Schlagzeilen, als Nutzer am Donnerstag erneut keinen Zugang zu ihren Konten hatten. Stattdessen sahen sie eine Nachricht der Hacker, die Instructure vorwarfen, ihre Forderungen ignoriert zu haben. Die Gruppe setzte eine neue Frist bis zum 12. Mai und forderte betroffene Institutionen auf, sich mit einem Cyberberatungsunternehmen in Verbindung zu setzen, um eine Einigung zu erzielen.
Instructure-CEO Steve Daly versprach, den Vorfall beim zweiten Mal anders zu handhaben und betonte die Wichtigkeit, die Kunden kontinuierlich zu informieren. Am Montag berichtete das Unternehmen, dass alle Canvas-Umgebungen wieder verfügbar seien.
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